Besinnliches zu Heiligabend u.Weihnacht
Morgen, Kinder, wirds was geben
Morgen, Kinder, wirds was geben
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unsrem Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Weihnachtstag!
Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl!
Schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch, wie vor'ges Jahr
es am Heil'gen Abend war?
Wißt ihr noch: Mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit den Herden
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?
Welch ein schöner Tag ist morgen!
Viele Freunde hoffen wir;
uns're lieben Eltern sorgen
lange, lange schon dafür.
o gewiß wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert.
Morgen, Kinder, wirds was geben
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unsrem Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Weihnachtstag!
Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl!
Schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch, wie vor'ges Jahr
es am Heil'gen Abend war?
Wißt ihr noch: Mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit den Herden
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?
Welch ein schöner Tag ist morgen!
Viele Freunde hoffen wir;
uns're lieben Eltern sorgen
lange, lange schon dafür.
o gewiß wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert.
— Philipp von Bartsch
Zur Weihnachtszeit
Kein Engel stieg vom Himmel mehr,
Verstummt war der Propheten Wort,
Der Fürst der Welt mit seinem Heer
Durchstürmte siegend Ort um Ort.
Gebrochen war der frohe Mut,
Der Hoffnung letzter Schimmer schwand,
Erloschen war der Liebe Glut
Und Finsternis lag auf dem Land.
Da sandte Gott von seinem Thron
Den Abglanz seiner Herrlichkeit,
Da trat sein eingeborner Sohn,
Der Fürst des Lebens in die Zeit.
Und mit ihm kam der neue Tag,
Der neues Heil der Welt gebracht;
Der Fürst der Finsternis erlag
Und stürzte heulend in die Nacht.
Vom Himmel stieg der Engel Heer
Und laut ward der Propheten Wort,
Die Hoffnung trauerte nicht mehr
Und ahnte den ersehnten Port.
Der Glaube neigte still sein Ohr
Und fasste wieder hohen Mut,
Und freudig lodernd stieg empor
Der heil'gen Liebe reine Glut.
O selig, die dem Herrn vertraut
In einer traurig bangen Zeit,
Und dreimal selig, die geschaut
Ihn selbst in seiner Herrlichkeit.
Kein Engel stieg vom Himmel mehr,
Verstummt war der Propheten Wort,
Der Fürst der Welt mit seinem Heer
Durchstürmte siegend Ort um Ort.
Gebrochen war der frohe Mut,
Der Hoffnung letzter Schimmer schwand,
Erloschen war der Liebe Glut
Und Finsternis lag auf dem Land.
Da sandte Gott von seinem Thron
Den Abglanz seiner Herrlichkeit,
Da trat sein eingeborner Sohn,
Der Fürst des Lebens in die Zeit.
Und mit ihm kam der neue Tag,
Der neues Heil der Welt gebracht;
Der Fürst der Finsternis erlag
Und stürzte heulend in die Nacht.
Vom Himmel stieg der Engel Heer
Und laut ward der Propheten Wort,
Die Hoffnung trauerte nicht mehr
Und ahnte den ersehnten Port.
Der Glaube neigte still sein Ohr
Und fasste wieder hohen Mut,
Und freudig lodernd stieg empor
Der heil'gen Liebe reine Glut.
O selig, die dem Herrn vertraut
In einer traurig bangen Zeit,
Und dreimal selig, die geschaut
Ihn selbst in seiner Herrlichkeit.
— Julius Sturm
Christnacht
Heil'ge Nacht, auf Engelschwingen
nahst du leise dich der Welt,
und die Glocken hör ich klingen,
und die Fenster sind erhellt.
Selbst die Hütte trieft von Segen,
und der Kindlein froher Dank
jauchzt dem Himmelskind entgegen,
und ihr Stammeln wird Gesang.
Mit der Fülle süßer Lieder,
mit dem Glanz um Tal und Höh'n,
Heil'ge Nacht, so kehrst du wieder,
wie die Welt dich einst gesehn,
da die Palmen lauter rauschten,
und, versenkt in Dämmerung,
Erd und Himmel Worte tauschten,
Worte der Verkündigung;
Da, der Jungfrau Sohn zu dienen,
Fürsten aus dem Morgenland
in der Hirten Kreis erschienen,
Gold und Myrrhen in der Hand!
