Die verschiedenen Sparmethoden

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Ob Sparbuch, Tagesgeld oder eine andere Lösung - jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die wir hier näher beleuchten.

Aktuelle Trends bei den Sparmethoden

Wer schon gleich nach der Geburt damit beginnt, regelmäßig etwas Geld zur Seite zu legen, der kann bis zum 18. Lebensjahr des Kindes einen ganz beträchtlichen Betrag ansparen. So ist zum richtigen Zeitpunkt ausreichend Geld für den Führerschein und das erste eigene Auto oder eine Weiterbildung oder Studium vorhanden.

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen stellt sich dabei jedoch zwangsläufig die Frage, welche Form der Geldanlage sich für die Vorsorge eignet - die gleichzeitig aber ausreichende Sicherheit bietet, um finanzielle Zukunft des Kindes stabil abzusichern.

Wer aktuell Geld anlegen möchte, sieht sich fast überall mit recht niedrigen Zinsen konfrontiert. Die Ursache dafür ist der aktuell sehr niedrige Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Juli 2012 wurde dieser Leitzinsen von 1,00% auf 0,75% abgesenkt - so niedrig war der Leitzins seit der Einführung des Euros noch nie!

Durch die Senkung des Leitzins können sich Banken sehr billig Geld direkt bei der EZB leihen - und sind damit nicht auf deine Ersparnisse angewiesen. Daher bekommst du wohl auch in der nächsten Zeit noch so wenig Gegenleistung (=Zins) von den Banken. Solange sich die konjunkturelle Situation nicht verbessern, gibt es daher kaum Hoffnung auf steigende Zinsene und damit auch auf höhere Rendite (=Gewinn) für Zinseinlagen wie Festgeld, Tagesgeld oder Sparbücher.

Sparbuch kontra Tagesgeld und Festgeld

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der comdirect Bank aus dem Jahr 2011 ist das Sparbuch nach wie vor die beliebteste Anlageform der Deutschen. Im Rahmen der Umfrage gaben 57% aller Befragten an, ein Sparbuch zu nutzen. Das Tagesgeld erreichte im Gegenzug lediglich eine Nutzungsquote von 39%, das Festgeldkonto wurde von 16% aller Umfrage-Teilnehmer als bevorzugte Anlageform genannt.

Sicherheit

Sowohl das Sparbuch als auch das Tagesgeldkonto und die Festgeldanlage sind sehr sicher. Alle drei Anlageformen unterliegen nämlich einer innerhalb der EU vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherung, die Kapital und Zinseinlagen jedes Anlegers bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde absichert. In Deutschland gibt es zudem zusätzliche freiwillige Einlagensicherungssysteme, die häufig eine Absicherung in Millionenhöhe garantieren. Da jedoch nicht jede Bank eine solche freiwillige Zusatzabsicherung bietet, sollte man gerade bei größeren Anlagesummen genauer hinschauen, um sicherzustellen, dass das angelegte Kapital ausreichend abgesichert ist. Da beim Sparen für das eigene Kind jedoch in der Regel kleinere Beträge angespart werden, die die Grenze von 100.000 Euro nicht übersteigen, reicht die gesetzliche Einlagensicherung als Schutz meist aus.

Rendite

In Bezug auf die Rendite liegt das Festgeld ganz klar an der Spitze, denn hier können auch in Niedrigzinsphasen Renditen von 4,00% p.a. und mehr erreicht werden. Für das Sparbuch reicht es im direkten Vergleich hingegen nur für den letzten Platz, da häufig lediglich Zinssätze von 1,00% und weniger pro Jahr erzielt werden können. Das Tagesgeld bietet zwar deutlich höhere Zinsen als das Sparbuch, liegt jedoch im Regelfall unterhalb der Rendite, die beim Festgeld möglich ist, und bewegt sich damit im Mittelfeld des Vergleichs der drei Anlageformen.

Flexibilität

In puncto Flexibilität stehen vor allem Sparbuch und Tagesgeldkonto im Fokus. Während von einem Sparbuch jedoch monatlich lediglich ein bestimmter Höchstbetrag, der meist bei rund 2.000 Euro liegt, abgehoben werden kann und grundsätzlich eine Kündigungsfrist von 3 Monaten besteht, bietet das Tagesgeldkonto absolute Freiheit, da jederzeit beliebig viel Geld abgehoben werden kann und im Falle einer Kündigung keinerlei Fristen eingehalten werden müssen. Bei einem Festgeldkonto sind hingegen alle Parameter bereits zu Beginn festgelegt und es besteht während der gesamten vereinbarten Laufzeit kein Zugriff auf das anlegte Kapital.

Vor- und Nachteile im Überblick

Hier nochmal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Sparmethoden in Stichworten:

Das Sparbuch

Monatlicher Zugriff auf bis zu 2.000 Euro
Kündigung nach einer Frist von 3 Monaten möglich
Sehr sicher

Sehr niedrige Rendite
Wenig flexibel

Das Tagesgeld

Sehr flexibel
Keine Kündigungsfristen
Ansehnliche Rendite
Sehr sicher

Niedrigere Zinssätze als beim Festgeld

Das Festgeld

Hohe Rendite möglich
Sehr sicher

Keine Kündigungsmöglichkeit während der Laufzeit
Sehr unflexibel da kein Zugriff auf das Geld

Sicherheit der Geldanlage

Für eine optimale und planbare Vorsorge, sollte man bei einer Geldanlage für das Kind auf möglichst sichere Geldanlage wie Tagesgeld und Festgeld setzen. Diese unterliegen als Zinseinlagen der gesetzlichen Einlagensicherung und sind damit in jedem Fall bis zu einer Höhe 100.000 Euro abgesichert. Noch größere Sicherheit bieten Anlagen bei Banken, die Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. sind und Kundeneinlagen damit in Höhe von aktuell 30% des haftenden Eigenkapitals der Bank absichern, was meist einer Einlagensicherung in Millionenhöhe entspricht. Bei den Sparkassen greift alternativ die sogenannte Institutssicherung, die Insolvenzen durch gegenseitige Hilfe verhindert soll und eine hundertprozentige Absicherung garantiert.

Riskante Sparmethoden

Wer Geld für seine Kinder anlegen möchte, um entsprechend für die Zukunft der Kleinen vorzusorgen, sollte insgesamt auf möglichst risikoarme und damit sichere Geldanlagen setzen. Zinseinlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder auch Sparbücher bieten durch die erwähnte Einlagensicherung ein hohes Maß an Sicherheit.

Viele andere Geldanlagemöglichkeiten sind hingegen kaum abgesichert. Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften bringen nach der gesetzlichen Einlagensicherung einen Schutz von bis zu 90%, maximal jedoch bis zu einem Gegenwert von 20.000 Euro, mit sich. Davon unberührt bleibt das mit einer solchen Anlage verbundene Kursrisiko, so dass Kurssenkungen oder starke Schwankungen bei Aktien schnell zu Verlusten führen können. Wer Bundesanleihen für seine Kinder kaufen möchte, muss dabei auf die Bonität der Bundesrepublik Deutschland vertrauen. Diese gilt allerdings nach wie vor als so gut, dass hierbei ebenfalls kein großes Sicherheitsrisiko besteht.

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