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Die persönliche Kinderbibel als Taufgeschenk


Die Taufe hat ihre Wurzeln im alten Testament der Bibel und wurde seitdem nur behutsam "aktualisiert". In diesem Artikel erfährst du mehr über die historischen Hintergründe der Taufe und warum früher keine Kinder getauft wurden.

Wir stellen dir auch die Unterschiede der verschiedenen Taufformen vor - denn das Zeremoniell und die Voraussetzungen bei Katholiken, Protestanten und Baptisten unterscheiden sich. Außerdem gehen wir auf die Nottaufe ein, die jeder Mensch in Zeiten der Not empfangen und geben kann.

Die Taufe in der Bibel

Bereits im Alten Testament wird von der Taufe berichtet: der syrische Hauptmann Naaman litt unter Aussatz und seine Frau bat den Propheten Elischa, ihrem Mann zu helfen. Der Prophet tauchte Naaman daraufhin siebenmal im Wasser des Jordan unter, worauf der Hauptmann von seiner Krankheit geheilt wurde. Nach dem Alten Testament ist die Taufe also ein Akt der Reinigung und Heilung.
Die Taufe im Neuen Testament ist wesentlich bekannter: Es war Johannes der Täufer, der Jesus im Jordan taufte. Aber nicht nur Jesus wurde von Johannes getauft, auch die Apostel ließen sich auf diese Weise von ihren Sünden befreien. Die Taufe durch Johannes war ein Sündenbekenntnis und gleichzeitig der Wille zur Umkehr in ein neues, sündenfreies Leben. Nach dem Tode Jesu gab es zwei unterschiedliche Taufformen: zum einen wurde im Namen des Heiligen Geistes getauft und zum anderen im Namen des Herrn Jesus Christus. Viele Jünger Jesu ließen sich nach seinem Tod noch einmal - diesmal seinem Namen - taufen.

Die Taufe in früheren Zeiten

Einer der ersten, der nicht nur das Christentum verbreitete, sondern die Menschen auch zur Taufe aufrief, war der Apostel Paulus. Er sagte den Menschen, sie sollten umkehren und durch die Taufe einen Weg in ein neues Leben finden. Nur wer sich im Namen Jesu taufen lässt, dem werden seine Sünden vergeben und der bekommt durch das Sakrament den Heiligen Geist geschenkt.

In den frühen Jahren des Christentums ließen sich die Menschen taufen, um damit zu bekunden, dass sie an die Wiederkehr Jesu von den Toten glaubten. Das Ritual der Taufe war ein Prozess der Abwendung vom Heidentum und eine Hinwendung zum Christentum. Im Moment der Taufe ging der Täufling praktisch in den "Besitz" Jesu über und der Heilige Geist besiegelte symbolisch diesen Pakt. Die Menschen des frühen Christentums, die keinen so gefestigten Glauben an Jesus Christus hatten, betrachteten die Taufe als eine Art "Eintrittskarte" und konnten so auf einfache Art und Weise konvertieren. Das war hauptsächlich bei Sklaven der Fall, die oft zusammen mit ihrer Herrschaft getauft wurden.

Die Taufe zu Ostern

Eine besondere Rolle bei der Taufe spielt bis zum heutigen Tag die Osternacht. Noch heute werden viele Kinder in der Osternacht getauft und das hat seine Gründe: die Taufe in der Osternacht ist ein Symbol für den Tod und die Auferstehung Christi.

Denn durch seinen Tod hat Jesus nach dem christlichen Glauben die Welt von den Sünden befreit und seine Auferstehung ist die Hoffnung auf das ewige Leben. Altes und Neues, Tod und Auferstehung in der Osternacht sind auch die Symbole für die Taufe.

Die Taufe von Kindern

Im Neuen Testament ist nicht von Kindstaufen die Rede, sondern lediglich erwachsene Menschen werden getauft. Das ist nachvollziehbar, denn nach dem Glauben im frühen Christentum ist die Taufe ja eine Abkehr von den Sünden und eine Erneuerung des Lebens. Ein Kind hat noch nicht gesündigt und kann aus diesem Grund auch keine Buße durch die Taufe erfahren. Erst als die Taufe einen anderen Sinn, nämlich den Eintritt in die christliche Glaubensgemeinschaft bekam, hat man damit begonnen, auch Kinder zu taufen.

Für neugeborene Kinder gab es in früheren Zeiten allenfalls die so genannte Nottaufe. Viele Kinder verstarben früher unmittelbar nach der Geburt und man wollte durch die Taufe verhindern, dass diese Kinder als Heiden keinen Zutritt zum himmlischen Paradies hatten.

Erst 200 Jahre nach dem Tod Christi wurden auch Kinder getauft, aber noch heute sehen einige christliche Glaubensgemeinschaften nur die Taufe von erwachsenen Menschen als die wirkliche Taufe an.

Die verschiedenen Taufarten

Obwohl die eigentliche Taufe immer die gleiche Bedeutung hat, gibt es doch ganz unterschiedliche Arten der Taufe.

Die Kindertaufe in der protestantischen Kirche

Große Teile der Christen praktizieren die Taufe von Kindern. In der protestantischen Kirche stehen die Eltern und Paten stellvertretend für den Täufling und versprechen in der Taufzeremonie das Kind christlich zu erziehen und geben dem Täufling auch stellvertretend seinen Namen. Erst mit der Taufe wird das Kind in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Beim Taufakt besprengt der Pfarrer den Kopf oder die Stirn des Täuflings mit geweihtem Wasser. Bei der Konfirmation muss der Täufling sein Bekenntnis zu Christus dann noch einmal ablegen, diesmal als erwachsener Mensch.

