Mehrgenerationhaushalte heute

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Was das Familienzusammenleben betrifft, so gibt es heutzutage viele verschiedene Arten des Wohnens.

Vorteile für die Großeltern

Großeltern haben in einem Mehrgenerationenhaushalt das Gefühl, von der Familie gebraucht zu werden und können weiterhin Verantwortung für die Enkelkinder übernehmen. Es besteht somit keine Gefahr der Vereinsamung. Die ältere Generation bleibt außerdem am Puls der Zeit, weil sie durch euch und eure Kinder von Innovationen innerhalb der Gesellschaft erfährt und diese erklärt bekommt, so etwa der Umgang mit dem Computer. Die jüngere und fitte Generation kann die Älteren im Alltag unterstützen, denen manche Tätigkeiten altersbedingt nicht mehr ganz so leicht von der Hand gehen.

Wenn die Kinder noch zu klein und die Eltern beide berufstätig sind, kann für eine zusätzliche Unterstützung der Großeltern ein ambulanter Pflegedienst oder eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch genommen werden. Wer professionelles und vertrauensvolles Personal für die häusliche Pflege sucht, kann sich an erfahrene Vermittlungsagenturen wie die Deutsche Seniorenbetreuung wenden. Dadurch können alle Parteien zwischendurch entlastet werden und man kann mit den Kindern mehr Qualitätszeit genießen.

Vorteile für die Eltern

Die Großeltern können euch sowohl in der Haushaltsführung als auch bei der Kindererziehung entlasten. Das ist besonders von Vorteil, wenn ihr beide berufstätig seid. So können Oma und Opa eure Kinder vom Kindergarten oder der Schule abholen und gemeinsam mit diesen ein leckeres Essen zubereiten.

Wenn ihr wiederum gerne eure Eltern sehen und für diese da sein möchtet, müsst ihr nicht erst den Weg in ein Heim oder gar eine andere Stadt auf euch nehmen. In einem Mehrgenerationenhaushalt sind alle direkt vor Ort. Auch aus finanzieller Sicht lohnt es sich, ein Mehrfamilienhaus zu bauen: Wenn ihr einen Baukredit aufnehmen möchtet, wird dieser umso günstiger, je größer der Eigenkapitalanteil ist. Wenn ihr euch dafür entscheidet, eine Einliegerwohnung an die Großeltern zu vermieten, hat das steuerliche Vorteile. Das ist zudem praktisch, weil damit jeder von euch seinen separaten Wohnbereich und damit einen Rückzugsort und größtmögliche Privatsphäre hat.


Vorteile für die Kinder

Eure Kinder lernen von Anfang an Verantwortung zu übernehmen, weil sie, wie alle anderen im Haus lebenden Parteien auch, kleine Aufgaben übernehmen müssen. So können sie beispielsweise die Großeltern beim Kochen oder der Gartenarbeit unterstützen. Indem ihr eure Kinder im Haushalt mithelfen lasst, könnt ihr deren Selbstständigkeit fördern. Durch diese gemeinsamen Tätigkeiten können die Jüngeren von der Lebenserfahrung der älteren Generation profitieren. Eure Kinder haben zudem mit Oma und Opa zwei weitere Bezugspersonen. Das bietet ihnen, neben euch selbst, eine weitere soziale Konstante.

Mehrfamilienhaus modernisieren

Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, ein bereits vorhandenes Mehrfamilienhaus so zu modernisieren, daß alle Familienmitglieder davon profitieren können. Das Ändern der schon vorhandenen Raum-Aufteilungen sowie die Schaffung barrierefreier Räume sorgen aber - neben den sonstigen Modernisierungskosten - für einen erhöhten finanziellen Bedarf. Die Lösung, ein Wohnobjekt in ein Mehrgenerationenhaus zu verwandeln, macht daher meist nur Sinn, wenn sich das Objekt bereits im Familienbesitz befindet. Während man bei einem Neubau pro Wohnung mit ca. 1% der Gesamt-Bausumme für ein barrierefreies Wohnen rechnen muss, liegen die Kosten bei einem Umbau meist darüber. Die genauen Kosten hängen unter anderem von den baulichen Verhältnissen, den erforderlichen Maßnahmen und den genauen Wünschen der späteren Bewohner ab. Nachfolgend einige der häufigsten Umbaumaßnahmen nebst Kosten:

