Risikofaktoren für das ungeborene Kind während der Schwangerschaft

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Während einer Schwangerschaft können bei berechtigten Bedenken bestimmte Tests und Screenings durchgeführt werden, die bei eventuellen Komplikationen Aufschluss bieten.

Was ist die Pränataldiagnostik?

Der Begriff Pränataldiagnostik umfasst alle Untersuchungen, die das ungeborene Kind sowie die werdende Mutter betreffen. Als Schwangere bist Du ohnehin in regelmäßiger Betreuung durch Deine Gynäkologin oder Hebamme. Eine spezielle Diagnostik geht jedoch einen Schritt weiter und nimmt den Schwangerschaftsverlauf genauer unter die Lupe. Deshalb erfolgen auch bei einer Pränataldiagnostik weiterführende Untersuchungen, um zu sehen, ob die Entwicklung des Kindes gut verläuft oder ob es Auffälligkeiten gibt, erklärt uns die Praxis für Gynäkologie und Pränataldiagnostik Fera in Berlin.

Welche Untersuchungen werden vorgenommen?

Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf werden bei den regelmäßigen Kontrollterminen der Blutdruck gemessen, das Gewicht festgehalten sowie die Herztöne des Kindes überwacht. Hinzu kommen Ultraschall-Untersuchungen, um mögliche Fehlbildungen auszuschließen und das Geschlecht zu bestimmen. Sind Erkrankungen in der Familiengeschichte bekannt, wird der Arzt Deine Schwangerschaft besonders genau überwachen und im Rahmen der Pränataldiagnostik zusätzliche Untersuchungen befürworten. Es ist wichtig zu wissen, dass diese zusätzlichen Untersuchungen für Dich nicht verpflichtend sind. Du kannst zustimmen, musst es aber nicht.

Beispielsweise erhalten Schwangere über 35 Jahren die Möglichkeit, das Fruchtwasser untersuchen zu lassen, um Erbkrankheiten wie das Down-Syndrom auszuschließen, sofern die Messung der Nackendichte Auffälligkeiten zeigt. Liegen abweichende Befunde bei der Gewichtszunahme oder Herztonmessung vor, wird der Arzt im Rahmen der Feindiagnostik mehr Ultraschall-Untersuchungen mit hochauflösenden Geräten als üblich vornehmen wollen. Auf diese Weise können Fehlbildungen von Organen und Gliedmaßen frühzeitig erkannt werden.

In welchen Fällen lohnt sich die Pränataldiagnostik?

Wenn Du als werdende Mutter unter Diabetes leidest, allergiebedingt Medikamente einnimmst oder an einer Schwangerschaftsvergiftung leidest, möchtest Du wissen, ob das Kind in Deinem Bauch trotzdem gesund ist. Bekommt es alles, was es braucht? Schaden ihm Medikamente oder verhält es sich auffällig? Mögliche Erkrankungen lassen sich durch die Pränataldiagnostik aufspüren und teilweise sogar vorgeburtlich behandeln. Sogenannte fetal-chirurgische Eingriffe können dem Kind oftmals bei Fehlentwicklungen helfen, während es weiterhin in der Gebärmutter verbleibt und bis zur Geburt ausreifen kann.

Die Feindiagnostik ist mittlerweile in der Lage, genetische Muskelerkrankungen oder Mukoviszidose zu erkennen. In diesen Fällen und auch bei Fehlbildungen aller Art ist eine frühzeitige Diagnostik lebenswichtig, da die Geburt auf andere Weise begleitet werden sollte und die Kinder nach der Entbindung überwacht und behandelt werden müssen. Mit einer entsprechenden Pränataldiagnostik sind Arzt und Eltern vorbereitet und können dem Neugeborenen den Start ins Leben erleichtern.

Entscheidung über Abbruch der Schwangerschaft

Kommt es während der Schwangerschaft zu Entwicklungsstörungen, mit denen das Leben des Kindes später physisch und psychisch stark beeinträchtigt wäre, darfst Du entscheiden, ob die Schwangerschaft beendet werden soll. Dieser Eingriff ist nur innerhalb des ersten Trimesters gestattet, deshalb findet Pränataldiagnostik schon ab der 11. Schwangerschaftswoche statt. Gegner der Abtreibung, die dafür plädieren, dass jedes Leben schützenswert ist, raten häufig von Pränatal- und Feindiagnostik in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft ab. Sie vertreten die Ansicht, dass Leben und seine Formen nicht ausgesucht werden sollten. Alle Kinder sollen das Licht der Welt erblicken dürfen, unabhängig von körperlichen oder geistigen Behinderungen. Demgegenüber steht die Ansicht, dass Eltern selbst bestimmen müssen, ob sie diese Herausforderung annehmen wollen und sich zutrauen, die Kraft, das Engagement und vor allem die Zeit für ein Kind aufzubringen, das in seinen Fähigkeiten eingeschränkt ist.

Invasive Untersuchungen

Neben den nicht-invasiven Untersuchungen (kein Eingriff an Mutter und Kind) wie Ultraschall-Untersuchungen, Ersttrimesterscreening und nicht-invasive Pränataltests, lassen sich mit Zustimmung der werdenden Mutter Tests und Untersuchungen durchführen, die mit einem Eingriff bei Mutter und/oder Kind einhergehen. Zu ihnen gehören eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), Mutterkuchenpunktion (Chorionzottenbiopsie) sowie die Nabelschnurpunktion. Die Auswertungen geben einen Überblick über den Gesundheitszustand des Kindes, Erbkrankheiten und ihre Auswirkungen und lassen Rückschlüsse auf eine mögliche Mangelversorgung zu.

Fazit

Obwohl präventive Feindiagnostik kontrovers diskutiert wird, ist sie in vielen Fällen hilfreich. Wenn Du als werdende Mutter Angst vor möglichen Fehlbildungen Deines Kindes hast und diese Sorgen einen berechtigten Ursprung haben, wird eine Feindiagnostik Aufschluss bringen. In diesem Fall geht es Dir mit der Wahrheit besser, egal wie diese aussieht. Zehn Monate Ungewissheit können Ängste hervorrufen, die das gesamte Hormonsystem durcheinanderbringen, sowie Stress hervorrufen, der sich auf das Ungeborene auswirkt.

Die Aussage, dass Schwangere mit über 35 zu einer Risikogruppe gehören, ruft ebenfalls Unsicherheiten hervor. Auch in diesem Fall sorgt ein Screening oder ein Test für Klarheit, sodass die restliche Schwangerschaft harmonisch und psychisch entspannt verlaufen kann. Du solltest auf Dein Bauchgefühl hören und in Anspruch nehmen, was Dich beruhigt. Natürlich sind Tests für den mütterlichen Körper und das Kind ein gewisser Stressfaktor und sollten nicht übertrieben werden. Wenn Du Dich jedoch wegen möglicher Erkrankungen sorgst, sind Pränatal- und Feindiagnostik in gerechtfertigtem Umfang das Mittel der Wahl für eine positive Schwangerschaft und die ersten gemeinsamen Schritte ins Leben.

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