Nachwuchs: Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit
In diesem Artikel geht es darum, welche Ursachen eine Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern haben kann, und was Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch tun können.
Allgemein
Kinder bereichern das Leben und wir geben ihnen alle unsere Werte mit auf den Weg in eine Zukunft, die wir mitgestaltet haben. Der Wunsch nach eigenen Kindern wurde den Menschen in die Wiege gelegt und ist so natürlich wie die Grundbedürfnisse Essen und Trinken. Kinder lassen uns die Welt mit ganz neuen Augen sehen und wir Erwachsene entwickeln uns mit unseren Kindern weiter, übernehmen für sie Verantwortung und werden dafür mit lachenden Gesichtern und vielen Fragen belohnt. Der Wunsch, die eigenen Gene weiterzugeben und einen Menschen vom Baby zum Erwachsenen zu begleiten, ist so alt wie die Menschheit.
Doch die Natur erfüllt leider nicht allen Menschen den Wunsch nach Kindern - einige brauchen die Hilfe der Medizin, um eigene Kinder zu zeugen. Bleibt der Weg zu leiblichen Kindern auch mit moderner Hilfe verwehrt, muss der Wunsch nach Kindern nicht unerfüllt bleiben. Um ihm nachzukommen, müssen die Ursachen der Unfruchtbarkeit geklärt werden.
Unfruchtbarkeit bei Frauen
Neben psychischen Problemen führen bei Frauen oft organische Probleme zu einer Unfruchtbarkeit. Hormonelle Störungen, genetische Defekte oder Infektionen sind nur einige Ursachen, die eine erfolgreiche Schwangerschaft verhindern können. Ein Gespräch mit dem Gynäkologen ist unumgänglich, um die Ursache der Unfruchtbarkeit erkennen zu können. Oft kann eine kleine Veränderung des alltäglichen Lebens eine positive Wirkung zeigen, so sind z. B. Stress und Nikotin oft Ursache für eine Unfruchtbarkeit (auf die nicht immer hingewiesen wird). In vielen Fällen kann auch ein kleiner medizinischer Eingriff wie das Überprüfen der Durchgängigkeit der Eileiter oder eine andere Behandlung helfen und den Kinderwunsch Wirklichkeit werden lassen. Hormone, die dem Körper zugeführt werden, regulieren den Eisprung und auch ein chirurgischer Eingriff führt in vielen Fällen schnell und ungefährlich zu einem Erfolg.
Unfruchtbarkeit bei Männern
Auch bei Männern können viele verschiedene Gründe zur Unfruchtbarkeit führen. Zum einen können organische Probleme vorliegen, aber auch die Psyche spielt eine große Rolle. Bei Männern ist vor allem die Qualität des Spermas ein wichtiger Faktor, denn zu wenige Spermien oder deren Unbeweglichkeit können zur Unfruchtbarkeit führen. Auch ein verschlossener Samenleiter kann die Befruchtung verhindern und so den Kinderwunsch unerfüllt lassen. Um organische Probleme auszuschließen, ist ein Arztbesuch unumgänglich, auch wenn viele Männer diesen Besuch scheuen.
Die medizinische Diagnose ebnet den Weg für weitere Maßnahmen und die moderne Medizin kann in vielen Fällen durch kleine Eingriffe helfen. Verstopfte Samenleiter lassen sich durchgängig machen und auch für die erektile Dysfunktion (Impotenz) gibt es seit einigen Jahren wirksame Mittel. Die Themen Sex und unerfüllter Kinderwunsch sind für betroffene Männer oft schwierig, da sie sich selbst die Schuld geben und diese Schuldgefühle zum Totschweigen dieser Themen führen. Gesundheitliche Probleme sind nur in seltenen Fällen eine Frage des Lebenswandels und Alkohol oder Zigaretten führen nicht gleich zur Unfruchtbarkeit.
Unfruchtbarkeit ohne organische Befunde
Paare, die sich Kinder wünschen und bereits auf organische Probleme ohne Befund untersucht wurden, fragen sich oft, warum sich keine Schwangerschaft einstellen will. Die menschliche Psyche beeinflusst den Körper mehr als viele sich vorstellen können. Stress, unregelmäßiges Essen oder der Erfolgsdruck sind wichtige Faktoren, die eine Schwangerschaft verhindern können.
Sich nicht selbst unter Druck zu setzen ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schwangerschaft - auch wenn sich das leider leicht sagt als umzusetzen ist. Aber der menschliche Körper reagiert auf positive und negative Reize gleichermaßen und Geduld und Ruhe führen in Verbindung mit einer gesunden Lebensweise bei vielen Paaren zum ersehnten Nachwuchs. Vor allem darf das Thema Kind nicht den Alltag dominieren, da die ständige Konfrontation mit diesem sensiblen Thema bei Männern und Frauen gleichermaßen Stress auslöst. Das Genießen der Zweisamkeit und die Freude am Hobby tragen oft zum erfüllten Kinderwunsch bei.
