Ausstreichen/Lagerung von Muttermilch

Bild:  Das Stillen: Ausstreichen/Lagerung von Muttermilch
Die Muttermilch kann problemlos abgepumpt, längere Zeit gelagert und wieder aufgewärmt werden - wenn man einige Dinge beachtet.

Abpumpen von Muttermilch

  • Warum Abpumpen?
    Wenn sich das Stillen eingespielt hat, kannst du ruhig mal wieder ohne Kind aus dem Haus gehen - du musst dich ja auch um dich kümmern :) Auch außer Haus arbeiten ist in manchen Fällen notwendig. Und bist du länger weg als zwei Stillzeiten, kannst du vorher Milch für dein Baby abpumpen. Diese kann dann vom Vater oder dem Babysitter verabreicht werden.

  • Wann Abpumpen?
    Das Abpumpen kannst du zeitlich so legen, wie es dir selbst am besten passt. Du kannst entweder zwischen den Stillzeiten deines Babys oder gleich im Anschluss daran (wenn nicht beide Brüste leer getrunken wurden) abpumpen. Am besten pumpst du Milch mehrmals am Tag ab und jeweils nur 20 bis 30 ml! So sorgst du dafür, das die Milchproduktion der Brüste ausgewogen bleibt.

  • Wie Abpumpen?
    Zu Anfang wird das Abpumpen vermutlich ein wenig gewöhnungsbedürftig für dich sein. Doch mit Geduld und vor allem Ruhe (wie bei allem, was mit Stillen zu tun hat) wird auch das Abpumpen recht schnell problemlos werden. Es gibt zwei verschiedene Pumparten: elektrische Pumpen und Handpumpen. Die modernen elektrischen Milchpumpen sind so konstruiert, dass sie den natürlichen Trinkvorgang des Babys nachahmen und deiner Brust damit das Gefühl geben, das ein Baby an ihnen nuckelt. Am effektivsten sind elektrische Kolbenpumpen, bei denen Saugstärke und Pumpintervalle selbst einstellbar sind. Für das gelegentliche Abpumpen (wenn du nur kurz außer Haus bist) reicht eine gute Handpumpe durchaus aus.

    Bitte beachte, das Hygiene hier sehr wichtig ist! Alle Teile der Pumpe, die mit Milch in Berührung kommen und natürlich das Fläschchen samt Sauger müssen nach Gebrauch gründlich abgespült und ausgekocht oder im Vaporisator sterilisiert werden. Bei Babys ab sechs Monaten genügt es, wenn du die Teile der Pumpe und das Fläschchen heiß abgespülen und anschliessend in die Spülmaschine geben.

  • Wie die abgepumpte Milch füttern?
    Die abgepumpte Milch kann dem Baby aus dem Fläschchen oder (um eine Saugverwirrung zu vermeiden), vom Löffel, mit einer Pipette oder auch aus einem kleinen Becher gegeben werden. Die Saugverwirrung bei Fläschchengabe kann dadurch entstehen, das der Saugvorgang aus einem Fläschchen ganz anders ist als das Saugen an Mamas Brust. Das Baby könnte sich an das Fläschchen so sehr gewöhnen, das es die Brust sogar verschmäht. Aus diesem Grund empfehlen Stillberaterinnen und Hebammen, das Baby anders zu füttern. Wird das Baby per Löffel oder Becher gefüttert, muss das Kind die Milch wie eine Katze mit der Zunge aufschlecken. Halte den Becher oder den Löffel daher an die Unterlippe des Babys, so dass die Milch die Lippen berührt. Übrigens: Ist die Mama ausser Sichtweite, wird das Baby die alternative Fütterung eher akzeptieren!

Ausstreichen von Muttermilch

Manche Frauen empfinden den Pumpvorgang als unangenehm und streichen die Milch lieber aus ihrer Brust heraus. Von der La Lech Liga wird dazu folgende Vorgehensweise empfohlen:
  1. Forme mit Daumen und Zeige- und Mittelfinger ein C

  2. Lege Daumen und Zeigefinger je zweieinhalb bis drei Zentimeter hinter die Brustwarze auf die Brust.

  3. Hebe die Brust nun leicht an und drücke Finger und Daumen waagerecht Richtung Brustkorb. Nun Daumen und Finger so nach vorne abrollen, als ob du Abdrücke von Daumen- und Fingern machen wolltest. Indem du diese Bewegungen fortlaufend wiederholst, entleerst du sanft die Brust.

  4. Du erreichst alle Milchkammern, indem du mit deinen Fingern rundum wanderst. Das klappt am besten, wenn du an jeder Brust beide Hände einsetzt.

  5. Die ausgestrichene Milch fängst du in einem sauberen, ausgespülten Gefäß auf und lagerst sie kühl.

Wenn du die Brüste beim Abstreichen zwischendurch kurz schüttelst und sanft massierst, stimulierst du den Milchflussreflex am besten!
Wenn du Milch für eine ganze Mahlzeit ausstreichen willst, empfiehlt dir die La Leche Liga folgenden Rhythmus: Die Brüste massieren, streicheln und sanft schütteln. Dann jeweils 5 bis 7 Minuten ausstreichen. Nach der zweiten Massagepause jede Brust nur noch 3 bis 5 Minuten ausstreichen und nach der dritten Pause nur noch 2 bis 3 Minuten lang ausstreichen. Falls du regelmäßig Milch ausstreichst, wirst auch bald deinen eigenen Rhythmus finden.

Muttermilch frisch halten und richtig erwärmen

Wann immer du Milch für eine spätere Mahlzeit lagern möchtest: Achte auf keimfreie Behälter! Am besten gelingt das mit einem Vaporisator (Sterilisator) oder mittels Auskochen.
  • Im Kühlschrank lagern
    Im Kühlschrank aufbewahrte Muttermilch hält bei max. 4°C bis zu acht Tage lang! Du kannst zur Aufbewahrung die normalen Fläschchen verwenden.

  • Muttermilch einfrieren
    Im einfachen Tiefkühlfach (3 Sterne) hält Muttermilch bis zu zwei Wochen. In einem Tiefkühlabteil (4 Sterne) kann die Milch sogar bis zu 3-4 Monate ohne Probleme frisch gehalten werden. Zur Lagerung verwendest du am besten Kunststoff-Fläschchen oder Muttermilch-Gefrierbeutel (erhältlich in der Apotheke).
Egal ob du deine Milch im Kühlschrank lagerst oder einfrierst - eine schonende Erwärmung ist sehr wichtig, damit die Nährstoffe in der Milch erhalten bleiben. Verwende daher keine Mikrowelle für das Aufwärmen von Muttermilch! Diese erhitzt die Milch übrigens auch sehr ungleichmässig, was Verbrennungen bei deinem Baby hervorrufen kann. Ausserdem zerstört die Mikrowelle viele gesunde Bestandteile der Milch. Gefrorene Milch taust du am besten im Kühlschrank auf, was ca. 24 Stunden dauern kann.

Bringe die Milch auf Trinktemperatur, indem du das Fläschchen im Flaschenwärmer oder im Wasserbad langsam erhitzt. Die Trinktemperatur musst du unbedingt vor der Fütterung überprüfen, indem du einige Tropfen der Milch auf die Innenseite deiner Handgelenke gibst - die Tropfen dürfen dir weder warm noch kalt vorkommen, dann hat die Milch die richtige Temperatur.

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