Da mit seligem Entzücken
sich die Mutter niederbog,
sinnend aus des Kindes Blicken
nie gefühlte Freude sog.
Heil'ge Nacht, mit tausend Kerzen
steigst du feierlich herauf,
o, so geh in unserm Herzen,
Stern des Lebens, geh uns auf!
Schau, im Himmel und auf Erden
glänzt der Liebe Rosenschein:
Friede soll's noch einmal werden
und die Liebe König sein!
Heil'ge Nacht, auf Engelschwingen
nahst du leise dich der Welt,
und die Glocken hör ich klingen,
und die Fenster sind erhellt.
Selbst die Hütte trieft von Segen,
und der Kindlein froher Dank
jauchzt dem Himmelskind entgegen,
und ihr Stammeln wird Gesang.
Mit der Fülle süßer Lieder,
mit dem Glanz um Tal und Höh'n,
Heil'ge Nacht, so kehrst du wieder,
wie die Welt dich einst gesehn,
da die Palmen lauter rauschten,
und, versenkt in Dämmerung,
Erd und Himmel Worte tauschten,
Worte der Verkündigung;
Da, der Jungfrau Sohn zu dienen,
Fürsten aus dem Morgenland
in der Hirten Kreis erschienen,
Gold und Myrrhen in der Hand!
Da mit seligem Entzücken
sich die Mutter niederbog,
sinnend aus des Kindes Blicken
nie gefühlte Freude sog.
Heil'ge Nacht, mit tausend Kerzen
steigst du feierlich herauf,
o, so geh in unserm Herzen,
Stern des Lebens, geh uns auf!
Schau, im Himmel und auf Erden
glänzt der Liebe Rosenschein:
Friede soll's noch einmal werden
und die Liebe König sein!
— Robert Prutz
Gloria in exelsis Deo
Allein Gott in der Höhe sei Ehr
Und Dank für seine Gnade,
Darum dass nun und nimmermehr
Uns rühren kann kein Schade!
Ein Wohlgefallen Gott an uns hat,
Nun ist groß Fried' ohn Unterlass,
All Fehde hat nun ein Ende.
Wir loben, preisen, anbeten dich
Für deine Ehre, wir danken,
Dass Du, Gott Vater, ewiglich
Regierst ohn alles Wanken:
Ganz ungemessen ist deine Macht,
Fort g'schieht, was dein Will hat erdacht.
Wohl uns des feinen Herren!
O Jesus Christ, Sohn eingeborn
Deines himmlischen Vaters,
Versöhner der, die war'n verlor'n,
Du Stiller unsres Haders,
Lamm Gottes, heilger Herr und Gott:
Nimm an die Bitt von unsrer Not,
Erbarm dich unser, Amen!
O heilger Geist, du größtes Gut,
Du allerheilsamst' Tröster:
Für's Teufels G'walt fortan behüt
Die Jesus Christ erlöset.
Durch große Marter und bittern Tod!
Abwend' all unsern Jammer und Not,
Dazu wir uns verlassen!
Allein Gott in der Höhe sei Ehr
Und Dank für seine Gnade,
Darum dass nun und nimmermehr
Uns rühren kann kein Schade!
Ein Wohlgefallen Gott an uns hat,
Nun ist groß Fried' ohn Unterlass,
All Fehde hat nun ein Ende.
Wir loben, preisen, anbeten dich
Für deine Ehre, wir danken,
Dass Du, Gott Vater, ewiglich
Regierst ohn alles Wanken:
Ganz ungemessen ist deine Macht,
Fort g'schieht, was dein Will hat erdacht.
Wohl uns des feinen Herren!
O Jesus Christ, Sohn eingeborn
Deines himmlischen Vaters,
Versöhner der, die war'n verlor'n,
Du Stiller unsres Haders,
Lamm Gottes, heilger Herr und Gott:
Nimm an die Bitt von unsrer Not,
Erbarm dich unser, Amen!
