Besinnliches zu Heiligabend u.Weihnacht
O du fröhliche
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!
— Johannes Falk
Vorfreude auf Weihnachten
Ein Kind - von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft - rennt froh durch mein Gemüt.
Bald ist es Weihnacht! - Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. - Es werden Lieder, Düfte fächeln. -
Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.
Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind - einmal im Jahr! -
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie's allen einmal war
Ein Kind - von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft - rennt froh durch mein Gemüt.
Bald ist es Weihnacht! - Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. - Es werden Lieder, Düfte fächeln. -
Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.
Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind - einmal im Jahr! -
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie's allen einmal war
— Joachim Ringelnatz
Heiliger Morgen
Von den Tannen träufelt Märchenduft;
Leise Weihnachtsglocken sind erklungen –
Blinkend fährt mein Hammer durch die Luft;
Denn ein Spielzeug zimmr' ich meinem Jungen.
Graue Wolken kämpfen fernen Kampf;
Blau darüber strahlt ein harter Himmel.
Durch die Nüstern stößt den weißen Dampf
Vor der Tür des Nachbars breiter Schimmel.
Kommt Herr Doktor Schlapprian daher,
Zigaretten- und Absinthvertilger!
Voll erhab'nen Hohns lächelt er,
Hirn- und lendenlahmer Abwärtspilger.
Spöttisch grüßend schlendert er dahin
Und – verachtet mich, den blöden Gimpel,
Der gefügig spannt den dumpfen Sinn
In die Enge, ein »Familiensimpel«. –
Rote Sonne überm Schneegefild:
Und das weite Feld ein Sterngewimmel!
Und ins Auge spann ich euer Bild,
Wundererde – unerforschter Himmel.
Und den frischen, kalten, klaren Tag
Saug' ich ein mit gierig starken Lungen –
Pfeifend trifft mein Hammer Schlag um Schlag,
Und ein Spielzeug zimmr' ich meinem Jungen.
Von den Tannen träufelt Märchenduft;
Leise Weihnachtsglocken sind erklungen –
Blinkend fährt mein Hammer durch die Luft;
Denn ein Spielzeug zimmr' ich meinem Jungen.
Graue Wolken kämpfen fernen Kampf;
Blau darüber strahlt ein harter Himmel.
Durch die Nüstern stößt den weißen Dampf
Vor der Tür des Nachbars breiter Schimmel.
Kommt Herr Doktor Schlapprian daher,
Zigaretten- und Absinthvertilger!
Voll erhab'nen Hohns lächelt er,
Hirn- und lendenlahmer Abwärtspilger.
Spöttisch grüßend schlendert er dahin
Und – verachtet mich, den blöden Gimpel,
Der gefügig spannt den dumpfen Sinn
In die Enge, ein »Familiensimpel«. –
Rote Sonne überm Schneegefild:
Und das weite Feld ein Sterngewimmel!
Und ins Auge spann ich euer Bild,
Wundererde – unerforschter Himmel.
Und den frischen, kalten, klaren Tag
Saug' ich ein mit gierig starken Lungen –
Pfeifend trifft mein Hammer Schlag um Schlag,
Und ein Spielzeug zimmr' ich meinem Jungen.
— Otto Ernst
Christnacht
Wieder mit Flügeln, aus Sternen gewoben,
Senkst du herab dich, o heilige Nacht:
Was durch Jahrhunderte alles zerstoben -
Du noch bewahrst deine leuchtende Pracht!
Leerend das Füllhorn beglückender Liebe,
Schwebst von Geschlecht zu Geschlecht du vertraut;
Wo ist die Brust, die verschlossen dir bliebe,
Nicht dich begrüßte mit innigstem Laut?
Und so klingt heut noch das Wort von der Lippe,
Das einst in Bethlehem preisend erklang,
Strahlet noch immer die liebliche Krippe -
Tönt aus der Ferne der Hirten Gesang.
Was auch im Sturme der Zeiten zerstoben -
Senke herab dich in ewiger Pracht,
Leuchtende du, aus Sternen gewoben,
Frohe, harzduftende, heilige Nacht!
Wieder mit Flügeln, aus Sternen gewoben,
Senkst du herab dich, o heilige Nacht:
Was durch Jahrhunderte alles zerstoben -
Du noch bewahrst deine leuchtende Pracht!
