Natürlich schwanger werden

Foto:  Kinderwunsch vs. Unfruchtbarkeit: Natürlich schwanger werden
Wie du den richtigen Zeitpunkt in deinem Zyklus für eine natürliche Empfängnis bestimmen kannst erklärt dieser Artikel.

Natürliche Empfängnis

In den meisten Fällen brauchen Paare keine medizinische Unterstützung, um schwanger werden zu können. Aber es gibt viele Gründe, die gegen eine Schwangerschaft sprechen könnten - wie z. B. die Sorge um den Arbeitsplatz, die zu kleine Wohnung, der "falsche" Partner und einiges mehr - und so wird noch ein wenig gewartet mit der Schwangerschaft, bis der "richtige" Zeitpunkt gekommen ist. Aber: dieser Zeitpunkt wird nie kommen, denn es wird immer Gründe geben, die mehr oder weniger gewichtig gegen ein Kind sprechen. Was man dabei nicht vergessen darf: je älter man wird, desto schwieriger wird es, schwanger zu werden!

Hat man sich für ein Kind entschieden, besteht der erste Schritt meist darin, das Verhütungsmittel (Pille, Kondom) abzusetzen und der Natur ihren Lauf zu lassen.

Geduld

Beim Absetzen der Pille kann es dann aber durchaus noch einige Monate dauern, bis der Hormonhaushalt im Körper einer Frau sich wieder so eingespielt hat, das eine Schwangerschaft möglich ist. Jede Menstruation kann für die Frau und den Partner eine kleine Katastrophe bedeuten: schon wieder nicht schwanger! Jetzt darf man sich aber dem Druck nicht beugen und den Streß an sich ranlassen - denn umso unwahrscheinlicher wird eine Schwangerschaft im nächsten Zyklus. Also am besten in Geduld wappnen und alles einfach auf sich zukommen lassen - auch wenn das leicht gesagt ist, ist das doch der beste Tipp für Paare, die schwanger werden wollen.

Den richtigen Zeitpunkt finden

Eine Frau ist nur an 2-3 Tagen in ihrem Zyklus fruchtbar. Zwar können sich Spermien einige Tage im Körper einer Frau aufhalten, aber der Sex genau in der fruchtbaren Phase ist immer noch die sicherste Methode, um natürlich schwanger zu werden.

Um den richtigen Zeitpunkt herauszufinden, gibt es einige kleine Hilfen:
  • Zyklus errechnen
    Eine Frau ist kurz vor und kurz nach ihrem Eisprung fruchtbar. Der Eisprung vollzieht sich in der Mitte des Zyklus, also 14 Tage nach Beginn der Menstruation.

  • Den eigenen Körper beobachten
    Hat man ein gutes Verhältnis zu seinem Körper und kann man auch auf kleine Zeichen und Veränderungen bemerken, kann man auf den sogenannten Mittelschmerz in der Leistengegend achten. Dieses schwache Ziehen geht einher mit dem Eisprung und kann die jetzt vorhandene Fruchtbarkeit anzeigen. Allerdings ist in unserer hektischen Welt kaum noch Zeit und Ruhe, auch mal in seinen Körper hineinzuhören, so das die Methode nicht für jeden zu empfehlen ist.

  • Beobachten des Zervixschleimes
    Der Zervixschleim ist eine schützende Substanz vor dem Gebärmuttermund und wird von Drüsen im Gebärmutterhals erzeugt. Der Schleim legt sich als Barriere vor die Gebärmutter, um das Eindringen von Bakterien aus der Scheide zu verhindern. Im Laufe eines monatlichen Zyklus verändert sich die Konsistenz des Zervixschleimes und kann damit Rückschlüsse über den aktuellen Zyklusstand liefern.