O heilger Geist, du größtes Gut,
Du allerheilsamst' Tröster:
Für's Teufels G'walt fortan behüt
Die Jesus Christ erlöset.
Durch große Marter und bittern Tod!
Abwend' all unsern Jammer und Not,
Dazu wir uns verlassen!
— Nikolaus Decius
Epiphanias
Die heiligen drei König' mit ihrem Stern,
sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern;
sie essen gern, sie trinken gern,
sie essen, trinken und bezahlen nicht gern.
Die heilgen drei König' sind gekommen allhier,
es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier;
und wenn zu dreien der vierte wär,
so wär ein heilger drei König mehr.
Ich erster bin der weiß' und auch der schön',
bei Tage solltet ihr mich erst sehn!
Doch ach, mit allen Spezerein
werd ich sein Tag kein Mädchen mir erfreun.
Ich aber bin der braun' und bin der lang',
bekannt bei Weibern wohl und bei Gesang.
Ich bringe Gold statt Spezerein,
da werd ich überall willkommen sein.
Ich endlich bin der schwarz' und bin der klein',
und mag auch wohl einmal recht lustig sein.
Ich esse gern ich trinke gern,
ich esse, trinke und bedank mich gern.
Die heilgen drei König' sind wohlgesinnt,
sie suchen die Mutter und das Kind;
der Joseph fromm sitzt auch dabei,
der Ochs und Esel liegen auf der Streu.
Wir bringen Myrrhen, wir bringen Gold,
dem Weihrauch sind die Damen hold;
und haben wir Wein von gutem Gewächs,
so trinken wir drei so gut als ihrer sechs.
Da wir nun hier schöne Herrn und Fraun,
aber keine Ochsen und Esel schaun;
so sind wir nicht am rechten Ort
und ziehen unseres Weges weiter fort.
Die heiligen drei König' mit ihrem Stern,
sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern;
sie essen gern, sie trinken gern,
sie essen, trinken und bezahlen nicht gern.
Die heilgen drei König' sind gekommen allhier,
es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier;
und wenn zu dreien der vierte wär,
so wär ein heilger drei König mehr.
Ich erster bin der weiß' und auch der schön',
bei Tage solltet ihr mich erst sehn!
Doch ach, mit allen Spezerein
werd ich sein Tag kein Mädchen mir erfreun.
Ich aber bin der braun' und bin der lang',
bekannt bei Weibern wohl und bei Gesang.
Ich bringe Gold statt Spezerein,
da werd ich überall willkommen sein.
Ich endlich bin der schwarz' und bin der klein',
und mag auch wohl einmal recht lustig sein.
Ich esse gern ich trinke gern,
ich esse, trinke und bedank mich gern.
Die heilgen drei König' sind wohlgesinnt,
sie suchen die Mutter und das Kind;
der Joseph fromm sitzt auch dabei,
der Ochs und Esel liegen auf der Streu.
Wir bringen Myrrhen, wir bringen Gold,
dem Weihrauch sind die Damen hold;
und haben wir Wein von gutem Gewächs,
so trinken wir drei so gut als ihrer sechs.
Da wir nun hier schöne Herrn und Fraun,
aber keine Ochsen und Esel schaun;
so sind wir nicht am rechten Ort
und ziehen unseres Weges weiter fort.
— Johann Wolfgang von Goethe
Tochter Zion, freue dich!
Tochter Zion, freue dich!
Jauchze, laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir!
Ja er kommt, der Friedenfürst.
Tochter Zion, freue dich!
Jauchze, laut, Jerusalem!
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewig' Reich,
Hosianna in der Höh'!
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron,
Du, des ew'gen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!
Tochter Zion, freue dich!
Jauchze, laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir!
Ja er kommt, der Friedenfürst.
Tochter Zion, freue dich!
Jauchze, laut, Jerusalem!
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewig' Reich,
Hosianna in der Höh'!
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron,
Du, des ew'gen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!
— Johann Joachim Eschenburg
