Rückengesundheit bei Kindern

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Rückenprobleme sind leider kein klassisches Erwachsenenproblem mehr.

Ursachen von Rückenproblemen bei Kindern

Klein- und Kindergartenkinder folgen noch ihrem natürlichen Drang nach Bewegung und tollen und toben herum, wo und wann sie können. Im Schulalter ändert sich das heutzutage aber leider meist schnell. Nicht nur Schule und Hausaufgaben werden wörtlich “ausgesessen”, sondern auch die Freizeitbeschäftigung beschränkt sich häufig auf Videospiele, Computer oder Fernsehen. Bequemes “Chillen" auf dem Sofa wird Outdooraktivitäten vorgezogen. Doch die fehlende Bewegung rächt sich schneller, als man denkt und hinzu kommt: eine geschwächte Muskulatur oder eine einseitige Haltung schädigen den Rücken auf Dauer. Insbesondere Kinder, die zu Übergewicht neigen, sind davon betroffen. Denn kommt zum Bewegungsmangel noch eine einseitige oder ungesunde Ernährungsweise hinzu, sind Gewichts- und damit Rückenprobleme meist schon vorprogrammiert.

Ist die Rückenmuskulatur ohnehin geschwächt, wird auch das Tragen von zu schweren Schultaschen zur Last. Einige Kinder tragen sogar mehr Bücher mit sich herum, als für den Unterricht notwendig sind. Auch wenn der Lernwille ein Lob verdient, sollte beim Gewicht der Tasche auch an den Rücken des Kindes gedacht werden. Oftmals wird die vollbepackte Tasche dann lässig über der Schulter und von Hand getragen, was die Wirbelsäule auf Dauer einseitig belastet.

Doch nicht nur zu wenig Bewegung kann Rückenschmerzen verursachen. Kinder, die Sport treiben, können auch durch Verletzungen oder Fehlbeanspruchung des Rückens über Schmerzen klagen. Eine andere harmlosere Variante sind Rückenschmerzen, die durch zweitweise Wachstumsschübe verursacht werden. Das betrifft meist Kinder oder Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr.

Im Zweifel den Arzt aufsuchen

Da die Ursachen für Rückenprobleme bei Kindern vielfältig sein können und dementsprechend auch die Behandlung der Schmerzen unterschiedlich ausfällt, sollte im Zweifel ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn in vielen Fällen etwas Bewegung die Schmerzen lindert, kann diese Art der Therapie nicht immer helfen. Bei einer Entzündung der Wirbelsäule wird der Arzt sogar strenge Ruhe verordnen. Insbesondere wenn die Schmerzen des Kindes länger andauern oder es bei der Bewältigung des Alltags hindern, ist der Gang zum Arzt auf jeden Fall der sicherste Weg. Gleiches gilt, wenn der Schmerz akut ist oder Druck auf die Wirbelsäule ihn ebenso verstärkt.

Je mehr Informationen dem Mediziner mitgebracht werden, desto genauer kann dieser eine Diagnose erstellen. Du kannst daher vorab folgende Punkte mit deinem Kind abklären:

  • Wo sitzt der Schmerz genau?
  • Wie äußert er sich (dauerhaft oder bei bestimmten Bewegungen)?
  • Was verstärkt/verbessert den Schmerz?
  • Warum besteht der Schmerz (möglicherweise eine Sportverletzung)?
  • Seit wann spürt das Kind den Schmerz?

Kann dein Kind die Probleme selbst nicht richtig beschreiben, erkennt sie möglicherweise gar nicht oder ist schlichtweg noch zu klein dafür, kannst du oftmals auch selbst herausfinden, inwiefern sie sich äußern:

  • Lässt sich dein Kind von sportlichen Betätigungen oder allgemein Bewegung abhalten und hat Schlafstörungen, die schmerzbedingt sein können?
  • Ist eine Fehlhaltung der Füße erkennbar?
  • Fällt das Kind öfter hin?
  • Ist die Pofalte beim Stehen verschoben oder schräg?

Zuerst sollte der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Dieser wird die Ursache durch eine allgemeine Untersuchung weiter einschränken und gegebenenfalls eine Überweisung zu einem Facharzt durchführen. Meist bekommt man beim Allgemeinmediziner auch schneller einen Termin, als wenn man sich z.B. direkt an einen Orthopäden wendet. Von Vorteil kann auch sein, dass der Kinder- und Jugendarzt dein Kind schon aus vorherigen Untersuchungen kennt und sich daher ein umfassenderes Bild machen kann. Speziell ausgebildetete Kinderärzte in deiner Nähe findest du übrigens ganz schnell mit unserer Kinderarzt-Suche.

Vermutest du hinter den Schmerzen des Kindes einfache Verspannungen, kannst du versuchen diese mit einer Wärmflasche oder einem warmen Kirschkernkissen zu behandeln. Vergewissere dich, dass dein Kind die Wärme angenehm findet und sich dadurch das Leiden nicht noch verstärkt.

Bei einer Sportverletzung am Rücken gibt es wenige Erste-Hilfe-Maßnahmen. Meist passieren diese bei schweren Stürzen. Da dabei eine Wirbelsäulenverletzung leider nie ausgeschlossen werden kann, ist es sehr wichtig, das Kind ruhig zu lagern zu transportieren. Es sollte sofort untersucht werden. Falls die Wirbelsäule nicht betroffen ist, kann die schmerzende Stelle - wie üblich bei Sportverletzungen - gekühlt werden. Dabei bitte niemals das Eis oder gefrorene Kühlpad direkt auf die Haut legen, sondern immer mit einem Tuch umwickeln.


