Wieviel Wohnraum benötigt eine Familie?

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Ein eigenes Haus – das ist der Traum vieler Familien, besonders mit Kindern.

Wohnen – diese Optionen stehen zur Verfügung

Junge Menschen wohnen in der Regel zur Miete, planen aber eventuell sich Wohneigentum zu schaffen. Doch selbst wer Mieter bleibt, hat sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie er leben möchte und was ihm für sich und die Familie wichtig ist.

Zwar wird angemessener Wohnraum für Empfänger von Sozialleistungen berechnet, doch ob dies wirklich angemessen ist, hängt immer auch davon ab, welche Bedürfnisse der Einzelne hat. Fest steht, dass für Familien ein Appartement mit einem Zimmer nicht mehr ausreicht. Kinder sollten einen ruhigen Platz zum Schlafen haben. Je größer das Kind wird, desto mehr Platz wird es brauchen. Der Idealfall, dass jedes Kind ein eigenes Zimmer hat, ist in der aktuellen Zeit kaum noch zu realisieren, weil die Wohnkosten exorbitant in die Höhe geschnellt sind.

Wohnung – gute Lage kann fehlenden Garten kompensieren

Wohnungen mit Terrasse, Balkon oder Garten sind begehrt, aber auch teuer. Für Kinder ist es natürlich schön, wenn sie die Möglichkeit haben, an die frische Luft gehen zu können. Gerade in Zeiten der Pandemie waren Quarantänefamilien froh, wenn sie einen Balkon nutzen konnten. Doch zum Spielen und herumtoben eignet der Balkon sich ohnehin nicht, so dass es wichtig ist, darauf zu achten, Wohngebiete mit guter Infrastruktur für Familien zu haben. Spielplätze, Parks oder Grünflächen können gut ausgleichen, dass es keinen eigenen Garten gibt.

Haus – der Traum vieler

Das eigene Haus oder auch ein Haus zur Miete ist der Wunsch vieler Familien. Ein Grundstück das Möglichkeiten zum Gärtnern bietet und den Kindern Platz zum Spielen, mit einem sicheren Zaun rundherum und möglichst vielen Kindern in der Nachbarschaft. Natürlich ist es für Kinder sehr schön, in einer solchen Umgebung aufzuwachsen. Doch auch hier haben die explodierenden Grundstücks- und Baukosten einen negativen Einfluss, der zu Lasten von Familien geht.

Große Grundstücke sind nahezu unerschwinglich geworden. Entsprechend wird versucht, auf kleinem Raum möglichst viel Wohnraum zu schaffen. Das bedeutet ein Bauen über mehrere Etagen, was für das Familienleben mit einigen Problemen verbunden ist. Treppen sind für kleine Kinder eine Gefahr. Nicht immer ist es möglich, alle Schlafräume auf einer Ebene anzulegen, so dass Eltern nicht unbedingt mitbekommen, wenn die heranwachsenden Kinder unerlaubt das Haus verlassen oder die Kinder bei Krankheit das Gefühl haben, ausgeschlossen zu sein.

Tatsächlich erfreut sich der Bungalow großer Beliebtheit bei Jung und Alt. Die weitläufige und offene Gestaltung der Räume erlaubt Barrierefreiheit und ein Wohngefühl, bei dem sich alle mit einbezogen fühlen. Oft ist es möglich, den Bungalow inmitten einer kleinen grünen Oase zu bauen, so dass Trampolin oder Sandkasten problemlos ebenfalls Platz finden.

Mobiles Wohnen

Auch das mobile Wohnen ist weiter im Trend. Hausboote, Wohnmobile oder Tiny Häuser werden von Familien ebenso genutzt wie von Paaren oder Singles. Hier liegt der Reiz vor allem im ortsunabhängigen Leben und die Unterkunft wird mehr als Schlafplatz gesehen, denn als Wohnraum. Die Gemütlichkeit auf engem Raum ist natürlich auch bei mobilem Wohnen gegeben und die Nähe wirkt sich oft positiv auf das Zusammenleben aus. Zudem gibt es die guten alten Schrebergärten (in einigen Orten in Deutschland ist es erlaubt, dort zu wohnen) oder Dauercampingplätze.

