Streß nach der Geburt vermeiden

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Endlich ist das Baby da - die Gefühle der frischgebackenen Eltern fahren Achterbahn und der Tagesablauf wird auf den Kopf gestellt.

Die Überforderung junger Eltern

Bereits im Geburtsvorbereitungskurs weisen Hebammen werdende Eltern darauf hin, dass eine Überforderung nach der Geburt möglich sein kann. Dabei geht es nicht nur darum, dass sich die jungen Eltern an die Anforderungen des kleinen Menschen gewöhnen müssen - es geht auch um die anderen großen Menschen. Von der Nachbarin über die Großeltern bis hin zum Friseur, alle möchten das Baby sehen und den Eltern unter die Arme greifen. Natürlich sind die Ratschläge und angebotene Hilfe der Menschen sehr lieb gemeint, sie können allerdings Eltern und Baby sehr überfordern. In diesem Fall müssen Mama und Papa konsequent sein und sich abschotten.

Hat eine frischgebackene Mutter mit ihrem Kind nicht ausreichend Ruhe, kann dieser Streß zu Erschöpfungszuständen, Milchstau und sogar zu Krankheiten bei der Mutter führen.

Ruhe zum Stillen

Nicht nur für die Mutter, auch für Babys ist eine Geburt sehr anstrengend. Stell dir vor, du landest plötzlich in einem fremden Land, über das du nichts weißt und dessen Sprache du nicht sprichst. So hilflos fühlen sich Babys nach der Geburt. Sie müssen lernen, mit der neuen Welt umzugehen. Jeden Tag entdecken sie für sie völlig neue Dinge. Neugeborene mögen es sehr gelassen - die Schwiegermutter muss dementsprechend nicht neben dem Bett sitzen und lautstark ihre Tipps abgeben. Viele wissen nicht, dass das Saugen für Neugeborene harte Arbeit ist, auch wenn sie noch so ruhig und gelassen dabei aussehen. Um sicherzugehen, dass niemand die Ruhe der jungen Familie stört, sollten sie sich ein bis zwei Wochen in ihr Nest zurückziehen und die Verwandten darauf hinweisen, dass sie auch später noch genug Zeit haben, das neue Kind in ihrem Leben kennenzulernen.

Das sollten Verwandte vermeiden

Jeder freut sich über ein Neugeborenes: die Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Freunde und Bekannte. Jedoch müssen alle lernen, den Eltern ihre wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Dazu einige Hinweise:
  • Vor und nach der Geburt nicht alle fünf Minuten anrufen und nach der aktuellen Situation fragen. Frauen benötigen während dieser Zeit Ruhe, Zeit zum Entspannen und Konzentration für die bevorstehende Geburt.

  • Nachdem das Baby das Licht der Welt erblickt hat, gilt zunächst Besuchssperre. Die Familienmitglieder müssen sich zunächst selbst kennenlernen und an die einmalig neue Situation gewöhnen.

  • Wenn es so weit ist und du das Baby das erste Mal sehen darfst, solltest du nicht zu viel erwarten. Das Neugeborene wird von deiner Präsenz mit Sicherheit unbeeindruckt sein beziehungsweise ein Nickerchen halten.

  • Kluge Ratschläge und Tipps kannst du dir sparen. Lass die Eltern auf eigenem Wege herausfinden, was für ihren neuen Liebling das Beste ist. Stattdessen kann man durchaus ein Lob aussprechen, darüber freuen sich Mama und Papa mit großer Sicherheit.

  • Die Mutter wird nach der Geburt definitiv nicht einen Schönheitspreis gewinnen. Das weiß sie, ihr Mann und jeder andere Mensch auch, eine Geburt ist schließlich kein Spaziergang auf dem Catwalk. Kommentare zum Aussehen oder Gewicht der Mutter sind somit nicht angebracht.

  • Auch die beste Freundin der Mutter muss nun akzeptieren, dass stundenlange Telefonate der Vergangenheit angehören. Das Baby benötigt ab sofort viel Aufmerksamkeit, es muss gewickelt und gestillt werden. Niemand sollte beleidigt sein, sondern Verständnis zeigen und, warum auch nicht, seine Hilfe anbieten.

