Gesundheit: Impfungen & Impfkalender
Viele der Krankheiten, gegen die wir heutzutage geimpft werden können, werden verniedlichend 'Kinderkrankheiten' genannt. Man könnte daher denken, sie wären zwar unangenehm, aber doch harmlos - aber das ist ein Irrtum. Hier klären wir dich über die wichtigsten Impfungen (speziell für Kinder), die Risiken und Nebenwirkungen sowie den optimalen Zeitpunkt einer Impfung auf.
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Impfungen allgemein |
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Man kann es sich nur noch schwer vorstellen: Als unsere Großeltern klein waren, starben in Deutschland jedes Jahr Zehntausende Kinder an Krankheiten wie Keuchhusten und Diphtherie. Heute geht von diesen Infektionskrankheiten keine große Gefahr mehr aus. Wir verdanken das neben der Entdeckung der Antibiotika vor allem den Impfungen. Sie gehören zu den wichtigsten und wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen der Medizin.
Auch wenn viele Infektionskrankheiten (gerade dank der Impfungen) selten geworden sind - die Erreger existieren weiterhin und die Infektionen können lebensbedrohliche Folgen haben - auch heute noch. Daher ist es weiterhin wichtig, Kinder und Erwachsene gegen diese Infektionen zu schützen.
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Impf-Formen |
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Man unterscheidet zwischen der aktiven Impfung und der passiven Immunisierung. Bei einer aktiven Impfung - auch Vakzination genannt - wird der Impfstoff (Vakzine) in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger oder deren Gifte in den menschlichen Körper eingebracht. Ziel dieser Impfung ist es, das körpereigene Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anzuregen und so eine besondere Immunität gegen die entsprechende Infektionskrankheit zu bewirken. Bei einer passiven Impfung hingegen wird mit Impfserum geimpft, welches die spezifischen Antikörper (Immunglobuline) gegen den betreffenden Krankheitserreger oder dessen Gifte bereits in hoher Konzentration enthält.
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Nebenwirkungen beim Impfen |
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Nebenwirkungen von Impfungen sind in der Regel so gering, dass sie kaum wahrgenommen werden. Als sogenannte Impfreaktion werden schnell vorübergehende und nur begrenzt auftretende Reaktionen bezeichnet. Das können leichte Schmerzen, Spannungen und Schwellungen an der Injektionsstelle, Angeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen sein.
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Impfkalender für Kinder |
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Nachfolgender Impfkalender ist auf dem Stand von Juli 2008 und wurde von der Ständigen Impfkommision des Robert-Koch-Instituts herausgegeben.
| Ab 3. Lebensmonat: |
1. Impfung |
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
- Infektionen mit dem Bakterium Haemophilus Influenza Typ b
- Hepatitis B (eine virusbedingte Entzündung der Leber)
- Kinderlähmung (Poliomyelitis, Polio
- Pneumokokken
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| Ab 4. Lebensmonat: |
2. Impfung |
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
- Infektionen mit dem Bakterium Haemophilus Influenza Typ b
- Hepatitis B (eine virusbedingte Entzündung der Leber)
- Kinderlähmung (Poliomyelitis, Polio
- Pneumokokken
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Bei bestimmten Impfstoffkombinationen kann bei diesem Impftermin auf die Impfung gegen Haemophilus Influenza, Hepatitis B und Kinderlähmung verzichtet werden - Ihr Arzt wird Sie dementsprechend beraten.
