Textilien und Möbel für allergiebelastete Kinder

Bild:  Textilien und Möbel für allergiebelastete Kinder
Laufende Nasen, tränende Augen, juckender Hautausschlag - allergische Reaktionen äußern sich in vielfältiger und stets unangenehmer Weise.

Die häufigsten Allergien bei Kindern

Allergien entstehen durch eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe in der Umwelt. Diese Auslöser können beispielsweise durch Tierhaare, Hausstaubmilben, Pollen oder bestimmte Nahrungsbestandeile in den Organismus gelangen. Die Symptome einer Allergie bei Kindern äußern sich in den meisten Fällen in mindestens einer der folgenden Beschwerden:

  • Neurodermitis: Juckender Hautausschlag, häufig im Gesicht und an den Armen, der im Zusammenhang mit bestimmten Allergenen auftritt. Eine andere Variante ist das Kontaktekzem, welches beim Tragen bestimmter Textilien oder Schmuckstücke auftritt.

  • Heuschnupfen: Die Nase läuft, die Mundschleimhaut schwillt an und die Augen tränen - diese Symptome werden nicht nur durch das Einatmen von Gräserpollen, sondern unter anderem auch durch Tierhaare und Staubmilben ausgelöst. Wenn die Problematik sich im Laufe des Lebens verstärkt, kann sich Heuschnupfen zu einer allergischen Asthma-Erkrankung ausweiten.

  • Lebensmittelallergie: Die allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel, etwa Milch, Nüsse oder Schalentiere zeigt sich sowohl als Hautausschlag oder Heuschnupfen als auch in Form von Erbrechen und Durchfällen.

Was soll im Hinblick auf Möbel beachtet werden?

Um das Kinderzimmer für unter allergischen Erkrankungen leidende Kinder optimal zu gestalten, sollten Möbel gewählt werden, die kaum bzw. keine Allergene in die Umgebung freisetzen:

  • Die Wickelkommode: Hier bestimmen zwei Elemente die Verträglichkeit: die Auflage und das Material des Möbelstückes. Bei Letzterem sollte beachtet werden, dass die ätherischen Öle von Nadelhölzern durchaus Allergien auslösen können. Auf der sicheren Seite ist man dagegen mit Buchen- oder Birkenholz. Das zweite entscheidende Element - die gepolsterte Auflage - ist idealerweise mit einem Bezug aus Bio-Baumwolle ausgestattet, der leicht waschbar ist. Ein Tuch aus Bio-Molton als oberste Lage kann problemlos im Kochwaschgang gereinigt werden und bietet auf diese Weise optimale Hygieneverhältnisse für allergieanfällige Kinder.

  • Das Kinderbett: Neben dem richtigen Material des Bettgestelles entscheiden an dieser Stelle die Matratze und das Bettzeug über die eventuelle Allergen-Belastung. Generell bieten Kaltschaummatratzen bei richtiger Pflege einen schlechteren Lebensraum für Hausstaubmilben. Sie stellen also die bessere Wahl für Allergiker dar als Federkernmatratzen oder Auflagen aus Naturmaterialien. Beim Bettgestell ist das Naturmaterial Holz empfehlenswert. Darüber hinaus verweist betten.de auch auf Modelle, die durch einfache Umbaumaßnahmen auch noch im Kleinkindalter benutzt werden können, was letztlich auch Geld einsparen kann.

    Wenn Kinder alt genug für das Schlafen mit Kissen und Bettdecken sind, sollten auch hier Füllungen aus Kunstfasern gewählt werden, die bei mindestens 60 Grad waschbar sind - so haben Milben keine Chance. Daunendecken sind zwar laut Informationen der Bremer Umweltberatung nicht per se der Tummelplatz für Hausstaubmilben (wie lange Zeit vermutet wurde) jedoch sind sie wesentlich schwieriger zu reinigen als Synthetik-Produkte.

