Eigenes Smartphone für Kinder

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Ist mein Kind bereit für sein eigenes Handy? Natürlich sind die meisten Kinder der Meinung, dass sie alt genug sind, um ein eigenes Handy oder Smartphone zu besitzen.

Der Wunsch nach einem eigenen Handy

Je älter die Kinder, desto … genau: desto öfter dürfen sie mal an Mamas oder Papas Handy, um die eine oder andere kinderfreundliche App zu nutzen. Auf dem Smartphone warten dann im besten Fall sinnvolle Spiele, die beispielsweise das in der Grundschule Erlernte spielend fördern, wie etwa die kostenlose Anton-App. Auch altersgerechte Quiz sind denkbar günstige Optionen, um dem Nachwuchs den Zugang zu den modernen Medien nicht komplett zu verwehren.

Doch was, wenn die Diskussionen um das eigene Handy immer häufiger zum Thema im Familienrat werden? Spätestens dann stellen sich Eltern zwei wichtige Fragen – nach dem richtigen Alter und der Dosis. Die wichtigsten Antworten soll der folgende Beitrag liefern.

Wann ist ein Kind alt genug für ein Handy?

Klicksafe – eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz – empfiehlt, Kindern erst ab ihrem 12. Lebensjahr ein eigenes Smartphone zu geben. Jüngere Kinder verfügen noch nicht über die Erfahrungen und Kompetenzen, die bei der Mediennutzung erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem das Vornehmen der Sicherheitseinstellungen und das Einschätzen von Apps. Ebenso muss das Kind in der Lage sein, mit den Eltern Regen zur Smartphone-Nutzung zu vereinbaren und diese zu verstehen und akzeptieren. Auch sollten Kinder zur Reflektion ihres Konsumverhaltens fähig sein. Dies ist in der Regel nicht unter zwölf Jahren möglich.

Grundsätzlich sollte an dieser Stelle penibel genau unterschieden werden in Handys und Smartphones, denn der Übergang scheint bei Handys für Kinder fließend. Die Wahl kann auch das geeignete Alter bestimmen.

  1. Wer bereits ein Kind in der Grundschule mit einem Handy ausstatten möchte, damit das Kind erreichbar ist oder Mama und Papa immer erreichen kann, kann auf ein Kinderhandy setzen, das an die ersten Mobiltelefone von Mama und Papa erinnert. Robust und nicht besonders ansehnlich, aber funktional, waren beispielsweise die Nokia- und Siemens-Modelle. Soll das Kind das Handy mit auf den Bolzplatz nehmen, ist diese Variante gut geeignet – und zwar bereits im Grundschulalter.

  2. Eine Alternative zum Handy, das an die erste und zweite Mobilfunkgeneration erinnert, ähnelt vielleicht dem Gerät, das die Großeltern haben: Große Tasten, wenige an der Zahl, sind die charakteristischen Merkmale von Handys, die bewusst einfach gehalten wurden. Auch sie dienen als klassische Notfallhandys. Die Hersteller gehen davon aus, dass die einfache Bedienung selbst in einer kindlichen Stresssituation gut nutzbar ist. Geeignet ist dieses Modell für Kinder, deren Feinmotorik noch nicht gut ausgebildet ist und die ein schlechtes Erinnerungsvermögen haben. Durch die reduzierte Optik können selbst sie das Handy nutzen.

  3. Variante drei ist das Smartphone, allerdings muss es mitnichten das teure iPhone für den Nachwuchs sein. Stattdessen kann es durchaus ein günstigeres Modell sein. Zum Beginn der weiterführenden Schule kann so noch versucht werden, aufzuzeigen, dass es nicht die teuerste Marke sein muss. Letztlich sind aber auch hier die Eltern Vorbilder: Wer selbst kein technisches Gerät ohne den Apple-Apfel nutzt, der tut sich schwer, den Nachwuchs von einer anderen Marke zu überzeugen.

Fazit: Das richtige Alter für ein eigenes Handy lässt sich nur schwerlich in Zahlen festmachen. Stattdessen ist es wichtiger und zielführender, genau hinzusehen, wann und wofür der Nachwuchs das Handy nutzen möchte und soll, um dann ein entsprechendes Modell auszuwählen. Damit Eltern einschätzen können, wann ihr Kind verantwortungsvoll und sicher ein Smartphone nutzen kann, stellt klicksafe.de eine Checkliste zum Download bereit. Eltern sollten zudem bedenken, dass die meisten Kinder es nioch nicht gewohnt sind, ein Handy zu besitzen und dieses verlieren könnten. Zudem werden Smartphones auch gerne mal geklaut oder fallen herunter und gehen kaputt. Auch deshalb sollten Eltern nicht gleich eines der teuersten Modelle für ihre Kinder kaufen, sondern entweder ein Smartphone für Kinder oder zumindest ein billigeres/gebrauchtes Modell erwerben. Es empfiehlt sich außerdem, eine passende Hülle für das Smartphone des Kindes zu kaufen, sowie auch eine Bildschirmschutzfolie.

Wie viel Zeit darf ein Kind am Handy verbringen?

Die Menge macht das Gift, heißt es in einem Sprichwort, was so auch für die Handynutzung bei Kindern zum Tragen kommen könnte, allerdings auch differenziert betrachtet werden muss. Spätestens die Zeit der Corona-Pandemie hat das Bild des am Handy zockenden Kindes nämlich verschwimmen lassen, denn: Homeschooling und die Kommunikation mit Freunden war (und ist) eben größtenteils über digitale Medien, wie Smartphones, Tablets und Laptops, möglich.

Deswegen gilt für die Zeit der Handynutzung auf: Die private Nutzung – rein um zu spielen – muss in Relation zur schulischen Nutzung stehen bzw. sollte darauf abgestimmt werden. Was recht kryptisch klingt, ist in der Praxis recht einfach: Muss/darf/soll das Kind bereits zwei oder gar drei Stunden vor einem Endgerät verbringen, um die schulischen Aufgaben zu bewältigen, muss es anschließend erst einmal eine Offline-Zeit geben. Das heißt: Ein Brettspiel mit den Eltern oder Geschwistern, ein Buch, ein Hörbuch, ein Spaziergang oder eine Runde mit dem Fahrrad sind nun angesagt – Hauptsache weg von der starren Körper- und Blickhaltung, die die Augen auf das Gerät bannt.

Nach einer medienfreien Pause, die zeitlich zur Mediennutzung in Relation stehen sollte, darf dann auch noch freie Zeit am Handy verbracht werden, wenn das Kind sich das wünscht. Allerdings gelten dann vorher festgelegte Spielregeln, die etwa lauten könnten: Kein Handy am Esstisch. Kein Handy während der gemeinsamen Spielzeit. Kein Handy eine Stunde vor dem Schlafengehen. Kein Handy am Bett. Aber auch Regeln wie „keine fremden Anrufe annehmen“ sind wichtig für eine richtige Nutzung des Handys.

Fazit: Fixe Zeiten festzulegen, ist erziehungstechnisch eher kontraproduktiv, denn sobald die fixen Zeiten bröckeln, verliert auch das erzieherische Konzept an Wirkung. Sinnvoller ist es, die Sensibilität dafür zu schärfen, das Kopf und Körper Abwechslung brauchen. Versteht der Nachwuchs, dass kein Elternteil etwas gegen einen gesunden Mix aus Medien und realer Welt hat, reduziert sich das Streitpotential meist deutlich – zugunsten eines wachen Umgangs mit Medien und einer gesunden Medienkompetenz.

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