Krankenzusatzversicherungen für Familien

Bild:  Krankenzusatzversicherungen für Familien
Die meisten Menschen hatten wahrscheinlich schon einmal das Problem, dass die Krankenversicherung die Kosten für bestimmte Leistungen nicht übernimmt - sei es beim Zahnarzt, bei einer Stationierung im Krankenhaus oder bei bestimmten Medikamenten.

Die private Krankenzusatzversicherung

Eine private Krankenzusatzversicherung ist eine zusätzliche Form der Versicherung, die man bei verschiedenen Anbietern gegen monatliche Zusatzleistungen beantragen kann. Dadurch können bestimmte Kosten für Untersuchungen und Therapien von der Zusatzversicherung übernommen werden, die eine normale gesetzliche Versicherung nicht abdeckt.

Im Rahmen mehrerer Reformen in den letzten Jahren wurden ja leider die Kostenübernahme vieler Leistungen von den gesetzlichen Kassen minimiert oder sogar ganz gestrichen - Zusatzversicherungen sind in dem Fall die einzige Möglichkeit, nicht selbst auf den Kosten sitzenzubleiben. Heutzutage sind nicht nur kleine Leistungen wie etwa bessere Krankenzimmer oder besondere Optionen in der Behandlung gestrichen, sondern auch grundlegende und wichtige medizinische Leistungen werden nicht mehr übernommen - wie beispielsweise die Kosten für bestimmte Zahnspangen bei Jugendlichen. Individuell anpassbare Ergänzungen zur gesetzlichen KV sind auch empfehlenswert in Hinblick auf von Experten erwartete weitere, anstehende Streichungen in der Zukunft.

Welche Zusatzversicherungen gibt es

Es gibt verschiedene Arten sinnvoller Krankenzusatzversicherungen:

  • Zahnzusatzversicherung
    Zusatzversicherungen für zahnärztliche Kosten werden zunehmend wichtiger, da gesetzliche Krankenkassen die von ihnen übernommenen Leistungen immer weiter kürzt oder sogar ganz streicht. Bevor man eine solche Zusatzversicherung abschließt, ist eine Zahnuntersuchung zu machen, außerdem werden bereits laufende Behandlungen nicht von der Zahnzusatzversicherung übernommen. Diese Versicherung lohnt sich daher eher für Menschen, die akut keine Probleme im Zahnbereich haben und ist insbesondere hilfreich für Kinder und Jugendliche - informiere dich bei deinem Anbieter über passende Tarife für Kinder. Die Wartezeit für Zahnzusatzversicherungen beträgt normalerweise um die acht Monate.

  • Brillenzusatzversicherung
    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen schon seit geraumer Zeit nicht mehr die Kosten für die Anschaffung einer Brille. Einzige Ausnahme: die Sehschwäche ist derart degeneriert, dass der Versicherte als Schwerbehinderter gilt. Auch hier kann eine Zusatzversicherung helfen. Die Brillenzusatzversicherung ergänzt die von der Krankenkasse gedeckten Leistungen für Brillen und Optiker.

  • Krankentagegeld
    Im Falle einer Krankmeldung bei der Arbeit zahlt der Arbeitgeber den normalen Lohn bis zum 42. Tag nach Eingang der Krankmeldung, danach übernimmt die Krankenkasse. Bei Selbständigen entfallen beide Möglichkeiten, im Krankheitsfall hat der Betroffene also keinerlei Zahlungen zu erwarten. In solchem Fällen springt die freiwillige Krankentagegeld-Versicherung ein, die im Falle einer Krankheit einen vorher vereinbarten Betrag auszahlt. Die Kosten für diese Versicherung richten sich nach der Höhe der Auszahlung.

  • Krankenhaustagegeld
    Für den Fall, dass mit der Krankschreibung ein Krankenhausaufenthalt verbunden ist, kann durch eine Zusatzversicherung die für gewöhnlich anfallenden Kosten abgemindert werden. Gezahlt wird von der Versicherung meist ein Betrag von 50 € bis 100 € pro Krankenhaustag.

  • Auslandsreiseversicherung
    Gesetzliche Krankenkassen bieten Versicherungsschutz in Ländern der Europäischen Union und gegebenenfalls auch anderen Ländern außerhalb der EU, die ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland abgeschlossen haben. Reist man in ein anderes, nicht abgedecktes Land, ist eine Auslandsreiseversicherung für das jeweilige Land empfehlenswert. Ob dein Urlaubs- oder Reiseland abgedeckt ist, erfährst du auf der Homepage deiner Versicherung oder bei deren Hotline.

  • Ambulante Zusatzversicherung
    Eine ambulante Zusatzversicherung unterstützt beim Abdecken von ambulanten Kosten wie Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln und je nach Tarif auch Leistungen wie beispielsweise Brillen. Gegebenenfalls können auch alternative Behandlungsmethoden, so zum Beispiel die Homöopathie, mithilfe dieser Zusatzversicherung finanziell gedeckt werden. Informiere dich für weitere Informationen bei deiner Krankenkasse.

