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Gesundheit und Medizin: Stillen - der beste Schutz

Das Stillen Ihres Babys bietet Ihrem Kind den perfekten Start ins Leben. Erfahren Sie hier, wie und wie lange Sie stillen sollten, was Sie bei hungrigen Babies tun können und was die Risiken beim Stillen sind.

Allgemeine Informationen zum Stillen

Die Muttermilch ist die am besten geeignete, preiswerteste und gesündeste Nahrung für Säuglinge in den ersten Monaten. Durch die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper (Immunglobuline) erkranken gestillte Säuglinge im ersten Lebensjahr seltener an Infektionen und nutzen auch in späteren Lebensabschnitten Vorteile durch das Stillen. Mehr über die positiven Aspekte finden Sie im nächsten Kasten "Die Vorteile des Stillens".
 

Die Milch-Produktion

Schon in der Schwangerschaft fängt die mütterliche Brust an, sich zu verwandeln. Unter dem Einfluss des Hormons Prolaktin fangen Milchbläschen (sogenannte Alveolen) und Milchgänge an zu wachsen und das bisherige Fettgewebe in der Brust zu ersetzen. Die Milchbläschen münden in die Milchgänge, durch die dann die Milch zur Brustwarze fließt. Vor der Brustwarze erweitern sich die Milchgänge in der Brust zu sogenannten Milchseen - hier sammelt sich die Milch, die Ihr Kind dann durch Saugen durch die Brustwarzen bekommt. Damit die Milch auch dauerhaft fließen kann, produziert Ihr Körper ein weiteres Hormon: Oxytozin. Dieses Hormon steuert den Milchfluss- und den Milchspendereflex. Neben Oxytozin gibt es aber noch eine weitere wichtige Voraussetzung für die Milchproduktion: Das Saugen des Babys an der Brustwarze. Erst diese Kombination löst im Gehirn der Mutter bestimmte neuronale Aktivitäten aus, welche die Milchproduktion in Gang halten.
 

Die verschiedenen Milcharten

Im Laufe der Entwicklung Ihres Kindes macht auch Ihr Brust verschiedene Stadien durch:
  • Die Vormilch: Am Anfang, also direkt nach der Geburt, ist noch kaum Milch in den Brüsten vorhanden. Aber gerade diese ersten Schlücke sind die wichtigsten für Ihr Baby! Diese dicklich sahnige Vormilch (Kolostrum) ist sehr reich an Eiweiß und Vitaminen, dafür aber arm an Fetten und Zucker. Das macht die Vormilch kalorienarm und leichter verdaulich und ist auch verdauungsfördernd. Dadurch wird wiederum der erste Stuhl des Kindes (=Kindspech) und das abgebaute Bilirubin (das sonst die Neugeborenen-Gelbsucht auslöst) leichter ausgeschieden. Die Vormilch ist übrigens in den ersten Stunden nach der Geburt am reichsten an Antikörpern, so dass ein erstes Anlegen des Baby ungefähr eine halbe Stunde nach der Geburt ideal ist.

  • Der Milch-Einschuss: Wenige Tage nach der Geburt kommt es zum sogenannten Milch-Einschuss. Bei vielen Frauen erzeugt dieser Vorgang ein Spannungsgefühl in der Brust, andere Frauen bekommen davon hingegen gar nichts mit. Ihre Brust produziert ab jetzt die Hauptmilch.

  • Die Hauptmilch: Die reife Muttermilch, welche dem Baby ungefähr ab dem 10. Tag zur Verfügung steht, ist wässriger und dünner. Diese Milch ist optimal auf Ihr Kind abgestimmt und versorgt es mit allem, was es braucht.

    Beim Stillen erhält das Baby zunächst die Milch, die sich seit der letzten Mahlzeit in den vorderen Reservoirs hinter der Brustwarze gesammelt hat. Sie ist fettarm und wässrig und stillt zunächst den Durst. Ist sie geleert, muss sich der Säugling nicht stärker anstrengen, um die Milch aus den hinteren Bereiche zu erreichen, da der Milchfluss bereits in Gang gesetzt ist. Diese Hauptmilch ist sättigender. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, die Brust leer trinken zu lassen (also lang genug anlegen), damit das Baby nicht nur die dünne, wässrige Muttermilch trinkt. Erst dann sollten Sie es an die zweite Brust anlegt.
 

Die Vorteile des Stillens

Es gibt zahlreiche Vorteile, die für das Stillen von Babies sprechen: Gestillte Kinder
  • neigen im Alter weniger zu Übergewicht

  • sind langfristig vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhtem Cholesterinspiegel geschützt

  • haben ein geringeres Risiko, an Allergien zu erkranken

  • haben durch die Muttermilch einen Schutz für die empfindliche und noch unreife Darmschleimhaut

  • haben durch den engen Kontakt eine intensivere Bindung zur Mutter.

