Läuse erkennen und bekämpfen

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Vor allem Eltern von Kindern im Kindergarten oder in der Schule können ein Lied davon singen: Die Angst vor Läusen gehört für sie oft zum Alltag.

Was sind Läuse und Nissen?

Die Läuse um die es hier geht, sind sogenannte Kopfläuse - flügellose Insekten, die parasitär auf unserer Haut leben und von unserem Blut ernähren. Dazu bohrt jede Laus täglich bis zu acht Mal ein winzig kleines Loch in die Hautoberfläche und entnehmen ein wenig Blut. Damit das Blut nicht gerinnt, spritzt die Laus ihren Speichel auf die Wunde - beim Befallenen führt das zu starkem Juckreiz.

Kopfläuse sind ca. 3mm groß (Männchen sind etwas kleiner). Für ihre Eiablage lieben sie Temperaturen um 35°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit - Bedingungen, wie sie perfekt auf unserer Kopfhaut gegeben sind! Der zusätzliche Vorteil: Die Haare speichern nicht nur Wärme, sie schützen die Parasiten außerdem vor schädlichen Umwelteinflüssen. Im Laufe ihres Lebens legt eine Läusedame ca. 200 Eier und aus zwei Dritteln schlüpfen nach ungefähr 10 Tagen neue Läuse - das andere Drittel der Nissen enthielt keinen oder keinen lebensfähigen Läuseembryo.

Die Eihüllen (Nissen) werden von Läusen mit Hilfe eines Sekrets an den Haaren befestigt, so dicht an der Kopfhaut wie möglich. Das Sekret härtet rasch aus und wird dann so hart wie Zement!

Übrigens bekleben Läuse besonders gerne Stellen mit dichtem Haar, z. B. hinter den Ohren oder auch im Nacken. Denn je dichter das Haar steht, umso besser wird das Mikroklima gehalten und die frisch geschlüpften Läuse trocknen nicht aus.

Haben sie einen Menschen befallen, können Läuse bis zu einem Monat alt werden, wogegen Läuse und Nissen ohne menschlichen Wirt maximal vier Tage überleben.

Läuse richtig suchen

Wenn Kindergarten oder Schule Läusealarm schlagen, musst du schnell handeln. Kontrolliere umgehend die Köpfe all deiner Sprößlinge - unabhängig davon, ob bereits Symptome wie Juckreiz oder aufgekratzte, blutige Haut auftreten. Bei jeder zweiten oder dritten Haarwäsche kannst du überprüfen ob auf der Kopfhaut Nissen oder Läuse zu sehen sein. Auch wenn ein Kind sich häufiger unbewußt am Kopf kratzt, kann das ein Hinweis auf einen Läusebefall sein.

Besteht der Verdacht auf Läuse, ist es ein bloßes Durchsehen der Haare nicht mehr genug, um Läuse bei Kindern zu erkennen. Die sehr kleinen Tierchen und ihre Eier (Nissen) können nämlich leicht übersehen werden. Besser ist ein systematisches Durchkämmen der Haare nach folgender Anleitung:

  1. Schritt: Wasche zunächst die Haare deiner Kinder mit einem normalen Haarshampoo.

  2. Schritt: Trage dann einen Conditioner / eine Spülung auf die Haare auf. Der Conditioner erleichtert das Durchkämmen der Haare und sorgt dafür, dass die Läuse sich nicht so gut verstecken können. Wichtig: Die Spülung nicht auswaschen!

  3. Schritt: Durchkämme das Haar nun systematisch mit einem feinzinkigen Nissenkamm, den du in jeder Apotheke kaufen kannst oder der meist bei einem Anti-Läuse-Mittel mitgeliefert wird. Teile dazu am besten immer nur eine kleinere Strähne ab und durchkämme sie dann beginnend von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen. Es ist wichtig, das du beim Kämmen wirklich so nah wie möglich an der Haarwurzel ansetzt, um auch wirklich alle Tierchen zu erwischen.

  4. Schritt: Streife den Nissenkamm nach jeder bearbeiteten Strähne an einem weißen Küchentuch oder ähnlichem ab. Nissenbefall kannst du dann ganz leicht entdecken..

  5. Wenn du Läuse und Nissen entdeckt hast, so kannst du entweder ein freiverkäufliches Läuse-Bekämpfungsmittel in der Apotheke kaufen oder du besuchst den Kinderarzt. Auch wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Kind wirklich Läuse hast, raten wir zu einer Untersuchung beim Kinderarzt. Er kann die richtige Diagnose stellen und dem Nachwuchs auch das beste Mittel verschreiben. Eine Übersicht aller Kinderärzte mit Leistungen und Bewertungen findest du in unserer Kinderarzt-Suche.


Zweimal, mit einem Abstand von etwa einer Woche, sollte dieses Läuseshampoo angewendet werden. Nach der jeweiligen Behandlung und dem Einmassieren einer Spülung kannst du die abgetöteten Läuse und Nissen mit Hilfe eines speziellen Läusekamms aus den nassen Haaren entfernen. Anschließend solltest du – auch wenn die Beschwerden schon wieder verschwunden sind – immer wieder einmal kontrollieren, ob in den Haaren noch Läuse erkennbar sind.

So klappt die Vorbeugung

Ob dein Kind nun eine Kinderkrankheit oder aber eben Läuse mit nach Hause gebracht hat: du solltest wissen, dass dies nur in den seltensten Fällen etwas mit schlechter Hygiene zu tun hat. Tatsächlich fühlen sich Läuse sogar in frisch gewaschenem Haar am wohlsten. Es gibt also für niemanden einen Grund, sich zu schämen!

Völlig machtlos bist du gegen die kleinen Plagegeister dabei aber nicht – einige Tricks können dabei helfen, einem Läusebefall vorzubeugen:

- Ermahne dein Kind, nicht die Mützen oder andere Kleidungsstücke seiner Freunde zu benutzen – Läuse gelangen sonst ganz einfach von einem Kopf auf den nächsten
- Außerdem sollten die Kids nicht zu sehr die Köpfe „zusammenstecken“
- Lange Haare werden idealerweise hochgebunden, zum Beispiel zu einem Dutt
- War ein Familienmitglied bereits von Läusen betroffen, empfiehlt es sich, alle von ihm benutzen Kleidungsstücke sowie Bettwäsche und Handtücher bei 60 Grad zu waschen
- Was sich nicht so leicht waschen lässt (zum Beispiel Kuscheltiere), kann sorgfältig in eine Plastiktüte verpackt für drei Tage in der Tiefkühltruhe gelagert werden

Wichtig: Solltest du bei deinen Sprösslingen Läuse und Nissen entdecken, so informiere unbedingt den Kindergarten oder die Schule. Dann hat das Personal die Gelegenheit zu reagieren und passende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Nur so kannst du nämlich verhindern, dass sich die lästigen Tierchen weiterhin unbemerkt ausbreiten und nach einigen Wochen wieder bei deinen Kindern landen.

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