Leerend das Füllhorn beglückender Liebe,
Schwebst von Geschlecht zu Geschlecht du vertraut;
Wo ist die Brust, die verschlossen dir bliebe,
Nicht dich begrüßte mit innigstem Laut?
Und so klingt heut noch das Wort von der Lippe,
Das einst in Bethlehem preisend erklang,
Strahlet noch immer die liebliche Krippe -
Tönt aus der Ferne der Hirten Gesang.
Was auch im Sturme der Zeiten zerstoben -
Senke herab dich in ewiger Pracht,
Leuchtende du, aus Sternen gewoben,
Frohe, harzduftende, heilige Nacht!
— Ferdinand von Saar
Morgen, Kinder, wirds was geben
Morgen, Kinder, wirds was geben
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unsrem Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Weihnachtstag!
Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl!
Schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch, wie vor'ges Jahr
es am Heil'gen Abend war?
Wißt ihr noch: Mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit den Herden
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?
Welch ein schöner Tag ist morgen!
Viele Freunde hoffen wir;
uns're lieben Eltern sorgen
lange, lange schon dafür.
o gewiß wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert.
Morgen, Kinder, wirds was geben
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unsrem Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Weihnachtstag!
Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl!
Schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal.
Wißt ihr noch, wie vor'ges Jahr
es am Heil'gen Abend war?
Wißt ihr noch: Mein Räderpferdchen,
Malchens nette Schäferin,
Jettchens Küche mit den Herden
und dem blankgeputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?
Welch ein schöner Tag ist morgen!
Viele Freunde hoffen wir;
uns're lieben Eltern sorgen
lange, lange schon dafür.
o gewiß wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert.
— Philipp von Bartsch
Zur Weihnachtszeit
Kein Engel stieg vom Himmel mehr,
Verstummt war der Propheten Wort,
Der Fürst der Welt mit seinem Heer
Durchstürmte siegend Ort um Ort.
Gebrochen war der frohe Mut,
Der Hoffnung letzter Schimmer schwand,
Erloschen war der Liebe Glut
Und Finsternis lag auf dem Land.
Da sandte Gott von seinem Thron
Den Abglanz seiner Herrlichkeit,
Da trat sein eingeborner Sohn,
Der Fürst des Lebens in die Zeit.
Und mit ihm kam der neue Tag,
Der neues Heil der Welt gebracht;
Der Fürst der Finsternis erlag
Und stürzte heulend in die Nacht.
Vom Himmel stieg der Engel Heer
Und laut ward der Propheten Wort,
Die Hoffnung trauerte nicht mehr
Und ahnte den ersehnten Port.
Der Glaube neigte still sein Ohr
Und fasste wieder hohen Mut,
Und freudig lodernd stieg empor
Der heil'gen Liebe reine Glut.
O selig, die dem Herrn vertraut
In einer traurig bangen Zeit,
Und dreimal selig, die geschaut
Ihn selbst in seiner Herrlichkeit.
Kein Engel stieg vom Himmel mehr,
Verstummt war der Propheten Wort,
Der Fürst der Welt mit seinem Heer
Durchstürmte siegend Ort um Ort.
Gebrochen war der frohe Mut,
Der Hoffnung letzter Schimmer schwand,
Erloschen war der Liebe Glut
Und Finsternis lag auf dem Land.
Da sandte Gott von seinem Thron
Den Abglanz seiner Herrlichkeit,
Da trat sein eingeborner Sohn,
Der Fürst des Lebens in die Zeit.
Und mit ihm kam der neue Tag,
Der neues Heil der Welt gebracht;
Der Fürst der Finsternis erlag
Und stürzte heulend in die Nacht.
Vom Himmel stieg der Engel Heer
Und laut ward der Propheten Wort,
Die Hoffnung trauerte nicht mehr
Und ahnte den ersehnten Port.
Der Glaube neigte still sein Ohr
Und fasste wieder hohen Mut,
Und freudig lodernd stieg empor
Der heil'gen Liebe reine Glut.
O selig, die dem Herrn vertraut
In einer traurig bangen Zeit,
Und dreimal selig, die geschaut
Ihn selbst in seiner Herrlichkeit.
— Julius Sturm