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| Ab 5. Lebensmonat: |
3. Impfung |
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
- Infektionen mit dem Bakterium Haemophilus Influenza Typ b
- Hepatitis B (eine virusbedingte Entzündung der Leber)
- Kinderlähmung (Poliomyelitis, Polio)
- Pneumokokken
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| Ab 12. bis 15. Lebensmonat: |
4. Impfung |
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
- Infektionen mit dem Bakterium Haemophilus Influenza Typ b
- Hepatitis B (eine virusbedingte Entzündung der Leber)
- Kinderlähmung (Poliomyelitis, Polio)
- Pneumokokken
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Außerdem 1. Impfung |
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sowie |
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Ab 13. Lebensmonat: |
Impfung gg. |
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Diese Impfung sollte nicht gleichzeitig mit Impfstoffen gegen Pneumokokken, Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken gegeben werden - es ist also ein gesonderter Impftermin erforderlich. |
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Ab 16. bis 24. Lebensmonat: |
2. Impfung
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Bei Verwendung bestimmter Impfstoffe ist zu dieser Zeit eine zweite Impfung gegen Windpocken ratsam; Ihr Arzt wird Sie beraten.
Außerdem sollten Sie zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit Ihrem Kinderarzt kontrollieren, ob alle empfohlenen Impfungen erfolgt sind. Wenn nötig, sollten Sie fehlende Impfungen nachholen lassen. |
| Ab 6. Lebensjahr: |
Auffrischung
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- Diphtherie
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
- Keuchhusten (Pertussis)
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Die Auffrischungsimpfung sollte nicht früher als 5 Jahre nach der letzten Impfung gegen diese Krankheiten erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie wieder gemeinsam mit Ihrem Kinderarzt kontrollieren, ob alle empfohlenen Impfungen erfolgt sind. Wenn nötig, sollten Sie fehlende Impfungen nachholen lassen. |
| Zwischen 10. und 17. Lebensjahr: |
Auffrischung |
- Diphtherie
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
- Keuchhusten (Pertussis)
- Kinderlähmung
(Poliomyelitis, Polio) |
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Die Auffrischungsimpfungen sollten nicht früher als 5 Jahre nach der letzten Impfung erfolgen.
Zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kinderarzt kontrollieren, ob alle empfohlenen Impfungen erfolgt sind. Wenn nötig, sollten Sie fehlende Impfungen nachholen lassen.
Kinder und Jugendliche, die noch nicht gegen Hepatitis B geimpft sind, sollten jetzt eine aus mehren Impfungen bestehende Grundimmunisierung erhalten; lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Wenn Ihr Kind nicht gegen Windpocken geimpft wurde und auch noch keine Windpocken gehabt hat, sollte es jetzt geimpft werden. |
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Zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr (Mädchen): |
Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV). Die Impfung mit zwei Auffrischungsimpfungen sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. |
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Ab 18 bis ins Alter: |
Jeweils 10 Jahre nach der letzten vorangegangenen Impfung Auffrischungsimpfungen gegen
- Diphtherie
- Tetanus (Wundstarrkrampf)
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Ab 60: |
- Jährliche Impfung mit dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen aktuellen Impfstoff gegen die "echte" Virusgrippe.
- Impfung gegen Pneumokokken. Diese Erreger verursachen eine Form von Lungenentzündung; die Impfung schützt dagegen und sollte im Abstand von sechs Jahren aufgefrischt werden.
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Weitere Impfungen |
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Neben den vom Robert Koch-Institut für alle Bürger empfohlenen Impfungen kann es für den Einzelnen sinnvoll sein, sich noch gegen weitere Krankheiten impfen zu lassen:
- Hepatitis A
- Gelbfieber oder
- Typhus
sind zum Beispiel vor Reisen in bestimmte Länder sinnvoll. Eine Impfung gegen FSME, eine Virusinfektion des Gehirns, ist in bestimmten Gegenden innerhalb und außerhalb Deutschlands sinnvoll, in denen das Virus durch Zecken übertragen werden kann. Bei bestimmten Vorbedingungen kann auch für Erwachsene eine Impfung gegen Meningokokken oder Hepatitis B sinnvoll sein. Wer mit Tieren Umgang hat, die eventuell an Tollwut erkrankt sein könnten, sollte sich gegen diese Krankheit impfen lassen.
Falls Sie Fragen zu diesen oder weiteren Impfungen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
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