Das dürfen sich Eltern erlauben

Wer sich auf ein Kind vorbereitet oder den Zugang zur Gruppe stolzer Eltern feiert, sollte sich nicht von anderen Menschen beeinflussen lassen. Die nachfolgenden fünf Tipps für frischgebackene Eltern, verraten dir, wie du dich auf das Kind freuen darfst.
  • Besuchsverbot: Die ersten Tage als Familie sind völlig faszinierend und zugleich sehr anstrengend. Mit dem Partner wirst du dein Baby stundenlang bewundern, im Kopf durchgehen, was die nächsten Schritte sein werden, den Kleinen stillen, das brüllende Baby beruhigen und mit ihm spielen. Um während dieser Zeit völlig entspannt zu sein, dürfen Eltern natürlich ein Besuchsverbot verhängen - und zwar für alle, auch Schwieger- und Großeltern.

  • Frische Luft: Eltern versuchen in den ersten Tagen und Wochen, ihren Säugling vor allen möglichen Gefahren zu schützen. Häufig barrikadieren sie sich in den eigenen vier Wänden. Das muss natürlich nicht sein, frische Luft tut sowohl dem Säugling als auch den Eltern gut. Wichtig: Papa sollte am Anfang immer dabei sein, Frauen überschätzen sich nach der Schwangerschaft häufig ein wenig.

  • Hilfe anfordern: Supermama und Superpapa haben vor der Entbindung sicherlich an alles gedacht, oder? Erst im Nachhinein wird klar, dass hier und da noch etwas fehlt. Spätestens beim Kochen wird klar, wie schwierig es mit einem Neugeborenen ist, das Essen vorzubereiten. Papa ist womöglich nicht der beste Koch, wenn sich Mama in die Küche schleicht, fängt der Kleine an zu brüllen. An dieser Stelle ist Hilfe gefragt: Oma oder die Schwiegermutter stehen sicherlich gerne zur Seite.

  • Unsicherheit: Unsicherheit ist kein Schwerverbrechen, besonders nicht für frischgebackene Eltern. Ist das Baby zu warm angezogen? Schreit es zu viel? Hat es hunger oder nicht? Welche Windeln sind die besten? Wie sieht es mit der Babynahrung aus, ist die wirklich unbedenklich? Fragen über Fragen. Du als Elternteil kannst ruhig die Nachsorgehebamme fragen, sie wird jede Frage beantworten können.

  • Ausgehen: Eltern sind Menschen wie alle anderen auch. Wenn sie ein Kind haben, bedeutet das nicht, dass sie den Kontakt zur Außenwelt abbrechen müssen. Natürlich können sie Besuch empfangen und das Baby anderen Familien und Freunden präsentieren. Allerdings ist der stark beleuchtete Supermarkt oder eine Kirmes nichts für Neugeborene. Natürlich kann Mama auch Mal gemütlich einen Kaffee trinken und dabei ein Buch lesen, der Säugling wird während dieser Zeit beruhigt im Kinderwagen schlafen.

Wenn das Baby gewachsen ist

Nachdem der Stress der ersten Wochen vorbei ist, beginnen die richtigen Strapazen erst :) Aber häufiger Besuch ist nach einigen Wochen und Monaten kein Problem mehr, und die Großeltern freuen sich sicherlich auch mal, das Baby einen Nachmittag oder gar eine Nacht betreuen zu können. In der Zwischenzeit können die Eltern neue Kleidung für das Kind kaufen, die Taufe planen, Einladungskarten zur Kommunion verschicken und dann auch schon die Hochzeit planen - Kinder werden schneller erwachsen, als man es glauben kann und auch wenn es am Anfang schwer ist: es wartet so einiges auf das junge Paar. Wichtig ist, dass man Eltern und Kind so gut es geht unterstützt, ohne zu tief in ihre Persönlichkeit einzugreifen.

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