Asthma bronchiale bei Kindern

Bild:  Asthma bronchiale bei Kindern
Asthma bronchiale ist chronische Erkrankung der Atemwege, die besonders bei Kindern und Jugendlichen auftritt.

Was ist Asthma bronchiale?

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronische entzündliche Atemwegserkrankung, die mit einer gesteigerten Empfindlichkeit des Atmungssystems gegenüber bestimmten Reizen verbunden ist. Der aus dem Griechischen stammende Name lässt sich in etwa mit "Atemnot" oder "Beklemmung" übersetzen und spielt damit bereits auf das zentrale Symptom der Krankheit an. Typisch für Asthma bronchiale ist das anfallsartige Auftreten der Beschwerden, wobei die Betroffenen zwischen den Anfällen oftmals völlig symptomfrei sind.

Besonders häufig leiden Kinder und Jugendliche an Asthma bronchiale. So ist in Deutschland etwa jedes zehnte Kind von der Krankheit betroffen, während es bei den Erwachsenen nur etwa jeder Zwanzigste ist. Etwa 30% der betroffenen Kinder zeigen bereits im ersten Lebensjahr erste Symptome. Bei 80-90% der jungen Asthma-Patienten manifestiert sich die Krankheit bis ihrem fünften Lebensjahr. Dabei gilt, dass eine allergische Ursache umso wahrscheinlicher ist, je später sich die ersten Asthma-Anzeichen bei Kindern bemerkbar machen.

Asthma Arten, Ursachen und Auslöser

Grundsätzlich ist bei Asthma bronchiale zwischen zwei verschiedenen Formen der Erkrankung zu unterscheiden. Sie zeigen zwar jeweils die gleichen Symptome und werden auch auf dieselbe Weise behandelt, weisen jedoch unterschiedliche Auslöser auf.

Zum einen gibt es das sogenannte allergische Asthma. Dabei handelt es sich um eine überempfindliche Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe, die als Allergene bezeichnet werden. Typische Allergene, die Asthma auslösen können, sind:

  • Pollen
  • Tierhaare
  • Schimmelpilzsporen
  • Kot der Hausstaubmilbe
  • Nahrungsmittel
  • Insektengifte
Sofern Pollen die Atemwegserkrankung verursachen, wird es auch als saisonales Asthma bezeichnet. Teilweise äußern sich Allergien unmittelbar in Form eines allergischen Asthmas, teilweise kann sich die Erkrankung jedoch auch erst im Laufe der Zeit herausbilden, wenn sich bspw. ein allergischer Schnupfen immer weiter verstärkt und es dann zum gefürchteten "Etagenwechsel" in den Bronchialbereich kommt. Generell ist bei allergischem Asthma oft eine familiäre Veranlagung festzustellen, und die Erkrankung tritt typischerweise bereits im Kindes- und Jugendalter auf.

Bei nicht-allergischem bzw. intrinsischem Asthma kommt es ebenfalls zu einer Überempfindlichkeit und chronischen Entzündung der Atemwege, ohne dass diese jedoch von Allergenen verursacht wird. In vielen Fällen folgt das erstmalige Auftreten des intrinsischen Asthmas auf Virusinfektionen der Atemwege, allerdings kaum bei Kindern, sondern meist erst im Erwachsenenalter. Mögliche weitere Auslöser sind:

  • Reizstoffe (Tabakrauch, Parfüm etc.)
  • Feinstaub, Stäube und Luftverschmutzungen
  • Körperliche Belastung
  • Stress
  • Magensaftrückfluss in Speiseröhre

Geeignete Diagnoseformen für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche

Die Diagnose einer Asthmaerkrankung erfolgt zum einen anhand der beobachteten Symptome und auf Basis der erhobenen Krankengeschichte. Zum anderen werden verschiedene körperliche Untersuchungen durchgeführt, zu denen neben dem Abhören der Lunge vor allem auch die Lungenfunktionsprüfung zählen. Dabei gelten jedoch für Kleinkinder und Säuglinge einerseits sowie für Kinder und Jugendliche andererseits jeweils unterschiedliche diagnostische Kriterien.

Bei Kleinkindern orientiert sich die Diagnose in starkem Maße an der Zahl der Episoden mit charakteristischen Atemgeräuschen während eines halben Jahres. Zudem wird bei dem betreffenden Kind und in dessen Familie besonders auf Indizien einer erhöhten Allergiebereitschaft sowie auf eventuelle Neurodermitis- und Asthmaerkrankungen anderer Familienangehöriger geachtet.

Da Lungenfunktionstest die Mitarbeit des Patienten erfordern, sind diese eher für Kinder und Jugendliche geeignet. Hierbei kommen die Spirometrie oder Ganzkörperplethysmogafie zum Einsatz. Über Mundstücke wird das Lungenvolumen oder der Widerstand beim Ausatmen gemessen.

Sofern nicht bereits bekannt ist, ob und welche Allergien vorliegen, können im Rahmen der Diagnostik bei vermutetem allergischem Asthma auch Allergietests notwendig werden - wie beispielsweise der Prick-Test oder entsprechende Blutuntersuchungen im Labor.

