Krisenvorsorge mit Kindern: So schützt man die Familie

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Wir leben in interessanten Zeiten - daher ist es heutzutage bei weitem nicht mehr so abwegig wie vor 5-6 Jahren, sich umfassend auf eine Krisensituation vorzubereiten.

Wichtige Vorbereitungen

Die richtige Vorbereitung ist entscheidend, um im Notfall schnell und effektiv handeln zu können. Zu den wichtigen Vorbereitungen zählen neben dem Notfall-Vorrat und dem Familien-Katastrophenplan (siehe unten) auch die folgenden Punkte:

  • Erste-Hilfe-Kenntnisse
    Stelle sicher, dass jedes Familienmitglied, das alt genug ist, grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrscht, wie zum Beispiel Wiederbelebungsmaßnahmen und die Behandlung von Wunden. Ein Erste-Hilfe-Kurs für die ganze Familie kann dabei helfen, diese Fähigkeiten zu erlernen oder aufzufrischen.

  • Wichtige Dokumente
    Des Weiteren ist es wichtig, wichtige Dokumente und Unterlagen griffbereit zu haben. Dazu gehören Personalausweise, Versicherungspolicen, medizinische Informationen und Finanzunterlagen. Bewahre diese Dokumente in einer wasserdichten und feuerfesten Box auf, die im Notfall leicht zugänglich ist und die ihren festen Platz hat. Im Notfall ist es leichter zu sagen "Hol die Box" als jemandem eine Liste zu diktieren, wo was zu finden und mitzubringen ist.

  • Haustiere berücksichtigen
    Natürlich darfst du auch deine Haustiere nicht vergessen. Berücksichtige ihre Bedürfnisse in deinem Notfallplan, indem du tiergerechte Vorräte und Medikamente bereithältst und im Falle einer Evakuierung sicherstellst, dass sie ebenfalls in Sicherheit gebracht werden. Die Registrierung und Identifikation deiner Haustiere kann im Notfall dabei helfen, sie schneller wiederzufinden.

  • Stromausfälle berücksichtigen
    Die Wahrscheinlichkeit eines umfassenden Stromausfalls im Krisenfall ist hoch genug, um sich darauf vorzubereiten. Wichtig sind dann in erster Linie Kerzen, Taschenlampen und Batterien. Auch ein Krisen-Radio (UKW und DAB) sollte in jedem Haushalt vorhanden sein, bei Anbietern wie Krisen-Doktor.de findet man im Internet eine große Auswahl günstiger Geräte - manche sogar mit Extras wie einer Taschenlampe oder der Auflademöglichkeit per Kurbel. Auch mindestens eine - immer am Netz angeschlossene - großzügig dimensionierte Powerbank sollte für den Notfall reserviert sein, um Handys aufladen zu können.

Der Notfallvorrat

Krisenvorsorge ist für Familien sehr wichtig, um im Falle einer Naturkatastrophe, eines Unfalls oder einer anderen Notlage gut vorbereitet zu sein. In solchen Situationen kann der Zugang zu grundlegenden Ressourcen wie Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung eingeschränkt sein. Indem du einen Notvorrat anlegst, kannst du sicherstellen, dass deine Familie ausreichend mit dem Nötigsten versorgt ist, um eine schwierige Zeit zu überstehen.

Damit insbesondere Familien eine gute Vorsorgeplanung vornehmen können, könnt ihr den Vorratskalkulator der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nutzen. Bitte beachte aber, dass dieser Vorsorge-Assistent keine individuellen Allergien oder Unverträglichkeiten berücksichtigt! Du solltest bei der Zusammenstellung deiner Vorräte sicherstellen, dass alle Nahrungsmittel für jedes Familienmitglied geeignet sind.

Persönlicher Platz und Vorlieben spielen ebenfalls eine Rolle bei der Krisenvorsorge. Abhängig vom verfügbaren Lagerplatz in deinem Zuhause solltest du die Menge der Vorräte anpassen. Achte darauf, Nahrungsmittel auszuwählen, die von deiner Familie bevorzugt und regelmäßig verzehrt werden, um sicherzustellen, dass die Vorräte auch bei regelmäßiger Rotation nicht verderben.

