Eltern-Smartphone: So (zer)stört es die Erziehung nicht

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Für die aktuelle Eltern-Generation gehört das Smartphone bereits seit vielen Jahren fest zu ihrem Alltag.Problematisch gestaltet sich die Situation allerdings, wenn das Smartphone eine wichtigere Rolle einnimmt als der Nachwuchs.

Bewusster Umgang mit dem Smartphone

Das Smartphone ist fester Bestandteil des Alltags geworden. Viele Mütter und Väter verfallen daher so regelrecht in Panik, wenn es einmal zu Problemen mit iPhone und Co. kommt – hier finden Interessierte mehr Informationen zu hilfreichen Lösungen, wenn das iPhone beispielsweise nicht mehr korrekt startet. Dem Smartphone zu viele Gedanken und Zeit zu schenken kann aber für ein gesunden Familienverhältnis schädlich sein.

Im ersten Schritt müssen sich Eltern daher ihr eignes Smartphone-Verhalten bewusst machen. In den meisten Fällen sind sie sich nämlich gar nicht im Klaren darüber, wie viel Zeit sie an dem kleinen Gerät verbringen – und wie wenig im Gegenzug mit ihren Kindern.

In diesem Zusammenhang kann es beispielsweise sinnvoll sein, eine App zu installieren, welche die tägliche Smartphone-Aktivität aufzeichnet. So kann objektiv beurteilt werden, wie oft und wie lange der Blick auf den Bildschirm gerichtet wird. Diese Daten werden viele Eltern schockieren – doch so lassen sich negative Verhaltensmuster wesentlich einfacher ändern. Viele dieser Apps lassen sich im Play Store oder im App Store finden.

Aktiv und kreativ Zeit verbringen

Daneben ist es für Eltern empfehlenswert, Strategien zu entwickeln, die dabei helfen, präsent zu sein, während Zeit mit dem Nachwuchs verbracht wird.

Wird in Anwesenheit der Kinder nur gedöst oder sich zurückgezogen, ist es schließlich unwahrscheinlich, dass das Smartphone dabei aus der Hand gelegt wird. Aus diesem Grund ist es nötig, die gemeinsame Zeit so aktiv ¬wie möglich zu nutzen. Damit sich Eltern und Kinder nicht langweilen, ist es von Vorteil, sich stets neue Aktivitäten und Unternehmungen auszusuchen, die man gemeinsam machen kann. Das können „simplere“ Dinge wie Ausflüge oder Kinobesuche sein, aber auch wichtige pädagogische Aktivitäten wie gemeinsames Lesen, zeichnen, basteln oder Lieder auswendig lernen.

Neue Regeln definieren

Mit der Definition klarer Regeln kann ebenfalls viel bewirkt werden. So können sich Eltern zum Beispiel vornehmen, das Smartphone stets mit dem Bildschirm nach unten auf dem Tisch abzulegen, sobald ein anderes Familienmitglied in den Raum tritt. Auf diese Weise wird den Mitmenschen wichtige Wertschätzung entgegengebracht und eine Chance für Kommunikation geschaffen. Wird das Zimmer von der anderen Person sofort wieder verlassen, ist es kein Problem, das Handy wieder in die Hand zu nehmen.

Zusätzlich kann man bestimmte Zeiten festlegen, in denen man das Smartphone nicht benutzt. Besser noch: Lege Zeiten fest, in denen du das Smartphone verwenden darfst. Zu allen anderen Zeiten muss es an einen bestimmten Ort gelegt werden.

Handynutzung hinterfragen

Wird das Smartphone hervorgeholt, während die Kinder anwesend sind, sollten sich Eltern jedes Mal erneut die Frage stellen, ob sie auf das Gerät in diesem Moment wirklich angewiesen sind. Oft stellt der Grund für den Griff zum Smartphone lediglich Langweile dar.

Sollte es sich jedoch wirklich nicht vermeiden lassen, einen Blick auf das Gerät zu werfen, etwa aus beruflichen Gründen, sollte den Kindern die Störung aktiv mitgeteilt werden. Nach der Unterbrechung wird sich dann wieder vollkommen der Kommunikation mit dem Nachwuchs gewidmet. Es ist sehr wichtig, die gemeinsame Zeit und die „Störungszeit“ klar voneinander zu trennen und nicht ineinander fließen zu lassen.

Problem gemeinsam angehen

Für Paare ist es außerdem wichtig, das Smartphone-Problem gemeinsam anzuerkennen und eine entsprechende Strategie festzulegen. Selbst, wenn sich die Ansichten zu dem Thema unterschiedlich gestalten, kann ein gemeinsamer Lösungsweg gefunden werden. Schuldzuweisungen sind jedoch unbedingt zu vermeiden, da die Situation durch diese nur zusätzlich erschwert wird.

Grundsätzlich sollte jedoch anerkannt werden, dass sich der technische Fortschritt nicht rückgängig machen lässt. In Zukunft kann jedoch das eigene Verhalten Stück für Stück optimiert werden, um die negativen Konsequenzen so weit wie möglich zu reduzieren. Es ist wichtig, mit sowohl dem Partner als auch dem Kind kommunikativ und offen entgegenzutreten und Beschwerden gegenüber der Smartphone-Nutzung ernst zu nehmen. Ebenso wichtig ist es, dem Partner bei übermäßigem Gebrauch des Smartphones darauf hinzuweisen und eine gemeinsame Lösung zu finden.

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