Besinnliches zu Heiligabend u.Weihnacht

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Viele wunderschöne klassische und moderne Wintergedichte. Gedanken rund um Schnee, Eis und Kaminfeuer.
 
Zu Weihnachten

Und wieder ist der Tag erschienen,
Da uns der Herr geboren ward;
In Liebe andern nur zu dienen,
War seine Lehr' und seine Art;
Und wieder teilet sich die Wolke,
Und Engelchöre licht und her
Verkünden sangesfroh dem Volke.
"Gott in der Höhe sei die Ehr'!"

Löscht aus des Hasses Feuerflammen,
Ihr Brüder: reichet euch die Hand!
Und was noch loht, das tragt zusammen
Zu einem einz'gen Liebesbrand!
Sei vom Katheder und Altare
Das Wort so sanft wie Hauch im Mai,
Dass nach dem Grause langer Jahre
"Auf Erden endlich Friede sei!"

Das weltumfassende Erbarmen,
Oh, gebt's den Spöttern nicht zum Raub,
Wer jetzt nicht will in Lieb' erbarmen,
Der blieb der Engelbotschaft taub!
Gott straft das hasserfüllte Geifern,
Die Zunge, die so gern zerspellt
Des Gegners Ruf, oh, lasst sie eifern:
"Ein Wohlgefallen aller Welt!"

Nur, wenn der Schlachtruf sollte gellen
An unsres deutsches Reiches Mark,
Dann, todesmut'ge Kampfgesellen,
Braucht eure Schwerter treu und stark!
Heut aber fort mit Streitgebärden!
In Lieb' sei jedes Haus bestellt!
"Gott sei die Ehre, Fried' auf Erden
Und Wohlgefallen aller Welt!"

— Gerhard von Amyntor

Tochter Zion, freue dich!

Tochter Zion, freue dich!
Jauchze, laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir!
Ja er kommt, der Friedenfürst.
Tochter Zion, freue dich!
Jauchze, laut, Jerusalem!

Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewig' Reich,
Hosianna in der Höh'!
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!

Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron,
Du, des ew'gen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!

— Johann Joachim Eschenburg

Weihnachtslied

In Todesschatten wallte
Die Welt so unruhbang;
Kein Liebeswort erschallte,
Kein Lebenswort erklang.

Sie gingen im Gewirre
Unfriedlich, kalt und tot,
Und in die dunkle Irre
Schien, ach! Kein Morgenrot.

O Herz, du musst verzagen,
Das einsam harrt und bangt,
Es will das Licht nicht tragen,
Nach dem dich so verlangt!

O Herz du musst verzagen,
In Sehnsucht untergehn,
Es will der Stern nicht schimmern
Herab von Himmelshöhn!

So klang es in der Stille,
So lebt es in der Brust,
Da brach durch blaue Hülle
Hervor die Himmelslust.

Da flammt er ob den Tristen,
Des Heilands Morgenstern,
Da zeugen's alle Schriften.
Es ist der Glanz des Herrn!

Und zu den Himmeln sehen
Sie alle froh empor!
Und: Ehre in den Höhen!
So schallt's im Engelchor.

Der Friede, der verloren,
Er wird euch heut zuteil:
Der Heiland der Erkoren,
Kommt euch zu eurem Heil!

— August Stöber

Die Hirten

Hirten wachen im Feld,
Nacht ist rings auf der Welt,
wach sind die Hirten alleine
im Haine.

Und ein Engel im Licht
grüßt die Hirten und spricht:
"Christ, das Heil aller Frommen,
ist kommen!"

Engel singen umher:
"Gott im Himmel sei Ehr'
und den Menschen hienieden
sei Frieden!"

Eilen die Hirten fort,
eilen zum heiligen Ort,
beten an in den Windlein
das Kindlein.

— Peter Cornelius

Weihnachten

Die eisige Straße mit Schienengeleisen,
Die Häusermasse in steinernen Reih`n,
Der Schnee in Haufen, geisterweißen,
Und der Tag, der blasse, mit kurzem Schein.

Der Kirchtüre Flügel sich stumm bewegen,
Die Menschen wie Schatten zur Türspalte gehn;
Bekreuzen die Brust, kaum daß sie sich regen,
Als grüßen sie jemand, den sie nur sehn.

Ein Kindlein aus Wachs, auf Moos und Watten,
Umgeben von Mutter und Hirten und Stall,
Umgeben vom Kommen und Gehen der Schatten,
Liegt da wie im Mittelpunkte des All.

Und Puppen als Könige, aus goldnen Papieren,
Und Mohren bei Palmen, aus Federn gedreht,
Sie kamen auf kleinen und hölzernen Tieren,
Knien tausend und tausend Jahr im Gebet.

Sie neigen sich vor den brennenden Kerzen;
Als ob im Arm jedem ein Kindlein schlief,
Siehst du sie atmen mit behutsamen Herzen
Und lauschen, ob das Kind sie beim Namen rief.

— Max Dauthendey

Kommet, ihr Hirten

Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Frau'n!
Kommet, das liebliche Kindlein zu schau'n!
Christus, der Herr, ist heute geboren,
den Gott zum Heiland euch hat erkoren.
Fürchtet euch nicht!

Lasset uns sehen in Bethlehems Stall,
was uns verheißen der himmlische Schall!
Was wir dort finden, lasset uns künden,
lasset uns preisen mit frommen Weisen,
Hallelujah!

Wahrlich, die Engel verkünden heut
Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud':
Nun soll es werden Friede auf Erden,
den Menschen allen ein Wohlgefallen.
Ehre sei Gott!

— Carl Riedel

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