|
Verschneit ...
Verschneit liegt rings die ganze Welt, Ich hab nichts, was mich freuet, Verlassen steht ein Baum im Feld, Hat längst sein Laub verstreuet. Der Wind nur geht bei stiller Nacht und rüttelt an dem Baume, Da rührt er seine Wipfel sacht Und redet wie im Traume. Er träumt von künftger Frühlingszeit, Von Grün und Quellenrauschen. — Joseph Freiherr von Eichendorff
Leise rieselt der Schnee
Leise rieselt der Schnee; still und starr ruht der See, weihnachtlich glänzet der Wald, freue dich, Christkind kommt bald! In dem Herzen ist's warm, still schweigt Kummer und Harm, Sorge des Lebens verhallt: Freue dich, Christkind kommt bald! Bald ist heilige Nacht, Chor der Engel erwacht, hört nur, wie lieblich es schallt: Freue dich, Christkind kommt bald! — Eduard Ebel
Es schneit
Der erste Schnee, weich und dicht, Die ersten wirbelnden Flocken. Die Kinder drängen ihr Gesicht Ans Fenster und frohlocken. Da wird nun das letzte bisschen Grün Leise, leise begraben. Aber die jungen Wangen glühn, Sie wollen den Winter haben. Schlittenfahrt und Schellenklang Und Schneebälle um die Ohren! - Kinderglück, wo bist du? Lang, Lang verschneit und erfroren. Fallen die Flocken weich und dicht, Stehen wir wohl erschrocken, Aber die Kleinen begreifens nicht, Glänzen vor Glück und frohlocken. — Gustav Falke
Winterliche Welt
Im Schweigen versiegelt durch gläsern geronnenen Hauch- und niemand rühre daran. Die Wirklichkeit wird schweigend gesprochen und rührt dich an. Sieh die schlafenden Strände und schweige diese Nacht zu Ende. — Karin Bukovac
Schneeflöckchen, Weißröckchen
Schneeflöckchen, Weißröckchen, Da kommst du geschneit; Du kommst aus den Wolken, Dein Weg ist so weit. Komm, setz dich ans Fenster, Du lieblicher Stern; Malst Blumen und Blätter, Wir haben dich gern. Schneeflöckchen, du deckst Uns die Blümelein zu, Dann schlafen sie sicher In himmlischer Ruh'. — Hedwig Haberkern
Im Winter
Die Tage sind so dunkel, Die Nächte lang und kalt; Doch übet Sternenfunkel Noch über uns Gewalt. Und sehen wir es scheinen Aus weiter, weiter Fern', So denken wir, die Seinen, Der Zukunft unsres Herrn. Er war einmal erschienen In ferner sel'ger Zeit, Da waren, ihm zu dienen, Die Weisen gleich bereit. Der Lenz ist fortgezogen, Der Sommer ist entflohn: Doch fließen warme Wogen, Doch klingt ein Liebeston. Es rinnt aus Jesu Herzen, Es spricht aus Jesu Mund, Ein Quell der Lust und Schmerzen, Wie damals, noch zur Stund'. Wir wollen nach dir blicken, O Licht, das ewig brennt, Wir wollen uns beschicken Zum seligen Advent! — Max von Schenkendorf |
