Als Nabelschnurblut bzw. Plazentarestblut bezeichnet man das kindliche Blut, das sich nach der Abnabelung des Babies noch in der Nabelschnur und der Plazenta befindet.
In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat man herausgefunden, dass das Nabelschnurblut sehr reich an den sogenannten Stammzellen ist. Diese besonderen Zellen sind in der Lage, das blutbildende System eines kranken Menschen zu heilen!
Verantwortlich dafür ist die Umsiedlung der Blutbildung hinein in das Knochenmark. Vorher sind diese Zellen bei der Entwicklung des Babies in der Leber und Milz ansässig. Die Wanderung passiert ca. im letzten Drittel der Schwangerschaft im Babykörper über den embryonalen Kreislauf des Blutes. Deshalb findet sich zur Geburt im Kindesblut und somit auch im Blut der Nabelschnur und Plazenta außergewöhnlich viele Stammzellen.
Aber die Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur können sich nicht nur in Blutzellen entwickeln, auch die Entwicklung zu Nerven-/Leber-/Blutgefäß-/Muskel-/Knochen- und Knorpel- sowie Inselzellen wurde bereits wissenschaftlich nachgewiesen. Die embryonalen Stammzellen aus Nabelschnurblut können entweder zu einem späteren Zeitpunkt direkt vom Kind genutzt werden (autologe Transplantation) oder auch anderen Menschen helfen (allogene Transplantation).
Ein anderer Gründe, warum Blut aus der Nabelschnur so wertvoll ist, ist die Tatsache, dass es sich hierbei um sehr junges Blut handelt - es ist von Umwelteinflüssen und noch nicht geschädigt. Außerdem werden Blutstammzellen von Babys bei einer Transplantation weitaus seltener abgestoßen als andere Zellen (z. B. von erwachsenen Spendern).
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