Wiedereinstieg nach der Babypause

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Mutter zu werden bringt viele Änderungen mit sich.

Berufseinstieg und Weiterbildungen nach der Babypause

Immer mehr Frauen nutzen die Elternzeit zur beruflichen Weiterbildung. Eine Umfrage ergab, dass sich fast drei Viertel aller Mütter diesbezüglich mehr Unterstützung wünschen. Viele haben den Rückhalt ihres Chefs. Außerdem sind da noch die Bildungseinrichtungen und die finanzielle Unterstützung durch das Bundesamt für Arbeit.

Die Elternzeit rein rechtlich betrachtet

Für die Betreuung des Neugeborenen gewährt der Gesetzgeber allen Angestellten und vielen Selbständigen die Elternzeit. Der Zeitraum beginnt mit der Geburt des Kindes und dauert 36 Monate. In der Praxis kann es sich aber kaum eine Mutter oder Vater leisten, alle drei Jahre ausschließlich dem Wohl des Kindes zu widmen.

Rückkehr in den Job planen

Vor allem Mütter sind von der Gefahr einer Kündigung besonders stark betroffen. Wollen sie nach Beendigung der Babypause zurück in den Job, ist es ratsam, die Rückkehr gut vorzubereiten. Diese beginnt idealerweise noch vor der Geburt des Kindes. Bei der Planung sollte nach Möglichkeit auch der Chef miteinbezogen werden.

Welche Möglichkeiten haben werdende Mütter für die Karriere danach?

Die Rückkehr an den Arbeitsplatz sollten werdende Mütter regeln, noch bevor sie die Elternzeit antreten. Doch auch die Zeit für die Kinderbetreuung lässt sich für die Karriere danach nutzen. Im Idealfall wird dieser Schritt vom Arbeitgeber unterstützt. Das gibt vielen Müttern die Möglichkeit, während der Elternzeit an firmeninternen Seminaren und Schulungen teilzunehmen. Aus der Sicht des Arbeitsrechts bestehen hier keine Probleme, da die Teilnahme freiwillig erfolgt.

Mit Weiterbildungen die Ausbildung sinnvoll ergänzen

Doch nicht immer kann der Arbeitgeber helfen. Das gilt vor allem für kleine Betriebe, da sie nicht über die nötigen Voraussetzungen verfügen. In einem solchen Fall bieten externe Bildungseinrichtungen mehr als nur Ersatz. Mit den richtigen Kursen und Seminaren kann die bestehende Ausbildung sinnvoll ergänzt werden. Auch latent vorhandene Fähigkeiten, die im Laufe des Berufslebens erworben wurden, können im Rahmen geeigneter Lehrgänge mit anschließender Prüfung zu einem Berufsabschluss gebracht werden.

Förderung: Die Agentur für Arbeit hilft weiter

Wer neben der Babybetreuung Kurse und Seminare belegen will, braucht dazu auch Unterstützung aus der Familie. Nicht immer schläft das Baby, wenn man seine Unterlagen studieren oder am Online-Unterricht teilnehmen möchte. Hier ist Hilfe bei der Kinderbetreuung durch die Eltern oder den Partner besonders wichtig. Notfalls kann auch eine externe Kinderbetreuung herangezogen werden.

Für die Wahl des richtigen Kurses ist eine umfassende Beratung Voraussetzung. Die gibt es kostenlos bei der Bundesagentur für Arbeit. Kurse, Lehrgänge und Seminare werden von zertifizierten Bildungseinrichtungen vorgenommen, wie zum Beispiel der WBS Training. Die Bildungseinrichtung setzt auf eine Kombination aus theoretischer und praktischer Ausbildung. Ziel ist es, das Profil der Teilnehmer zu schärfen und sie fit für die Prüfung zu machen. Abgelegt wird die Prüfung bei der zuständigen Kammer.