Kreative Gestaltung kann Wohnraum familienfreundlicher machen

Besonders in Mietwohnungen wird von Umbaumaßnahmen meist abgesehen, da immer der Gedanke, dass der Urzustand wiederhergestellt werden muss, im Hinterkopf ist. Mit etwas Kreativität können Räume auch ohne große bauliche Eingriffe so gestaltet werden, dass in kleinen Nischen beispielsweise Rückzugsorte entstehen, mit Hochbetten mehr Spielfläche geschaffen wird oder sich Stauräume ergeben, wenn zum Spielen eine Art Bühne gebaut wird, unter der sich große Schubladen befinden, die beispielsweise das Spielzeug beinhalten.

Auch die Trennung von Schlafen und Beschäftigung kann kleine Wohnungen größer wirken lassen. Bis zu einem gewissen Alter können sich mehrere Kinder einen Schlafraum teilen. Wird dafür ein Zimmer als Spielzimmer umfunktioniert, haben letztendlich alle mehr Platz. Zumal für Schüler die Arbeitsplätze beispielsweise unter einem Hochbett angelegt werden können.

Der große Esstisch ist oft Ort für den Familienrat, die große Tafel zum gemeinsamen Essen, aber auch ein Platz, an dem Gesellschaftsspiele gespielt oder die Muttertagsgeschenke gebastelt werden. Es lohnt sich, diesen Bereich mit Raumteilern abzugrenzen, die Stauraum für Spielzeug, Bastelmaterial, Geschirr usw. bieten. Sehr beliebt sind hier bestimmte Regale aus einem skandinavischen Möbelhaus, die aufgrund der unterschiedlichen Größen selbst unter Dachschrägen, niedrigen Fenstern etc. Platz schaffen und für Ordnung in der Wohnung sorgen.

Bezahlbares Wohnen politisches Ziel

Sozialer Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen sind politische Ziele, die viele Parteien für ihre Wahlkampfprogramme nutzen. Dabei verlieren sie die Familien, die als private Bauherren inzwischen auch darum bangen müssen sich Wohnen noch leisten zu können – selbst wenn sie gut verdienen – aus den Augen.

Damit Wohnen langfristig bezahlbar bleibt, sollten Familien generationenübergreifend planen. Es gibt Bauweisen, bei denen es möglich ist, später Stockwerke aufzusetzen. Zudem sollte von Anfang an auf eine gewisse Barrierefreiheit Wert gelegt werden, damit im Krankheitsfalle oder für die ältere Generation ein inklusives Wohnen möglich ist.

Wer in große Grundstücke investiert, kann den Bau ebenfalls schrittweise erweitern – je nach dem, wie viel Geld vorhanden ist. Das sollte bei der Erstellung des Grundrisses und bei der Entscheidung über eine Bauweise berücksichtigt werden.

Letztendlich sind luxuriöse Kinderzimmer und große Wohnungen kein Indikator für eine glückliche Kindheit. Viel wichtiger ist die emotionale Ebene, und dass Kinder auch bei begrenztem Wohnraum die Möglichkeit bekommen, sich zu entfalten. Das kann auch im Grünen auf Gemeinschaftsflächen passieren und die sozialen Kontakte, die sich da finden, sind oft von langem Bestand. Nicht umsonst ist der Begriff „Sandkastenliebe“ mehr als eine romantische Illusion, sondern oft die Basis für eine Verbindung fürs ganze Leben.

Fazit: Platz ist in der kleinsten Hütte – und tatsächlich ist es nur selten eine Frage des Platzes, ob Familien sich wohl fühlen. Bezahlbarer Wohnraum ist rar, trotzdem sind Kinder nicht benachteiligt, wenn sie auf wenig Raum wohnen – solange das Familienleben harmonisch ist und den Kindern alle Möglichkeiten geschaffen werden, sich außerhalb der Wohnung zu bewegen.

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