  • Fest installierte Rampe am Hauseingang: 600 Euro pro Meter
  • Treppenlift (für gerade Treppen): 5.000 Euro
  • Einbau eines Fahrstuhls (für 2 Stockwerke): ca. 25.000 Euro
  • Höhenverstellbarer Waschtisch: 2.000 Euro
  • Höhenverstellbares WC: 4.000 Euro
  • Wandstützgriffe für Badewanne/WC: 250 Euro
  • Behindertengerechte Küche (unterfahrbare Schränke etc.): 10.000 Euro
  • Pflegebett: 4.000 Euro
  • Behindertengerechter Parkplatz bzw. Carport: 1.500 Euro

Für die barrierefreien Umbauten können verschiedene Zuschüsse und Förderprogramme in Anspruch genommen werden, insbesondere von folgenden Einrichtungen/Stellen:

  • Krankenkasse oder Pflegeversicherung
  • Versorgungsamt (für Schwerbehinderte ab 50%)
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau - KfW
  • Kommunale bzw. städtische Förderprogramme
  • Stiftungen wie die Elsa Krauschitz-Stiftung

Außerdem können manche barrierefreie Modernisierungsmaßnahmen steuerlich geltend gemacht werden. Auch die Nutzer eines Riester-Vertrages haben die Möglichkeit, das eingezahlte Kapital zzgl. der staatlichen Riesterzuschüsse zur Modernisierung oder Neubau eines barrierefreien Wohnobjekts zu nutzen.

Wenn weitere Finanzierungsmaßnahmen notwendig sind, können dafür verschiedene Kreditformen in Anspruch genommen werden:

  • Modernisierungskredit: bietet oft sehr gute Konditionen und benötigt keine gesonderten Absicherungen, da das Haus als Absicherung genügt. Ein weiterer Grundschuldeintrag erfolgt in diesem Fall jedoch nicht, wodurch Kosten entfallen. Die Modernisierungsarbeiten sind der Bank zu belegen. Tipp: Vergleicht das Angebot eurer Hausbank mit verschiedenen Angeboten im Internet, am besten nutzt ihr für die Suche nach einem Modernisierungskredit eines der Vergleichportale, die euch die besten Kredite übersichtlich auflisten.

  • Ratenkredit: letztendlich kann natürlich jeder Ratenkredit auch für die Renovierung des Hauses genutzt werden. Für Küchen und echte Modernisierungs-/Sanierungsmaßnahmen gibt es spezielle Verwendungszwecke, die wiederum günstige Zinsen versprechen. Wichtig ist, unbedingt vor der Kreditaufnahme die Angebote zu vergleichen und für sich das beste Produkt herauszufinden.

  • Immobilienkredit/Aufstockung: auch der bereits bestehende Immobilienkredit kann um die benötigte Summe aufgestockt werden, sodass sich die Gesamtsumme erhöht. In diesem Fall wird jedoch auch der Eintrag im Grundbuch abgeändert, was wiederum Kosten verursacht, die der Kreditnehmer tragen muss.

Was solltet ihr noch berücksichtigen?

Die oben bereits erwähnte Einliegerwohnung bietet nicht nur finanzielle Vorteile. Sie ermöglicht es, dass alle Parteien Raum für sich und damit ausreichend Privatsphäre haben. Somit könnt ihr euch alle zwischendurch in euer eigenes Reich zurückziehen. Grundsätzlich solltet ihr darauf achten, dass trotz des gemeinsamen Hauses jeder sein eigenes Leben führen kann. Vorab aufgestellte Regeln können dabei helfen:

Der Tagesablauf sollte grundsätzlich von euch allen gemeinsam gestaltet werden. Dabei solltet ihr festlegen, wer die Erledigung welcher Aufgaben übernimmt. Somit gibt es eine feste Struktur und Missverständnisse könnt ihr im Voraus vermeiden.

Besonders wenn ihr euch die Kinderbetreuung mit den Großeltern aufteilt, solltet ihr Zeiten festlegen, wer wann für die Kleinen verantwortlich ist. So hat jede Partei ebenso feste Zeiten für sich und den jeweiligen Partner - vor allem für die Kinder ist dieser gewohnte Ablauf weitaus weniger stressig als ein unkoordiniertes Hin und Her.

Sprecht vorab mit euren Eltern über Werte und Normen in der Erziehung. Hauptsächlich erziehungsberechtigt solltet ihr als Eltern selbst bleiben. So lassen sich Widersprüche in der Erziehung und etwaiger Streit deswegen im Voraus vermeiden.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass das gemeinsame Wohnen von drei (oder sogar mehr) Generationen, wie es früher üblich war, zum gemeinsamen Wohl beiträgt - sei es durch finanzielle Entlastung, verringerten Stressfaktor oder einfach das Zusammenhaltsgefühl der einzelnen Hausbewohner.

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