Angeboten werden Kurse in vielen verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel:

  • Sprachen
  • kaufmännische Aus- und Weiterbildung
  • Finanzwirtschaft
  • und viele andere

Weiterbildung muss bezahlbar sein. Das Bundesamt für Arbeit unterstützt bei Bedarf Mütter mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS). Der AVGS ist gedacht für:

  • Arbeitssuchende
  • Ausbildungssuchende
  • Personen, die von einer Kündigung bedroht sind

Wer wissen möchte, ob die Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung vorhanden sind, sollte sich mit seinem Berater von der Bundesagentur für Arbeit zusammensetzen. Alle Regeln und Gesetzgebungen im Zusammenhang mit der Elternzeit bzw. der Babypause treffen übrigens auch auf Väter zu. Diese haben gleichermaßen Anspruch auf gesetzlich geregelten Babypausen und können ebenfalls von den Förderprogrammen für Weiterbildungen während und nach der Elternzeit profitieren.

Es bietet sich auch an, eine kurze Checkliste zu erstellen, mit all den Punkten, die für den Wiedereinstiegt in den Job nach der Babypause wichtig und hilfreich sind. Im folgenden Abschnitt stellen wir dir ein paar Themen vor.

Checkliste Berufseinstieg nach der Babypause

Welcher Job entspricht meinem Alter? Überprüfe, welcher Job nach der Babypause tatsächlich noch deinem Alter entspricht. In Berufen der Betätigungsfelder Gesundheit, Pflege und Heilung stehen auch Jobsuchenden mit Mitte 40 noch zahlreiche Optionen zur Verfügung. Die Branchen Werbung, Telekommunikation, Fitness und Social-Media sind oft den jüngeren Arbeitssuchenden vorbehalten bis ca. Mitte 30. In Vertriebsposition sind es dann wiederum erfahrene Fachkräfte, die gute Chancen haben.

Die aktuelle Marktsituation erkunden: Die aktuelle Situation des Arbeitsmarktes spielt eine große Rolle beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. Dazu kann man sich bei den Agenturen für Arbeit oder den Bildungsinstituten informieren. Hierbei geht es um die realistische Einschätzung der Jobchancen. Auch Jobvermittler, Personalberater oder die Personalverantwortlichen der Betriebe können dazu Auskunft geben.

Die richtige Bewerbung erstellen: Lebenslauf anpassen! Hinterlasse in deinem Lebenslauf keine Lücken. Zwei Jahre, drei Jahre oder gar längere Lücken für reine Babypausen machen sich bei einer Bewerbung im Lebenslauf nicht sehr gut. Erläutere in deinem Lebenslauf alle Tätigkeiten, die du während deiner Babypause wahrgenommen haben. Es können dort auch ehrenamtliche Stationen für Kindergärten, Vereine, Schulen etc. aufgeführt werden. Evtl. hast du ja auch Sprachkurse, PC-Kurse, Softwareanwendungsseminare oder sonstiges besucht. Erläutere auf alle Fälle solche Aktivitäten, damit Lücken im Lebenslauf vermieden bzw. minimiert werden.

Du musst deinen Familienstand im Lebenslauf nicht angeben: Hier geht es natürlich um die Mütter. Kinder sind auf alle Fälle reine Privatsache. Daher besteht keine grundsätzliche Verpflichtung, den Familienstand bei einer schriftlichen Bewerbung anzugeben. Gehe damit direkt der Annahme aus dem Weg, dass Mütter eher die Zusatzverdiener in einer Ehe sind und meistens eine geringe Motivation für den optimalen Einsatz mitbringen. Auch Krankheiten von Kindern gelten für Arbeitgeber an vielen Stellen noch als Warnsignal für Ausfallzeiten von Müttern.

Vollzeitstellen suchen: Ein weiterer Punkt betrifft die Arbeitszeiten. Da gut bezahlte Teilzeitstellen in Deutschland nach wie vor selten sind, solltest du dich zunächst auf die verfügbaren und vom Anforderungsprofil her passenden Vollzeitstellen konzentrieren. Du kannst später aus einer gesicherten Position immer noch in eine Teilzeittätigkeit übergehen. Hier kommt natürlich die Kinderbetreuung ins Spiel, die bei einer Vollzeitbeschäftigung gesichert sein muss. Versuche, möglichst viel Flexibilität zu zeigen. Dann sind die Jobchancen deutlich höher als bei eher starren Erwartungen und Forderungen.

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