Die Uhr lesen lernen

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Uhrenlesen ist wie Fahrrad fahren: hat man es einmal gelernt, dann vergisst man es so schnell nicht wieder.

Das Uhrenlesen lernen

Jeder, der schon einmal eine Fremdsprache als Erwachsener gelernt hat, weiß, wie kompliziert es sein kann, die Uhrzeit in einer anderen Sprache zu lernen. Und das, obwohl man die Uhrzeiten bereits analog und digital beherrscht. Deswegen solltest du das Thema Uhrzeit mit deinem Kind entspannt und gemütlich angehen. Ab dem siebten Lebensjahr bekommen Kinder ein Gefühl für die Zeit. Ab dem neunten Lebensjahr sind sie in der Regel dazu bereit, die Uhrzeit verstehen zu können. Das ist praktisch für Kind und Eltern, denn dein Nachwuchs lernt so, sich im Tagesrhythmus einzuordnen und ein Gefühl für Zeitphasen zu bekommen. Um deinem Kind die Uhr beizubringen, braucht es aber viel Geduld und Übung.

Am Anfang war die Zeit

Um die Uhr lesen zu können, sollte dein Kind problemlos bis 60 zählen, subtrahieren und die Brüche bis ¼ verstehen können. Wichtig ist auch, dass du deinem Kind einen guten Grund vermittelst, die Uhrzeit zu kennen. Erwähne die Uhrzeit im Alltag einfach oft und in einem möglichst angenehmen Zusammenhang. “Um 5 Uhr kannst du spielen gehen” oder “um 6 Uhr gehen wir ein Eis kaufen” und so weiter.

Zum Lernen brauchst du am Besten eine große, analoge Uhr, die mit Zahlen versehen und gut zu lesen ist. Spannend wird das Ganze, wenn du Uhren im öffentlichen Raum wie am Bahnhof oder an einer Kirche mit in das Uhrlernspiel einbaust. Das ist spannend, aufregend und vertreibt die Zeit auf einem Weg. Lasse dein Kind auch mit der Küchenuhr hantieren. Kinder lieben echte Dinge von Erwachsenen. Zum Üben kannst du Euch eine Papieruhr aus einem Pappteller basteln.


Der große und der kleine Zeiger

Fange am besten mit der vollen Stunde an. Eine Stunde hat 60 Minuten. Die Zeiger der Uhr drehen sich immer nach rechts. Sag immer, wenn sich etwas nach rechts dreht, “im Uhrzeigersinn” dazu. Wenn der große Zeiger eine ganze Runde gedreht hat, ist eine Stunde vergangen. Welche Stunde es war, zeigt der kleine Zeiger an. Erzähle kleine Geschichten dazu: “Der kleine Zeiger ist dick und langsam, der lange ist dünn und schnell…” und “Zweimal am Tag treffen sich die beiden wieder, und...”

Wenn dein Kind die vollen Stunden gut kann, beginne mit den Minuten. Dabei kannst du gleichzeitig die 5er-Schritte rechnen üben. Beispiele und Aufgaben zum Uhr lesen lernen findest du hier.

Nach den halben Stunden kommen die Viertelstunden dran. Über mit deinem Kind vorher die Halb-, viertel und Dreiviertel-Bezeichnungen. Sie sind schwieriger, werden aber im Familienalltag öfter verwendet. Erst nach der Analoguhr, solltest du aus demselben Grund das digitale System erklären. Das verstehen Kinder meist sehr schnell und haben in der Regel weniger Probleme damit. Ein Radiowecker mit Digitalanzeige ist dafür ein gutes Übungsgerät. Frage dein Kind in dieser Lernphase regelmäßig nach der Uhrzeit und lasse es die Zeit an allen möglichen, unterschiedlichen Geräten ablesen. du kannst ihm auch immer wieder deine eigene Armbanduhr tragen lassen, bis es endlich die erste, heiß ersehnte eigene Uhr bekommt.

Für das Üben benötigt man keine echte Uhr. Drucke einfach eine Vorlage einer Uhr aus dem Internet aus, dazu noch zwei passende Zeiger, befestige diese mithilfe einer Klammer an der Uhrschablone (so, dass sie gut beweglich sind) und leg los: Stelle eine Uhrzeit auf der “Uhr” ein, und lasse dein Kind ablesen. Wenn das gut klappt, dass mach es anders herum: sage deinem Kind eine Uhrzeit, und lass es diese Uhrzeit dann auf der Schablone einstellen. Aber auch ein analoger Wecker ist natürlich geeignet - Hauptsache ist, dass sich die Zeiten gut und deutlich einstellen und ablesen lassen.