  • Schränke, Regale, Stühle: Kiefernholz dünstet mit seinen natürlichen Ölen und deren Spaltprodukten Stoffe aus, die als Allergene wirken können. Für die reizarme Kinderzimmerumgebung ist es deshalb besser, auf Bettgestelle, Schränke und Regale aus Nadelholz zu verzichten. Trotzdem sollte man Massivholz den Vorzug vor Spanplatten geben, da diese häufig Formaldehyd ausdünsten. Vollkommen schadstofffreies Mobiliar garantiert zwar kein Label, jedoch bestätigen diverse Qualitäts-Siegel, dass festgelegte Grenzwerte bezüglich der Formaldehyd-Emission eingehalten werden:

    • Die Deutsche Gütergemeinschaft für Möbel (DGM) zeichnet die durch sie auf Qualität und gesundheitliche Sicherheit geprüften Möbel durch das „goldene M“ aus.

    • Das ÖkoControl-Siegel des Eco-Institutes weist Bettwaren, Polster und Möbelstücke aus, die aus nachhaltig produzierten Rohstoffen bestehen und dabei schadstoff- und emissionsarm sind.

    • Schließlich bewertet der Blaue Engel seit 1978 verschiedene Produkte in Hinsicht auf ihre umwelt- und gesundheitsschonenden Aspekte.

Textilien als Allergie-Auslöser

Bei empfindlichen Personen kann durch Schwitzen, Reibung und engem Hautkontakt eine sogenannte Textildermatitis ausgelöst werden. Dabei werden durch Allergene im Gewebe Pickel oder Hautreizungen in den Kniekehlen oder den Armbeugen verursacht; seltener treten Atembeschwerden auf. Nicht die Faser selbst ist bei Textilien die Ursache für allergische Reaktionen, sondern Farbstoffe, Veredelungsbeschichtungen und andere chemische Zusatzstoffe, die der Kleidung Glanz, Bügelfreiheit oder spezielle klimatische Eigenschaften verleihen sollen. Allein Wolle kann als Naturfaser selbst allergieauslösend wirken - in allen anderen Fällen liegt es an den künstlichen Zusätzen. Mit den folgenden Maßnahmen lassen sich größere Probleme vermeiden:

  1. Allergenarmes Gewebe nutzen
    Prinzipiell sind synthetische Fasern an sich eine gute Wahl für Allergiker, wenn sie frei von chemischen Zusatzstoffen sind. Labels wie „Oeko-Tex Standard 100“ oder „Toxproof“ bieten hier eine Orientierung zur Wahl schadstoffarmer Gewebe, sagen allerdings nicht über alle relevanten Risikostoffe etwas aus. Zusätzlich kann die empfindliche Haut von Allergikern durch einen eventuellen Hitzestau in synthetischer Kleidung gereizt reagieren.

    Besonders gut vertragen werden dagegen im Allgemeinen luftige Kleidungsstücke aus Baumwolle. Helle Stoffe sind hier dunklen vorzuziehen, da sie weniger potentiell allergieauslösende Farbstoffe enthalten. Wer ganz sicher gehen möchte, wählt Produkte aus Bio-Baumwolle.

  2. Allgemeine Empfehlungen
    Teppiche, Vorhänge und Polster - prinzipiell sind Textilien im Wohnbereich Allergen-Fänger, in denen sich Staub, Tierhaare oder Pollen festsetzen können. Am günstigsten für die hypoallergene Kinderzimmerausstattung sind daher pflegeleichte Produkte, die häufig und heiß gewaschen werden können. Natürlich kommen auch hygienische Alternativen wie Parkett oder Kork als Bodenbelag infrage.

Fazit

Schnief-Nase und juckender Ausschlag - wenn Kinder allergische Beschwerden haben, leidet ihr familiäres Umfeld mit ihnen. Obgleich das Wichtigste die ärztliche Bestimmung des konkreten Allergieauslösers ist, sollte höchstes Augenmerk auf ein Umfeld ohne Allergen-Belastung gelegt werden. Durch schadstoffgeprüfte Möbel und Kleidungsstücke sowie einem Fokus auf häusliche Hygiene lässt sich dies gut erreichen.

Allergietests verschiedener Arten bieten übrigens die meisten Kinderärzte an. Welcher Kinderarzt in deiner Nähe Allergie-Tests anbietet oder Allergologe istl, kannst du ganz schnell in unserem bundesweiten Kinderarzt-Vergleich herausfinden.

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