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Typische Symptome und Krankheitsverlauf

Bei Kindern und Jugendlichen teilt die Medizin Asthmaerkrankungen anhand der auftretenden Symptome und der vorhandenen Lungenfunktion in vier verschiedene Schweregrade ein:

  • Intermittierendes Asthma
    Bei Kleinkindern und Säuglingen können Atembeschwerden infolge von Atemwegsinfektionen bereits erste Anzeichen für die Entwicklung einer Asthmaerkrankung sein, ohne dass die Bronchialschleimhaut dabei schon die für Asthma typische chronische Entzündung bzw. Überempfindlichkeit aufweist. In diesen Fällen, die besonders häufig in der kalten Jahreszeit auftreten, wird von sogenanntem intermittierendem Asthma gesprochen. Dabei können neben gelegentlichem Husten und leichter Atemnot leichte Beeinträchtigungen der Lungenfunktion auftreten. Dazwischen liegen jedoch beschwerdefreie Phasen, in denen weder die Lungenfunktion beeinträchtigt noch die Atmung behindert ist und die mehr als zwei Monate andauern.

  • Geringgradig persistierendes Asthma
    Bei leichtem, anhaltendem Asthma dagegen sind die beschwerdefreien Intervalle kürzer als zwei Monate, es kommt gelegentlich zu Atemnot und die Lungenfunktion ist etwas stärker beeinträchtigt.

  • Mittelgradig persistierendes Asthma
    Treten Beschwerden wie Husten und Atemnot an mehreren Tagen in der Woche und auch während der Nacht auf und ist eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion nachweisbar, dann liegt bereits mittelschweres, anhaltendes Asthma vor.

  • Schwergradig persistierendes Asthma
    Bei schwerem, anhaltendem Asthma treten die Beschwerden häufig auch in der Nacht auf und die Lungenfunktion ist bereits stärker beeinträchtigt.

Das charakteristische Merkmal einer Asthmaerkrankung im Vergleich zu anderen ähnlichen Atemwegserkrankungen besteht darin, dass Beschwerden wie Atemnot, Engegefühl in der Brust, trockener Husten und pfeifende Atmungsgeräusche anfallsweise auftreten und dass die Verkrampfung bzw. Verengung der Atemwege durch entsprechende Medikamente rückgängig gemacht werden kann. Bei Kindern sind zudem oft auch Hauteinziehungen im Brustkorbbereich zu beobachten, die im Atemrhythmus auftreten. Bleibt eine Asthmaerkrankung unbehandelt, kann es im Laufe der Jahre zu einer Verschlimmerung der Beschwerden kommen.

Patientenschulung und medikamentöse Behandlung

Bislang ist Asthma noch nicht heilbar, doch kann die Krankheit in vielen Fällen mit Hilfe von Medikamenten gut behandelt werden. Das Ziel der Therapie besteht darin, den Patienten so weit wie möglich Beschwerdefreiheit und uneingeschränkte, körperliche Leistungsfähigkeit zu ermöglichen. Die konkrete Therapie wird dabei jeweils individuell auf den Einzelfall abgestimmt, wobei zwischen der Linderung der akuten Symptome und der langfristigen Behandlung der Erkrankung zu unterscheiden ist.

Zur Linderung der akuten Beschwerden, chronischen Entzündung und Verengung der Atemwege werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Unter den in der Asthmatherapie eingesetzten Wirkstoffen haben sich vor allem kurz- und langwirksame Beta-2-Sympathomimetika, die die Bronchien erweitern, sowie entzündungshemmende Kortisonpräparate bewährt. Letztere können systemisch oder topisch angewandt werden. Des Weiteren spielen auch die Allergieprophylaxe mittels Cromonen, die Entspannung oder Anspannung der Bronchialmuskulatur mithilfe von PDE-Hemmern bzw. Anticholinergika und die Reduzierung der Sekretbildung eine wichtige Rolle.

Gerade bei Kindern sollten Cortisonpräparate allerdings nur in möglichst geringen Dosen und lediglich als Spray angewandt werden. Zudem können kleine Kinder noch keine Pulverinhalatoren - umgangssprachlich auch als "Asthmaspray" bekannt - nutzen. Daher gibt es für sie spezielle Inhaliergeräte, die mit altersgerechten Inhalationshilfen ausgestattet sind.

Im Rahmen der langfristigen Therapie haben sich bspw. Patientenschulungen zum Umgang mit der Krankheit, Gewichtsreduktion, körperliches Training, Tabakentwöhnung sowie Atemphysiotherapie bewährt. Zudem sollten häufige Begleiterscheinungen von Asthma, wie z.B chronischer Schnupfen oder chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen, in jedem Fall fachgerecht behandelt werden.

Da Asthma bei Kindern und Jugendlich überwiegend allergisch bedingt ist, umfasst die Asthmatherapie bei ihnen in der Regel auch die strikte Vermeidung des Kontakts mit den betreffenden Allergenen, soweit sich dies im Alltag realisieren lässt. Dass in Haushalten, in denen asthmakranke Kinder leben, nicht geraucht wird, sollte selbstverständlich sein.

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