Krisenvorsorge mit Kindern: So schützt man die Familie

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Im ersten Moment kann es abwegig erscheinen, sich auf eine Krisensituation ausgiebig vorzubereiten, denn im alltäglichen Leben scheint eine solche Situation weit entfernt.

Der Fluchtrucksack als erste Vorbereitung

Es gibt einige Familien, die bereits Vorgehensweisen für unterschiedlichste Krisensituationen definiert, einen Notfallvorrat angelegt und ihren Fluchtrucksack gepackt haben. Dies ist in jedem Fall zu begrüßen. Ein Fluchtrucksack ist gefüllt mit einer Vielzahl von Dingen, die für das Überleben von Nutzen sind. Dazu zählen zum Beispiel eine Wasserflasche oder eine Multitool. Der Rucksack wird an einem leicht zugänglichen Ort nahe dem Hauseingang platziert, um stets griffbereit zu sein.

Allerdings gibt es auch viele Menschen, welche eine solche Vorsorge nicht getroffen haben. Jedoch kann eben diese Vorsorge eine wichtige Rolle spielen, wenn die Familie in plötzlichen Katastrophensituationen geschützt werden soll.

Sollte es in der Familie Kinder geben, ist es außerdem wichtig, die Krisenvorsorge so altersgerecht wie möglich zu gestalten und die Kleinen aktiv in diese einzubeziehen.

Krisenvorsorge für Kinder: Ein überaus wichtiges Thema

Es ist essentiell, dass die Kinder genau wissen, welches Verhalten sie in einem Notfall an den Tag legen müssen. So wird ihnen zu einem gewissen Grad eine Eigenständigkeit verliehen, die immer einen besseren Schutz bedeutet – besonders in Situationen, in denen die Eltern nicht bei ihnen sein können, weil sie sich zum Beispiel auf dem Schulweg befinden, allein zu Hause sind oder sich in anderen Situationen allein wiederfinden.

Daneben sind Kinder in der Regel um einiges empfindlicher für Stress als Erwachsene. Das bedeutet, dass sich traumatische Erfahrungen auf die jungen Seelen der Kinder wesentlich langfristiger und stärker auswirken.

Eltern sollten aus diesem Grund durch eine rechtzeitige Vorbereitung dafür sorgen, dass ein großes Maß an Stress schon im Vorfeld abgefedert wird. Dem Kind ist dann bewusst, welche Situationen eintreten können und wie es auf diese angemessen reagieren kann. So gewinnt es an Souveränität und ist in der Lage, mit der herausfordernden und belastenden Situation wesentlich besser umzugehen.

Es muss jedoch auch darauf geachtet werden, die Kinder nicht unnötig zu verängstigen oder in Panik zu versetzen. Die Sachverhalte sollten daher nicht dramatisch, sondern ganz sachlich erklärt werden. Zudem führen zu viele Informationen auf einmal dazu, dass die Kinder verwirrt sind, sich nicht alle Informationen merken können oder diese sogar miteinander verwechseln.

Kindgerechte Vorbereitung auf Krisensituationen

Aus diesem Grund bietet auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge eine spezielle Webseite an, auf der Eltern zur Vorbereitung ihres Nachwuchses aus Krisensituationen kindgerecht aufbereitetes Material herunterladen können. An das Thema der Krisenvorsorge werden die Kinder mit diesem anhand von illustrierten Geschichten mit den sympathischen Charakteren Flocke und Max spielerisch herangeführt, sodass es im Anschluss mit den Kindern im Detail besprochen werden kann.

Themen, die im Zuge der Krisenvorsorge behandelt werden sollten, bestehen beispielsweise darin, was getan werden muss, falls der Strom ausfällt, weshalb es eine gute Idee ist, zu Hause über Notvorräte zu Verfügen und warum stets ein Notfallrucksack gepackt bereitstehen sollte.

Konzipiert sind diese Geschichten für Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren. Begleitet werden sie von spaßigen Aktivitäten wie Wimmelbildern und Rätseln, so dass die Kinder spielerisch lernen, sich die wichtigsten Dinge im Bezug auf den Umgang mit Krisensituationen zu merken.

Familien-Katastrophenplan erstellen

Um einen individuellen Familien-Katastrophenplan zu erstellen, sollte sich mit der gesamten Familie getroffen und besprochen werden, weshalb die Vorbereitung auf eine Katastrophe nötig ist. Kindern sind in diesem Zusammenhang die Gefahren von Unwettern, Feuern oder weiteren Krisenszenarien zu erläutern. Wichtig ist außerdem, sämtliche Pläne so simpel wie möglich zu halten, damit sich die wichtigsten Dinge im Gedächtnis verankern können.

Es sollten die unterschiedlichen Katastrophenarten, die am wahrscheinlichsten auftreten könnten, besprochen und geklärt werden, was in dem jeweiligen Fall getan werden muss. Dadurch erfährt jedes Familienmitglied, welche Aufgabe es hat.

Sinnvoll ist es im Zuge der Erstellung des Familien-Katastrophenplans auch, zwei Sammelorte zu definieren. Einer davon sollte sich direkt vor dem Haus befinden, beispielsweise, wenn ein plötzlicher Notfall wie ein Brand auftritt. Sollte die Rückkehr in das Haus nicht möglich sein oder die Nachbarschaft verlassen werden müssen, ist der zweite Sammelpunkt außerhalb der direkten Umgebung des Hauses zu wählen. Dieser Ort sollte den Kindern gut bekannt, zu allen Zeiten sicher und auch zu Fuß leicht erreichbar sein.

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