Kindersicherheit in den eigenen vier Wänden

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Kaum etwas stellt das Leben von zwei Menschen stärker auf den Kopf, als die Geburt eines gemeinsamen Kindes.

Gefahrenquelle Babymöbel

Für fast alle Eltern ist es bei Möbeln für Babys und Kleinkinder das Kaufargument Nummer eins: die Sicherheit! Und eigentlich sollte man beim Kauf von speziellem Mobiliar für Kinder davon ausgehen können, dass dem Aspekt der Sicherheit ausreichend Rechnung getragen wurde. Doch leider spricht die Statistik eine andere Sprache. Die häufigste Todesursache bei Kleinkindern sind Unfälle und viele davon passieren im eigenen Haushalt. Dabei ist ein tödlicher Unfall nur das schlimmste und glücklicherweise auch eher seltene Extrem. In vielen Fällen kommen die Kinder und Eltern mit einem blauen Auge davon. Doch viele Gefahren sind auf den ersten Blick überhaupt nicht zu erkennen:

Schadstoffe: Ein wichtiges Stichwort sind in diesem Zusammenhang Schadstoffe, mit denen Kindermöbel immer wieder belastet sind. Zwar gibt es in Deutschland vergleichsweise strenge Kontrollen, doch nicht selten stellt sich erst im Nachhinein heraus, dass ein bestimmter Werkstoff mit unverträglichen Stoffen behandelt ist. Am besten ist es dabei, auf möglichst unbehandelte Naturmaterialien auszuweichen, was jedoch mit höheren Kosten verbunden ist.

Ecken und Kanten: Darüber hinaus sind aber auch bauliche Gegebenheiten zu beachten. Abstehende Ecken und harte Kanten haben an Kindermöbeln nichts zu suchen und sollten vermieden werden. Insbesondere wenn die Kleinen gerade angefangen haben zu laufen, sollten kritische Ecken und Kanten von Möbeln abgesichert werden.

Standfeste Möbel: Kinder haben - auch wenn sie schon laufen können - noch keinen ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Umso wichtiger ist es, das alle Möbel standsicher sind. Hohe Vasen, niedrige Sideboards mit Glaselementen und ähnliches sollten also nicht in der Gegend herumstehen. Besonderes Augenmerk solltest du auch auf die Stabilität des Hochsitzes legen - überzeuge dich beim Kauf unbedingt auf einen sicheren Stand des Hochstuhls. Denn Kinder neigen gern dazu, sich über den Rand zu beugen, etwa wenn sie nach Gegenständen greifen. Eine weitere ernstzunehmende Gefahr besteht darin, dass Kinder selbst versuchen, auf einen Stuhl oder von diesem herunter zu klettern. Es sollte also möglich sein, Kinder auf dem Stuhl anzuschnallen. Auf hochstuhl-testsieger.de werden diverse Hochstühle verglichen, so dass sich letztlich ein Modell auswählen lässt, welches den eigenen Vorstellungen voll und ganz entspricht. Darüber hinaus können Eltern sich so auch über die Sicherheit der Modelle informieren.

Gefahrenquelle Kleinteile

Eine weitere wichtige Gefahrenquelle, auf die nicht häufig genug hingewiesen werden kann, besteht in kleinen Teilen, die praktisch überall in der Wohnung und auch draußen herumliegen. Leider verfügen fast alle Kleinkinder über den Drang, Gegenstände in den Mund zu nehmen. In der Regel werden diese auch schnell wieder ausgespuckt, doch es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Teile auch verschluckt werden. Folgende Gegenstände sind besonders interessant für Kinder:

  • Legoteile
  • Steinchen
  • Perlen
  • Batterien (insbesondere Knopfzellen)
  • Magnetspielzeug
Die Gefahr lauert dabei auf mehreren Ebenen. Zum einen können bestimmte Gegenstände, die in den Mund genommen werden, in der Luftröhre stecken bleiben. Wird der Gegenstand nicht schnell genug wieder entfernt, droht das Kind zu ersticken. In den meisten Fällen gelangen kleinere Gegenstände aber in den Magen und werden nach einiger Zeit auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden. Während sich Eltern etwa bei Legoteilchen oder kleinen Steinchen eher keine Sorgen über bleibende Schäden machen brauchen, sieht es bei anderen Teilen ernster aus.

Insbesondere Knopfzellen stellen eine wahre Gefahr für Vergiftungen dar. Diese enthalten nämlich häufig Nickel und Cadmium, welches durch die Magensäure herausgelöst wird. Dies kann zu schweren Vergiftungen mit üblen Folgen führen. Bleiben die Knopfzellen bereits in der Speiseröhre stecken, sorgen sie dort für Verätzungen, an denen die Kinder lange zu leiden haben. Auch Magnetspielzeug ist in diesem Zusammenhang sehr kritisch zu bewerten. Lösen sich die kleinen Magnetteile aus ihrer Verankerung und werden durch die Kinder verschluckt, kann dies Darmschlingen verursachen, wenn sich die Magnetteile im Darm gegenseitig anziehen. Besteht der Verdacht, dass entsprechende Gegenstände verschluckt worden sind, sollte schleunigst ein Arzt hinzugezogen werden.

Weitere Gefahrenquellen

Die Liste an möglichen Gefahrenquellen scheint schier unendlich, hängt aber konkret auch vom jeweiligen Alter der Kinder ab. Eltern sollten dabei immer wieder versuchen, sich in die Perspektive der Kleinen hinein zu versetzen. Allein aufgrund ihrer Körpergröße schauen sie mit ganz anderen Augen in die Welt. Zudem sind sie eben nicht in der Lage, die Folgen ihres Handelns richtig einzuschätzen. Gefahren, auf die mit erhobenem Zeigefinger hingewiesen wird, erscheinen möglicherweise besonders interessant und reizvoll. Erinnert sei etwa an die Tischdecke oder die Bratpfanne auf dem Herd. Während in Haushalten mit kleinen Kindern auf Tischdecken konsequent verzichtet werden sollte, ist es beim Kochen wichtig, dass die Griffe und Stile von Bratpfannen und Töpfen für die Kinder unerreichbar zur Herdseite zeigen und nicht darüber hinausragen. Im Garten stellen Wasserfässer und kleine Zuber eine häufig unterschätzte Gefahr dar. Fallen Kinder kopfüber in ein solches Behältnis, geraten sie in Panik und sind nicht in der Lage, sich selber daraus zu befreien.

Fazit - Trotz Gefahren ist Freiraum wichtig

Bei allen Gefahren, die im Haushalt und im Garten lauern, gilt es aber, den Kindern auch ausreichend Freiraum zu bieten. Bestimmte Erfahrungen, wie etwa ein Sturz mit dem Roller, gehören einfach dazu und bewahren Kinder nachweislich später vor schlimmeren Unfällen. Das heißt aber nicht, dass im Haushalt und im Alltag Sorglosigkeit herrschen sollte. Altersentsprechend sollten ernstzunehmende Gefahrenquellen konsequent beseitigt werden, genauso wie gerade bei Kleinkindern auf eine Aufsicht nie verzichtet werden sollte.

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