  • haben weniger Verdauungsprobleme (Dreimonatskoliken)

  • erhalten zu jedem Zeitpunkt ihrer Entwicklung genau die Nährstoffe, die sie gerade benötigen.

  • bekommen ihren Bedürfnissen entsprechend (grosser/kleiner Hunger) die passende Menge an Nahrung und werden so nicht überfüttert.

  • haben weniger Zahn-Fehlstellungen, da der Kiefer durch das Stillen optimal geformt wird.

  • sind wissenschaftlichen Studien zufolge schlauer als ihre Altersgenossen, die mit Fertignahrung aufgezogen wurden.

Aber auch die Mütter profitieren direkt vom Stillen:
  • Da das Stillen Energie verbraucht, nehmen Mütter nach der Geburt schneller wieder ab

  • Durch die beim Stillen gebildeten Hormone bildet sich die Gebärmutter schneller zurück.

  • Stillende Mütter sind, ebenfalls durch die Hormone, weniger stressanfällig

  • Stillt die Mutter längere Zeit, sinkt das Risiko für sie, an Brustkrebs zu erkranken.

  • Muttermilch ist kostenlos und immer verfügbar und sie kann die Bedürfnisse des Kindes jederzeit (im wahrsten Wortsinne) stillen :)

  • Muttermilch ist steril, der Zeitaufwand für die Sterilisation von Flaschen und Kauf von Babynahrung entfällt.

  • Muttermilch ist kostenlos und Fertignahrung ist teuer! Stillen Sie Ihr Baby für ein Jahr, sparen Sie mindestens € 1500!
Unbestreitbar ist, das Muttermilch unersetzbar ist und auch Ersatzprodukte - trotz aller Versprechungen in der Werbung - niemals die Qualität von Muttermilch erreichen können.
 

Die Nachteile des Stillens

Leider gibt es beim Stillen auch einige Nachteile, die wir Ihnen nun aufführen möchten. Bitte bedenken Sie, das nur die Mutter alleine für sich entscheiden kann und soll, ob sie ihr Kind stillt oder nicht. Bei allen Gründen für und wider dem Stillen bleibt es doch der Mutter überlassen, ihr Kind aus Überzeugung zu stillen. Entscheidet sie sich gegen das Stillen - aus welchen Gründen auch immer - so hat das der Partner und das soziale Umfeld zu akzeptieren. Stillt die Mutter ihr Kind gezwungenermaßen oder aus falscher Überzeugung, wird der Stillvorgang mit Sicherheit für sie und auch das Kind zur Qual und kann im schlimmsten Fall sogar zu Bindungsstörungen zwischen Kind und Mutter führen!
  • Die Mutterbrust wird, besonders in der ersten Zeit, durch das Stillen belastet. Die Brustwarzen sind empfindlich und es kann unter Umständen (z. B. in Stressituationen) zum Milchstau kommen.

  • Stillende Mütter müssen sich auch nach der Geburt noch in ihren Genuß-Gewohnheiten einschränken. Alkohol und besonders Nikotin sind während des Stillens tabu! Kann die Mutter darauf nicht verzichten, ist es ratsam auf das Stillen zu verzichten.

  • Manche Mütter fühlen sich durch die besondere Bindung, die durch das Stillen hervorgerufen wird, überfordert und dem Kind verpflichtet da sie sich sozusagen als Alleinversorger und -verantwortliche sehen.

  • Eine Diät in der Stillzeit ist tabu! Diese wirkt sich auf die Menge und die Qualität der Muttermilch negativ aus, ähnlich wie ein Übermaß an körperlicher Aktivität in der Stillzeit.
 

Wie lange soll gestillt werden?

Gesundheitsorganisationen sowie Ärzte und Hebammen empfehlen Müttern, ihre Kinder für mindestens sechs Monate zu stillen. Zwar geben 90% der Mütter bei der Geburt an, ihr Kind auch mindestens ein halbes Jahr stillen zu wollen aber nur ein Viertel aller Frauen halten sich auch daran.
 

Weitere Vorteile der Flaschenfütterung

Die Flaschenfütterung (ganz oder teilweise) bietet einige Vorteile:
  • Sie sind unabhängiger und das Baby kann auch mal von anderen Personen längere Zeit betreut werden.

  • Der Partner kann in die Ernährung/Versorgung des Kindes einbezogen werden und wird dadurch weniger ausgegrenzt.

  • Babies legen schneller an Gewicht zu und Sie wissen genau, wieviel Ihr Kind getrunken hat.

  • Die Mütter können Alkohol trinken und auch rauchen (nur bei ausschliesslicher Flaschenfütterung!)

  • Keine Brustentzündungen oder Schmerzen der Brustwarzen, auch kann keine auslaufende Milch Ihre Kleidung verunreinigen.
 

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