Es gibt auch Bücher, die mithilfe einer schönen Geschichte das Uhrlesen näher bringen - so macht es besonders Spaß, die Uhr zu lernen!

Das Uhrenlesen wird auch in den Grundschulen gelehrt. Bei den meisten Kindern reicht dies jedoch nicht dazu aus, um die Uhr perfekt zu können. Als Unterstützung kannst du mit deinem Kind Tutorials auf YouTube anschauen oder diese Vieos selbst dazu benutzen, um Inspirationen für deine Lehrmethode zu bekommen. Ein hilfreiches Video ist zum Beispiel das von Lehrerschmidt, in dem er das Uhrlesen ausführlich und einfach erklärt.

Die erste eigene Uhr als Motivation

Bei der ersten eigenen Uhr solltest du einige Dinge beachten. Die erste Uhr sollte keine teure Markenuhr sein, da die Gefahr besteht, dass dein Kind sie aus Versehen kaputt macht oder sie verliert bzw. vergisst. Es gibt in vielen Geschäften eine große Auswahl an Kinderuhren, die leicht, robust und mit schönen Motiven für Kinder versehen sind. Achte beim Kauf darauf, dass sich die Ziffern gut ablesen lassen, und dass auch die Zeiger genau sind (die Zeiger mancher Uhren besitzen Formen, die zwar schön anzusehen sind, aber das korrekte Ablesen der Uhr schwieriger machen). Es gibt zwar auch digitale Armbanduhren, aber diese sind für das Uhrenlesenlernen nicht zu empfehlen. Nimm am Besten dein Kind mit ins Geschäft, wo es sich eine Uhr aussuchen kann - am besten als Belohnung, wenn es bis jetzt fleißig das Uhrenlesen geübt hat. Die Aussicht auf eine eigene Uhr wird dein Kind motivieren, sich beim Üben noch mehr Mühe zu geben.

Wenn dein Kind eine neue Uhr bekommen hat, wird es eine Zeit lang besondere Begeisterung und Motivation für das Uhrenlesen aufbringen. Nutze diese Motivation deines Kindes, um ihm immer mal wieder Aufgaben zu stellen und nach der Uhrzeit zu fragen, um das Gelernte zu vertiefen. Wichtig ist es hierbei, nicht zu schimpfen, wenn es mal nicht klappt, sondern immer zu loben, wenn dein Kind es richtig macht. So erfreut sich das Kind nicht nur an seiner Armbanduhr, sondern zieht auch noch einen Nutzen daraus.

Tipps

Hier noch einige Tipps, wie du deinem Kind das Uhrenlesen besser beibringen kannst:

  • Zu lernen, die Zeit abzulesen, erfordert auch viel Zeit zum lernen. Sei nicht uungeduldig, wenn dein Kind nicht sofort alles richtig macht. Viele Kinder brauchen teils Monate voller Übung, um die Uhr einigermaßen schnell lesen zu können.

  • Üben, üben, üben. Jeden Tag ein bisschen üben ist wichtig, damit sich das Kind alles einprägt und nichts vergisst. Und wenn du nur ab und zu mal fragst “wie spät ist es?” ist dies eine große Hilfe für dein Kind.

  • Zum Uhrlesen braucht es nicht immer eine Uhr. Natürlich ist es mit einer Uhr oder einer Schablone am hilfreichsten, aber wenn man zum Beispiel im Auto sitzt und gerade keine Uhr zur Hand hat, kann man fragen stellen wie “Es ist viertel vor vier, wie spät ist es in fünfzehn Minuten?”

  • Auch gut für Unterwegs: das Erlernen der 25 Uhrzeiten. Von 0 bis 24 gehen in Deutschland die Uhrzeiten, und das ist manchmal etwas verwirrend für die Kleinen. Frage eine Zeit - z.B. “fünf Uhr”, und das Kind muss dir mit dem Passenden Äquivalent antworten, in diesem Fall “Siebzehn Uhr”. Das ganze Prinzip geht auch noch umgekehrt, wenn dein Kind schon etwas Übung hat. Achte darauf, dass “12 Uhr” drei Uhrzeiten hat, 0, 12 und 24.

  • Mache einen Wettkampf aus dem Lernen. Lade einen Freund deines Kindes ein, der auch gerade das Uhrenlesen lernt, und veranstalte ein Uhrlesen-Turnier. Das spornt die beiden an - besonders, wenn eine Belohnung wie etwa Süßigkeiten für den Gewinner in Aussicht steht.

  • Wiederhole mit deinem Kind möglichst oft die 5er-Multiplikationsreihe, bzw. die Fünferschritte. Diese sind essentiell zum Uhrenlesen.

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