Rückenkrankheiten

Der Gang zum Arzt ist auch deshalb wichtig, da Rückenprobleme in seltenen Fällen auch auf eine Krankheit hinweisen könnten. Leider sind die Anzeichen genauso vielfältig wie die Krankheiten selbst. Daher wird empfohlen, die sichere Diagnose einem Fachmann zu überlassen. Als Beispiel folgen zwei häufiger auftretende Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: Skoliose und Morbus Scheuermann.

Skoliose kommt häufiger bei Mädchen als bei Jungen vor und äußert sich durch eine Verkrümmung der Wirbelsäule. Das muss im Kindesalter noch keine Schmerzen verursachen, kann jedoch durch eine Fehlhaltung erkannt werden. Die einseitige Abnutzung der Wirbelsäule führt früher oder später sicher zu Rückenschmerzen. Mehr Informationen zur Skoliose findest du in diesem Artikel. Durch regelmäßige Beobachtung der Haltung kann die Skoliose schon früh erkannt werden. Hierbei hilft der sogenannte Adams Test: Das Kind beugt sich bei gestreckten Knien nach vorne und platziert beide Hände unterhalb der Knie. Sind hierbei Asymmetrien zu erkennen im Brustwirbelsäulenbereich, der Taille oder dem Becken?

Morbus Scheuermann ist eine Krankheit, die in der Pubertät auftritt. Dabei entwickelt sich die Wirbelsäule ungleichmäßig und bildet meist einen sogenannten Rundrücken. Dieser wird auch als Hauptanzeichen der Krankheit gesehen. Mehr über die “Schneiderbuckel-Krankheit” findest du in einem Artikel der Apotheken Umschau. Auch um Morbus Scheuermann frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, empfiehlt es sich, die Haltung und den Rücken des Kindes regelmäßig zu beobachten. Bildet sich mit der Zeit ein Rundrücken oder ein verstärktes Hohlkreuz aus? Erkennst du sonstige Veränderungen der Wirbelsäule?

Rückenproblemen vorbeugen

Die erste und vermutlich wichtigste Empfehlung ist Bewegung, um die klassischen Rückenprobleme frühzeitig zu vermeiden. Schaffe einen Ausgleich zum zunehmenden Sitz-Trend unserer Jugend und sei deinem Kind ein Vorbild! Am besten ist natürlich, dem Kind von Kleinauf den Spaß an Bewegung vorzuleben. Schon Kleinkindern sollte viel Platz geboten werden um sich auszutoben. Am besten richtet man hierfür ein großes Kinderzimmer oder extra Spielzimmer ein und stattet das Zimmer mit tollen Spiel- und Turnmöglichkeiten aus. Neben z.B. Sitzbällen und Matratzen gibt es auch phantasievolle Möbel und Betten. Beispiele hierfür findest du bei Kindermöbel Kormann. Zur Inspiration kannst du deinen Kleinen auch hin und wieder ein Spielzeug schenken, das zur Bewegung anregt. Hier genügen oft schon einfache Dinge, wie ein Hula-Hoop-Reif oder Straßenmalkreide. Denn selbstverständlich können Aktivitäten auch immer nach draußen verlegt werden. Finde heraus, woran deine Kinder Spaß haben und fördere das!

Für etwas ältere Kinder bietet sich als Alternative auch der Sportverein vor Ort an. Ein paar rückenfreundliche Sportarten - egal ob im Verein oder nicht - sind zum Beispiel:

  • Fahrradfahren (wichtig: richtige Sitzposition!)
  • Schwimmen (nur Rückenlage oder Kraulstil)
  • Joggen
  • Inline-Skating
  • Reiten
  • Tanzen

Für mindestens zwei Stunden am Tag sollten Sport und Bewegung im Vordergrund stehen. Ein paar tolle Übungen, die du auch mit deinem Kind zusammen machen kannst, sind auf der Seite der Schoen Kliniken zusammengestellt.

Wird die Rückenmuskulatur durch den Sport gestärkt und zusätzlich noch auf die richtigen Schultasche geachtet, ist für die Rückengesundheit bestens vorgesorgt. Der Trend zu Ziehköfferchen ist aber überholt. Das Gewicht muss bei dieser Transportart zwar nicht getragen werden, dafür wird durch das Ziehen aber eine einseitige Haltung verursacht. Experten empfehlen daher Rucksäcke, die nahe und mittig am Rücken getragen werden. Ergonomische Rucksäcke, die mit Polsterung versehen und größenverstellbar sind, findest du beispielsweise hier im Internet. Unter den verschiedenen Farben und Musterungen findet sich schnell ein passendes Modell, das auch deinem Kind gefällt. Achte darauf, dass trotz ergonomischer Tasche nicht täglich mehr Gewicht mitgetragen wird als nötig und dein Kind die Tasche ordnungsgemäß trägt und nicht nur über eine Schulter schwingt..

Um auch bei den Hausaufgaben und somit während der unausweichlichen Sitz-Phasen für einen gesunden Rücken zu sorgen, sind im Ergonomie Katalog diverse rückenschonende Möbel aufgeführt. Wichtig ist, dass der Rücken auch im Sitzen in der natürlichen S-Form gehalten wird. Hierfür lohnen sich höhenverstellbare Möbel, die der Größe des Kindes regelmäßig angepasst werden können und daher lange zur Kinderzimmerausstattung gezählt werden können.

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