Die Kindertaufe in der katholischen Kirche

Die römisch-katholische Kirche setzt hingegen einen christlichen Glauben voraus, wenn ein Kind getauft wird. Während der Taufzeremonie werden die Eltern und Paten nach ihrem Glauben befragt und größere Kinder, die getauft werden, müssen sich vor der eigentlichen Taufe öffentlich vor der Gemeinde zum römisch-katholischen Glauben bekennen. Getauft wird zwar auch im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, aber zusätzlich noch im Namen der Kirche. Wer im katholischen Glauben getauft worden ist, der muss als Erwachsener sein Glaubensbekenntnis auch nicht wiederholen. Der Täufling kann bei seiner Firmung ein erneutes Glaubensbekenntnis ablegen, er muss aber nicht. Wer es tun will, der wird im Anschluss an das Glaubensbekenntnis gefirmt und erhält dann das Sakrament der Eucharistie. Auch die römisch-katholische Kirche tauft, indem der Priester die Stirn oder den Kopf des Täuflings mit Wasser besprengt.

Die Taufe der Baptisten

Die Glaubensgemeinschaft der Baptisten praktiziert die Taufe nur bei Erwachsenen. Diese Taufe, die auch die Gläubigentaufe genannt wird, folgt keiner festen Liturgie und findet entweder im Freien oder im Gemeindehaus statt. Vor der eigentlichen Taufe bekennt sich der Täufling selbst zu Jesus Christus oder legt das Glaubensbekenntnis ab. Dann folgt die Taufe entweder im Taufbecken oder auch in einem Gewässer. Dort wartet der Gemeindeälteste oder auch ein Pastor auf den Täufling, den er mit einem einmaligen kompletten Untertauchen tauft. Nach der Taufe segnet er den Täufling durch Handauflegen und spricht die Taufformel im Namen des dreifaltigen Gottes oder auch im Namen Jesu. Unmittelbar nach der Taufe empfängt der Täufling das erste Abendmahl.

Eine ähnliche Taufzeremonie praktizieren auch die Mennoniten, die orthodoxe Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, die freie evangelische Gemeinde und auch die Zeugen Jehovas. Eine Ausnahme bildet die anglikanische Kirche, die Staatskirche von England. Hier werden die Täuflinge mit Wasser übergossen.

Die Nottaufe

Nottaufen sind Taufen, die bei Menschen vollzogen werden, die kurz vor dem Sterben sind - z. B. während der Flucht vor Kriegen oder Katastropen oder bei schweren Krankheiten. Es handelt sich also um eine Taufe in Notfällen und diese Nottaufe muss nicht von einem Geistlichen vorgenommen werden - jeder Christ kann im Notfall einen anderen Menschen taufen. Es sind auch keinerlei umfangreichen Rituale oder gar Formalitäten nötig, gut ist es allerdings, wenn ein oder zwei Zeugen der Taufe beiwohnen.

Durchführung einer Nottaufe

Der Taufspender spricht das Glaubensbekenntnis - ist dafür keine Zeit mehr vorhanden, kann auch darauf verzichtet werden:
    Ich glaube an Gott den Vater,
    den Allmächtigen,
    den Schöpfer des Himmels und der Erde.
    Und an Jesus Christus,
    seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn,
    empfangen durch den Heiligen Geist,
    geboren von der Jungfrau Maria,
    gelitten unter Pontius Pilatus,
    gekreuzigt, gestorben und begraben,
    hinabgestiegen in das Reich des Todes,
    am dritten Tage auferstanden von den Toten,
    aufgefahren in den Himmel;
    er sitzt zur Rechten Gottes,
    des allmächtigen Vaters;
    von dort wird er kommen,
    zu richten die Lebenden und die Toten.
    Ich glaube an den Heiligen Geist,
    eine heilige allgemeine christliche Kirche,
    die Gemeinschaft der Heiligen,
    Vergebung der Sünden,
    Auferstehung des Toten
    und das ewiges Leben.
Dann gießt der Taufende dreimal Wasser (das nicht geweiht sein muss) über den Kopf des Täuflings und spricht dazu die folgenden Worte (Trinitarische Formel):

"Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes"

Der Täufling ist nun getauft, abschliessend wird noch das Vaterunser gesprochen. Wenn genug Zeit vorhanden ist, kann auch ein kleiner Gottestdienst abgehalten werden.

Die Taufe muss beim zuständigen Pfarramt gemeldet werden. Dort wird der Vollzug der Taufe geprüft und die Nottaufe dann in das Taufregister eingetragen.

Der Nottaufe verdanken wir übrigens die heutige Form der Taufe. In den ersten Dekaden des Christentums wurden die Täuflinge komplett in das Wasser eingetaucht. Das war natürlich bei Kranken und auch Kindern nicht möglich. Also ging man dazu über, nur den Kopf mit etwas Wasser zu besprengen und dabei die Taufformel zu sprechen.

Hinweis: Einige reformierte Kirchen lehnen die Nottaufe ab, weil nach ihrer Lehre eine Taufe nicht notwendig dafür ist, das Kinder in das Himmelreich Gottes auffahren können. Die katholische Kirche glaubt allerdings an das Prinzip der Erbsünde, eine Taufe ist demzufolge zwingend notwendig, damit eine Seele in den Himmel kommen kann. Aus diesem Grund sind z. B. katholische Hebammen verpflichtet, eine Nottaufe bei Neugeborenen oder sogar totgeborenen Kindern vorzunehmen.

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