Das eigene Haus - mietfrei aber nicht kostenfrei

Bild von  Das eigene Haus - mietfrei aber nicht kostenfrei
Ein Eigenheim ist die beste Form der Altersvorsorge.

Bereits beim Kauf an später denken

Bereits beim Erwerb der Traumimmobilie müssen die Käufer auf ganz unterschiedliche Kostenfaktoren achten, denn mit dem Kaufpreis allein ist es längst noch nicht getan. „Provision für den Makler, Notargebühren, eine weitere Gebühr für die Eintragung ins Grundbuch sowie die Grunderwerbsteuer sind Nebenkosten, an denen kein Bauherr oder Hauskäufer vorbeikommt“, heißt es in diesem Fachbeitrag der immobilienscout24.de-Redaktion. Daneben seien Bankgebühren, Provisionen, Kredit-Bereitstellungsgebühren zu beachten. Summa Summarum sollten Immobilienkäufer mit einmaligen Zusatzkosten in Höhe von fünf bis zwölf Prozent rechnen. Experten empfehlen beim Projekt Eigenheim“bereits in der Kalkulationsphase sowie bei der Berechnung der monatlichen Raten auf ein Haushaltsbuch zu setzen, das Aussagen darüber zulässt, wie hoch die monatliche Kreditrate sein darf. Viele Tipps und Infos haben wir dir hier bereitgestellt: Das eigene Haushaltsbuch.

Diesen umfangreichen Berechnungen schließt sich in aller Regel eine lange Zeit des Kredit-Abzahlens an - ganz unabhängig davon, ob Bauförderungen in Anspruch genommen werden konnten oder nicht. 26 Jahre zahlen die deutschen im Schnitt die Kreditraten für ihr Eigenheim ab, heißt es dazu in der Studie Wohnatlas 2015, die im Jahr 2015 veröffentlicht wurde. In den meisten Landkreisen und kreisfreien Städten liege die Tilgungsdauer unter 30 Jahren - weit entfernt von den 40 Jahren, die Experten als das Maximum der Kreditlaufzeit beziffern würden. Besonders positiv auf die Kreditlaufzeit wirken sich etwaige Sonderzahlungen aus. Da die Kreditraten nach durchschnittlich 26 Jahren abgestottert sind, erwartet die Deutschen dann: ein mietfreies Leben.

Mietfrei ja, aber der Unterhalt ...

Wer mit Überweisung der letzten Kreditrate laut jubelnd umherläuft, darf dies natürlich eine Zeit lang tun, schließlich bedeutet das Ende eines Kreditvertrages auch, dass Schulden getilgt sind, was emotional und finanziell positiv ist. Aber Achtung! Auch wenn mietfrei gewohnt wird, müssen die folgenden Kosten dennoch einkalkuliert werden:

  • Wer Haus- oder Wohnungseigentümer ist, muss jährlich Grundsteuer bezahlen. Eine einheitliche Aussage darüber, wie hoch diese ausfällt, ist unmöglich, denn die Grundsteuer wird von der Kommune erhoben und der Prozentsatz auch dort festgesetzt.
  • Um den Wert der Immobilie zu erhalten, sollten Eigenheimbesitzer sich darauf einstellen, regelmäßig etwas Geld beiseite zu legen, um das wiederum in die Immobilie re-investieren zu können. Eine neue Heizung, eine Schallisolierung oder der Dachstuhl sind die klassischen Baustellen, die dann im Zuge einer Instandsetzung angegriffen werden. Experten empfehlen, zwei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich für etwaige Instandsetzungen zurückzulegen. Idealerweise wird das Geld auf einem Hauskonto geparkt, welches dann für Renovierungs- oder Modernisierungsarbeiten genutzt werden kann.
  • Selbst wenn der Eigenheimbesitzer nach 20, 25 oder 30 Jahren seine Schulden an die Bank zurückbezahlt hat, bleibt ihm dennoch ein Kostenfaktor erhalten: das Wohngeld. Kosten für Müllabfuhr und Abwasser treffen dabei Wohnungs- und Hausbesitzer gleichermaßen. Mit Kosten für Hausmeisterdienste, Gartenpflege und Liftwartungen müssen indes diejenigen rechnen, die in einer Eigentümergemeinschaft leben.
  • Daneben werden in jedem Fall auch die Kostenfaktoren weiterhin bestehen, die auch bisher zu bezahlen waren. Darunter fallen Versicherungen wie etwa eine Wohngebäudeversicherung oder eine Hausratversicherung.

Exkurs in die Empirie: So berechnen Immobilienbesitzer die Höhe der benötigten Rücklagen

Dass finanzielle Mittel zur Instandhaltung einer Immobilie nötig sind, ist unstrittig. Dass es aber sogar empirische Untersuchungen zur Höhe dieser Instandhaltungskosten gibt, ist vielen neu:

Berechnung der jährlichen Instandhaltungskosten in einem Haus
  1. Man multipliziere die Herstellkosten der Immobilie (d.h. die Kosten für den Neubau ohne die Kosten für Grundstück und Erschließung) mit dem Faktor 1,5.
  2. Man teile das Ergebnis aus Rechenschritt (1) durch 80, weil angenommen wir, dass binnen 80 Jahren das 1,5-Fache der Herstellungskosten für die Instandhaltung anfällt.

Berechnung der jährlichen Instandhaltungskosten in einer Wohnung
  1. Berechnet man nach der links stehenden Formel die jährlichen Instandhaltungskosten in einem Haus.
  2. Berechnet man 70 Prozent der Kosten aus Rechenschritt (1), die auf das gemeinschaftlich genutzte Eigentum entfallen.
  3. Multipliziert man dieses Ergebnis mit der Quadratmeteranzahl, erhält man als Ergebnis die Summe, die zur Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums zurückgelegt werden muss. Die Kosten für das Privateigentum sind hier individuell zu schätzen.

Ein detailliertes Beispiel zu dieser Berechnungsmethode (nach der sogenannten Peter‘schen Formel) ist hier dokumentiert. Eine einfachere Alternative zu diesem abstrakten Rechenmodell ist die Annahme, dass 0,8 bis 1 Prozent des Kaufpreises jährlich für etwaige Instandsetzungen aufgebracht werden sollten.

Teile diese Seite

Das könnte dich auch interessieren