Die künstliche Befruchtung und Hormonbehandlungen
Wenn Medikamente oder ein kleiner chirurgischer Eingriff eine natürliche Schwangerschaft nicht ermöglichen, kann der Kinderwunsch nach einem leiblichen Kind durch eine künstliche Befruchtung erfüllt werden. Die Medizin bietet verschiedene Möglichkeiten für eine künstliche Befruchtung. Einzelne Spermien können entnommen werden und auf direktem Wege in die Gebärmutter gelangen, oder zum Befruchten einer entnommenen Eizelle verwendet werden.
Durch eine Hormonbehandlung kann der weibliche Körper mehrere Eizellen gleichzeitig ausbilden, die nach der Entnahme im Reagenzglas befruchtet werden, um anschließend wieder in die Gebärmutter eingebracht zu werden. Auch unbewegliche Spermien können entweder durch Masturbation oder durch die Aufnahme aus dem Hoden gezielt im Labor in eine Eizelle injiziert werden, sodass diese befruchtet wird. Die Zunahme von Mehrlingsschwangerschaften in der westlichen Welt ist ein Resultat der künstlichen Befruchtung, denn meist werden mehrere Eizellen befruchtet um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Nisten sich dann mehrere Eier in der Gebärmutterwand ein, werden Zwillinge oder Mehrlinge geboren.
Samen- oder Eizellspende
Paare, bei denen keine eigenen Spermien oder Eizellen zur künstlichen Befruchtung entnommen werden konnten, haben die Möglichkeit, auf eine Samen- oder eine Eizellspende zurückgreifen. In Deutschland sind die Vorschriften hierzu nur ungenügend ausformuliert. Die gesetzlichen Regelungen zur Samenspende sind in Deutschland nicht eindeutig und vor allem bei Erbansprüchen kann es juristische Probleme geben. Der Samenspender bleibt gegenüber dem Wunschelternpaar anonym, doch das Kind hat das Recht, die Identität seines Erzeugers zu erfahren. Die Eizellspende ist in Deutschland verboten, deutsche Paare können jedoch in den USA, Polen, Spanien oder Belgien diese Möglichkeit nutzen.
Die Adoption als Alternative zur künstlichen Befruchtung
Nicht alle Paare können ihren Kinderwunsch mit der modernen Medizin erfüllen, doch das Gründen einer Familie ist auch mit einem Adoptivkind möglich. Ob eine Adoption in Frage kommt, beantworten sich viele Paare erst, nachdem sie alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft oder ausgeschlossen haben. In Deutschland sind die Bestimmungen dazu streng, aber nicht unüberwindbar und viele junge Frauen in Deutschland, die ungewollt schwanger werden, entscheiden sich heute gegen eine Abtreibung und für die Freigabe ihres Kindes zur Adoption. Ebenso sind Selbstbeschaffungsadoptionen in Russland oder den USA möglich, bei denen die deutschen Behörden fast unbehelligt bleiben.
Die formalen Varianten einer Adoption in Deutschland
Gesetzlich ist nur die Inkognito-Adoption vorgesehen, doch inzwischen gibt es auch die Möglichkeiten einer halboffenen oder offenen Adoption. Bei diesen beiden Varianten kann ein Kontakt zwischen den abgebenden und den aufnehmenden Eltern hergestellt werden. Bei der halboffenen Adoption ist ein Briefwechsel vom Kind zu den leiblichen Eltern über das Jungendamt möglich und auch ein persönliches Kennenlernen an einem neutralen Ort. Bei der offenen Adoption lernen die abgebenden Eltern die aufnehmenden Eltern bereits direkt nach der Geburt kennen und können den Kontakt aufrecht erhalten.
Adoption im Ausland
Adoptionen aus dem Ausland sind eine weitere Möglichkeit, um die eigenen vier Wände mit einem Kinderlachen zu erfüllen. Das Haager Minderjährigenschutzabkommen verlangt hierbei normalerweise eine Beteiligung einer in Deutschland zugelassenen Adoptionsvermittlungsstelle. Bei einer Selbstbeschaffungsadoption haben die deutschen Behörden hingegen nur wenig Handlungsspielraum, da die Kontakte zu Rechtsanwälten oder Behörden vor Ort bereits privat geknüpft worden sind und eine im Ausland vollzogene Adoption in Deutschland nur noch vom örtlichen Jugendamt anerkannt werden muss.
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