So lernen Kinder auf kreative Weise, sich zu konzentrieren

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Die Welt der Kinder hat sich geändert.

Erst austoben, dann sitzen

Wer sich ausgetobt hat, der kann leichter stillsitzen, denn die körperliche Energie wurde schon kanalisiert. Ist die Kraft jedoch noch im Körper gestaut, dann fällt das Sitzen besonders schwer. Und auch, wenn viele Pädagogen für „bewegte Klassenzimmer„ plädieren, da das Sitzen nicht gerade förderlich für die Gesundheit oder das Denken ist, gehört es nun einmal zum Leben dazu. In der Kita sitzen die Kinder am Tisch und basteln, in der Schule sitzen sie am Tisch und lernen und daheim kommt ebenfalls der Küchentisch oder der eigene Schreibtisch zum Einsatz, wenn es darum geht, die Hausaufgaben zu erledigen. Wer keine Schule hat, in der ein anderes Konzept gelebt wird, muss sich mit Thema auseinandersetzen. Denn es fällt einem Kind deutlich leichter, sich den anstehenden Aufgaben und Herausforderungen zu stellen, wenn es das bereits mit den Eltern üben konnte. Lässt man der Sache den angemessenen Raum, dann passiert das „fast wie von selbst“.

Ab wann und wie lange können Kinder stillsitzen?

Sich konzentrieren, das machen schon kleinste Kinder, wenn sie ihr drehendes Mobile beobachten und dabei ganz versunken sind. Man sollte sie dann gewähren lassen, ohne sie gleich anzusprechen und aus dem Moment zu reißen. Immer wieder gibt es Situationen, in denen ein Kind hoch konzentriert ist, weil es gerade etwas Neues lernt. Dann läuft sein Gehirn auf Hochtouren und verarbeitet die neuen Eindrücke. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht gleichzeitig einen großen Bewegungsdrang hat - das ist bei allen Kindern so. Doch die einzelnen Temperamente können sich voneinander unterscheiden. Der entscheidende Gedanke ist, dass den Kindern ermöglicht werden sollte, ein gesundes Gleichgewicht herzustellen, denn erst so kommen sie in Balance. Eltern können dabei unterstützen, indem sie einerseits viele Gelegenheiten für Bewegung, körperliches Spiel und Toben bieten und andererseits durch kreative Angebote auch den Gegenpol stärken. Es gilt, die beiden Energien auszugleichen und so für das innere Gleichgewicht und damit die Stabilität zu sorgen. Danach suchen selbst Babys schon von ganz allein und schaffen es am besten mit der Unterstützung der Eltern.

Konzentration im wachsenden Lebensalter

Es ist natürlich nicht nur für die Schule wichtig, sich auch einmal konzentrieren und körperlich zur Ruhe kommen zu können. Bereits das gemeinsame Essen und auch das Einschlafen fordern von den Kindern, ihren Körper unter Kontrolle zu bekommen, sodass er sich beruhigen kann. Wie gesagt, funktioniert das am besten, wenn das Kind auch die Gelegenheit zu körperlicher Betätigung hat. Hier sind die Bedürfnisse ganz unterschiedlich. Die Methoden, das Kind für etwas zu begeistern, das es zum Konzentrieren animiert, sind jedoch bei den meisten Kindern gleich und kreative Techniken spielen dabei eine große Rolle. Hier sind ein paar Beispiele:

Mit zwei bis drei Jahren können die meisten Kinder sich nur wenige Minuten konzentrieren, doch man kann diese Fähigkeit fördern, indem man dem Kind interessante Spielsachen anbietet. Steckspiele, altersgerechte Puzzle und Legespiele fordern dazu heraus, konzentriert bei der Sache zu sein. Gleichzeitig übt ein Kind mit diesen Dingen die Frustrationstoleranz, denn natürlich gelingt nicht alles gleich. Gerade das Malen und Kneten können diese Fähigkeiten fördern, denn kreative Tätigkeiten fördern weitere Teile des Gehirns und sorgen für neue, neuronale Zusammenschlüsse.

Mit vier bis fünf Jahren können Kinder selbst gesteckte Ziele schon sehr gut erreichen, vor allem, wenn sie selbst motiviert sind. Mit Ansporn und Ermutigung gelingt das sogar noch leichter. Manche Kinder sind noch sehr sprunghaft, aber die Erzieher im Kindergarten werden das bemerken und die Entwicklung mit gemeinsamen Spielen unterstützen.

Zuhause kann es sehr hilfreich sein, Bilder auszumalen, die das Kind sich selbst ausgesucht hat. Bei fairtoner gibt es tolle Vorlagen, die so gestaltet sind, dass sie auch von kleinen Kindern leicht ausgemalt werden können. Der Vorteil ist, dass man immer nur das Bild ausdrucken muss, das gerade ausgemalt werden soll. Das kann man immer wieder von Neuem machen. Generell sind auch in diesem Alter kreative Tätigkeiten sehr gut geeignet, die Konzentration zu üben.

Mit sechs bis sieben Jahren kommt ein Kind in die Schule und sollte sich bereits 20 bis 30 Minuten lang konzentrieren können. Das gilt auch dann, wenn es die anstehende Tätigkeit nicht selbst ausgesucht hat und vielleicht Lust auf etwas Spannenderes hat. Eltern können ihr Kind sehr gut unterstützen, indem sie beim gemeinsamen Basteln, Malen und Puzzeln immer mal kleine Hilfestellungen geben, wenn die Motivation gerade verschwindet. So lernt das Kind Schritt für Schritt, bei der Sache zu bleiben. Welche kreative Technik macht dem Kind besonders viel Spaß? Während der eine gern großflächig mit Farbe malt, begeistert sich der andere für filigrane Arbeiten mit der Schere. Es sollte ausreichend Gelegenheiten geben, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Auch die Hilfe im Haushalt, gerade in der Küche oder der Werkstatt, erfordern Konzentration. Dürfen Kinder hier teilhaben, profitieren sie davon in vielerlei Weise, denn neben der Konzentration wird auch das Selbstbewusstsein gestärkt.

Teenager

Als Teenager wird die bereits erworbene Fähigkeit zur Konzentration wieder auf eine Probe gestellt. Die dauerpräsenten Smartphones locken mit tausend Ablenkungen und es gehört eine Menge Disziplin dazu, sie auch einmal abgestellt zu lassen. Hier sollten Eltern unbedingt Vorbild sein und ihre eigene Bildschirmzeit reflektieren. Anstatt zu meckern, wenn die Kids zu viel online sind, kann es deutlich sinnvoller sein, für spannende Alternativen zu sorgen. Auch wenn Jugendliche häufig mit ihrer Null-Bock-Einstellung brillieren, jeder Teenie hat etwas, das ihn wirklich begeistern kann. Im besten Fall sind das eine oder mehrere der kreativen Techniken, die es bereits als kleines Kind geliebt hat; vielleicht aber auch ein Instrument oder eine coole Sportart. Gemeinsam findet sich etwas Passendes, woran der Heranwachsende Spaß hat und das sein Leben bereichert.

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