    Zu Beginn der Zyklus ist die Scheide eher trocken, es ist kaum Zervixschleim zu finden. Im Laufe der ersten Hälfte des monatlichen Zyklus ist der Schleim dann zuerst eher weißlich (oder gelblich trüb), dicklich und klebrig. Der Grund für diese Veränderung liegt am gesteigerten Salzgehalt im Körper, hervorgerufen durch Hormone (übrigens wird auch der Speichel einer Frau in dieser Zeit salziger). Je näher das Datum des Eisprungs kommt, desto glasiger wird der Zervixschleim. Zum Zeitpunkt des Eisprungs sieht der Schleim aus wie rohes Eiklar und lässt sich in langen Fäden ziehen. Nach dem Eisprung wird er Schleim wieder dicklicher und löst sich dann, bis zum nächsten Zyklus, auf.

    Zum Beobachten des Zervixschleimes reicht es bei den meisten Frauen aus, direkt am Scheidenausgang zu fühlen - in den meisten Fällen ist der Zervixschleim schon hier zu finden. Ist dies nicht der Fall, muss der Schleim aus der Vagina genommen werden. Taste dazu in der Vagina nach dem Muttermund, die Stelle fühlt sich - grob gesagt - wie eine Nasenspitze an. Hast du eine Schleimprobe, drücke Zeigefinger und Daumen aneinander und bewege sie dann auseinander. Zieht der Schleim mehrere Zentimer lange Fäden, steht der Eisprung unmittelbar bevor bzw. ist gerade passiert.

    Bitte beachte, das sich der Zervixschleim - wie überhaupt der weibliche Zyklus - bei jeder Frau anders entwickelt. Ein genaues Verständnis deines Körpers und regelmässige Beobachtungen sind sehr wichtig, um den richtig Zeitpunkt der Befruchtung herauszufinden. Schon ein Samenerguss kann die Konsistenz des Zervixschleims für mehrere Stunden verändern - von Vaginalzäpfchen oder anderen Medikamenten ganz zu schweigen. Auch der sogenannte Erregungsschleim - der von anderen Drüsen produziert wird, wenn eine Frau sexuell stimuliert ist - wird oft mit dem Zervixschleim verwechselt da auch er klar ist und Fäden zieht. Hier hilft ein einfacher Test weiter: Erregungsschleim löst sich in einem Glas Wasser auf, Zervixschleim dagegen nicht.

  • Die Basaltemperaturmessung
    Bei der Basaltemperaturmessung muss jeden Morgen zur gleichen Zeit an immer derselben Stelle die Temperatur gemessen werden - z. B. vor dem Zähneputzen in der Mundhöhle. Zum Zeitpunkt des Eisprungs steigt hormonbedingt die Körpertemperatur leicht an (mindestens um 0,2°C) und zeigt die bevorstehende Fruchtbarkeit an. Hast du einen festen Tagesrhythmus, kann diese Methode hilfreich sein. Notiere dazu jeden Tag die gemessene Temperatur in deinen Kalender (gibts für den Zweck auch speziell in Apotheken). Bleibt die Temperatur auch nach dem Eisprung erhöht, ist das ein Indiz für eine erfolgreiche Befruchtung!

    Allerdings muss man dazusagen, das diese Methode recht ungenau ist - Schwankungen in der Temperatur können auch durch Schlafstörungen, Streß, Reisen und ähnliches beeinflußt werden. Darum gilt auch hier: ein genaues Verständnis für den eigenen Körper ist sehr wichtig!

  • Verhütungscomputer
    Mittlerweile sind in Apotheken und Drogerien sogenannte Verhütungscomputer erhältlich. Diese kleinen Computer messen die Temperaturschwankungen, den Zervixschleim und/oder die Hormonkonzentration im Blut und melden es, wenn die Frau ihre fruchtbaren Tage erreicht. An sich sind diese Computer zur Verhütung gedacht, aber man kann sie natürlich auch für das Gegenteil benutzen und so herausfinden, wann man für eine Zeugung empfänglich ist.

    Der Nachteil der Minicomputer ist, das sie je nach Modell bis zu einem halben Jahr benötigen, bis sie den Zyklus einer Frau richtig einschätzen können.

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