  • Stationäre Zusatzversicherung
    Diese private Krankenzusatzversicherung ermöglicht gewisse Leistungen, die ähnlich der Leistungen eines Privatversicherten sind, sollte der Patient in ein Krankenhaus eingewiesen werden. So kann er sich je nach Tarif zum Beispiel ein bestimmtes Zimmer aussuchen oder eine Behandlung beim Chefarzt beantragen.

  • Pflegezusatzversicherung
    Viele Menschen sind im Alter pflegebedürftig. Eine angemessen gute Pflege ist allerdings sehr kostspielig und kann nur mit Hilfe einer privaten Pflegezusatzversicherung gestemmt werden.. Es lohnt sich daher, eine solche Zusatzversicherung frühzeitig abzuschließen, um den Finanzhaushalt im Pflegefall zu erleichtern. Empfehlenswert ist dennoch ein zusätzliches Ansparen.

    Die Pflegezusatzversicherung gibt es in drei verschiedenen Varianten: Einmal das Pflegetagegeld, bei welchem täglich und unabhängig der Ausgaben für Pflegeleistungen ein fester Betrag ausgezahlt wird. Die Pflegekostenzusatzversicherung ist eine Ergänzung zur normalen Pflegeversicherung und stockt die dort enthaltenen Leistungen auf. Dann gibt es noch die Pflege-Rentenversicherung, die im Pflegefall einen monatlichen Betrag an den Pflegebedürftigen auszahlt.

Kosten einer Krankenzusatzversicherung

Die Kosten einer privaten Krankenzusatzversicherung variieren stark aufgrund mehrerer Faktoren. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Alter des Versicherten, sowie dessen gesundheitlicher Zustand. Je jünger und gesünder der Versicherte, desto geringer ist der monatlich zu zahlende Beitrag. Weitere Faktoren sind der bisherige Krankheitsverlauf und ob man z.B. Raucher sind oder einen gesunden Lebensstil führt.
Der monatliche Betrag ist vom Einkommen unabhängig und wird vollkommen vom Versicherten bezahlt. Der Arbeitgeber beteiligt sich nicht daran. Am Besten ist es, sich vorher eingehend bei seiner Kasse über die verschiedenen Tarife und die damit abgedeckten Leistungen zu informieren. Jede Zusatzversicherung kostet je nach Zustand, Alter und Risiko der Versicherten unterschiedlich viel. Generell gilt: Je früher man eine private Krankenzusatzversicherung abschließt, desto niedriger der monatlich zu zahlende Beitrag.

Kriterien einer Beantragung

Bevor man eine private Krankenzusatzversicherung beantragen kann, muss man sich einer sogenannten Gesundheitsprüfung unterziehen, bei der der Krankheitsverlauf und der Lebensstil des Versicherten überprüft werden. Grund dafür ist das Ermitteln des persönlichen Erkrankungsrisikos. Sollte man aufgrund seines persönlichen Risikos keinen Vertrag bekommen, kann man es einige Jahre später noch einmal versuchen - in der Regel werden nämlich nur die Vorerkrankungen der letzten fünf Jahre abgefragt. Es ist auch möglich, bestimmte Leistungen von der Versicherung auszuschließen - so kann man beispielsweise Leistungen betrefflich der Knie ausschließen lassen, erhält aber sonstige Leistungen ganz normal. Es ist sehr wichtig, dass private Krankenzusatzversicherungen früh abgeschlossen werden, um einen günstigen Tarif zu erhalten.

Zusatzversicherungen in der Schwangerschaft

Es gibt bestimmte Etappen im Leben, bei denen Zusatzversicherungen einen den Alltag immens erleichtern - sei es im Pflegefall, einer temporären Arbeitsunfähigkeit oder bei Reisen ins Ausland. Besonders hilfreich ist eine Zusatzversicherung in der Schwangerschaft , denn häufige Arztbesuche, spezielle Medikamente oder eine Freistellung von der Arbeit sind hier an der Tagesordnung. Krankenzusatzversicherungen in Form der stationären und ambulanten Zusatzversicherung bieten beispielsweise Schwangeren viele Vorteile - insbesondere wenn die Schwangerschaft kompliziert verläuft. Auch Sonderbehandlungen, die sich alleine nur schwer oder gar nicht finanzieren lassen, werden in manchen Fällen ebenfalls von den Zusatzversicherungen übernommen.

Da es keine Zusatzversicherung gibt, die speziell auf Schwangere zugeschnitten ist, und jeder verfügbare Tarif für Frau und Mann gleiche Leistungen erbringt, ist es oft schwierig, die passende Versicherung zu finden. Am Besten unterhält man sich mit Experten der jeweiligen Krankenkasse, um den passenden Tarif ausfindig zu machen.

Auch nach der Geburt bietet die private Krankenzusatzversicherung eine Unterstützung für das Kind, sofern es von der Mutter bei der eigenen Zusatzversicherung angemeldet wird. So erhält das Kind ebenfalls zusätzliche Leistungen. Den dadurch entstehenden monatlichen Betrag haben die Eltern zu übernehmen.

Wichtig: die Zusatzversicherung muss weit vor Beginn der Schwangerschaft abgeschlossen werden! Als Schwangere ist es schwer bis unmöglich, von einer Krankenkasse derartige Leistunge zu erhalten.

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