Krisenvorsorge für Kinder: Ein wichtiges Thema

Es ist essentiell, dass die Kinder genau wissen, welches Verhalten sie in einem Notfall an den Tag legen müssen. So wird ihnen zu einem gewissen Grad eine Eigenständigkeit verliehen, die immer einen besseren Schutz bedeutet – besonders in Situationen, in denen die Eltern nicht bei ihnen sein können, weil sie sich zum Beispiel auf dem Schulweg befinden, allein zu Hause sind oder sich in anderen Situationen allein wiederfinden.

Daneben sind Kinder in der Regel um einiges empfindlicher für Stress als Erwachsene. Das bedeutet, dass sich traumatische Erfahrungen auf die jungen Seelen der Kinder wesentlich langfristiger und stärker auswirken.

Eltern sollten aus diesem Grund durch eine rechtzeitige Vorbereitung dafür sorgen, dass ein großes Maß an Stress schon im Vorfeld abgefedert wird. Dem Kind ist dann bewusst, welche Situationen eintreten können und wie es auf diese angemessen reagieren kann. So gewinnt es an Souveränität und ist in der Lage, mit der herausfordernden und belastenden Situation wesentlich besser umzugehen.

Es muss jedoch auch darauf geachtet werden, die Kinder nicht unnötig zu verängstigen oder in Panik zu versetzen. Die Sachverhalte sollten daher nicht dramatisch, sondern ganz sachlich erklärt werden. Zudem führen zu viele Informationen auf einmal dazu, dass die Kinder verwirrt sind, sich nicht alle Informationen merken können oder diese sogar miteinander verwechseln.

Familien-Katastrophenplan erstellen

Um einen individuellen Familien-Katastrophenplan zu erstellen, sollte sich mit der gesamten Familie getroffen und besprochen werden, weshalb die Vorbereitung auf eine Katastrophe nötig ist. Kindern sind in diesem Zusammenhang die Gefahren von Unwettern, Feuern oder weiteren Krisenszenarien zu erläutern. Wichtig ist außerdem, sämtliche Pläne so simpel wie möglich zu halten, damit sich die wichtigsten Dinge im Gedächtnis verankern können.

Es sollten die unterschiedlichen Katastrophenarten, die am wahrscheinlichsten auftreten könnten, besprochen und geklärt werden, was in dem jeweiligen Fall getan werden muss. Dadurch erfährt jedes Familienmitglied, welche Aufgabe es hat.

Sinnvoll ist es im Zuge der Erstellung des Familien-Katastrophenplans auch, zwei Sammelorte zu definieren. Einer davon sollte sich direkt vor dem Haus befinden, beispielsweise, wenn ein plötzlicher Notfall wie ein Brand auftritt. Sollte die Rückkehr in das Haus nicht möglich sein oder die Nachbarschaft verlassen werden müssen, ist der zweite Sammelpunkt außerhalb der direkten Umgebung des Hauses zu wählen. Dieser Ort sollte den Kindern gut bekannt, zu allen Zeiten sicher und auch zu Fuß leicht erreichbar sein - z. B. eine Schule oder eine Kirche. Es ist auch ratsam, Notfallkontakte außerhalb eurer unmittelbaren Familie zu haben, wie zum Beispiel Verwandte oder Freunde in anderen Städten oder Ländern, die im Notfall als Ansprechpartner dienen können.

Kindgerechte Vorbereitung auf Krisensituationen

Aus diesem Grund bietet auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge eine spezielle Webseite an, auf der Eltern zur Vorbereitung ihres Nachwuchses aus Krisensituationen kindgerecht aufbereitetes Material herunterladen können. An das Thema der Krisenvorsorge werden die Kinder mit diesem anhand von illustrierten Geschichten mit den sympathischen Charakteren Flocke und Max spielerisch herangeführt, sodass es im Anschluss mit den Kindern im Detail besprochen werden kann.

Themen, die im Zuge der Krisenvorsorge behandelt werden sollten, bestehen beispielsweise darin, was getan werden muss, falls der Strom ausfällt, weshalb es eine gute Idee ist, zu Hause über Notvorräte zu verfügen und warum ein Notfallrucksack eine gute Idee sein könnte.

Konzipiert sind diese Geschichten für Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren. Begleitet werden sie von spaßigen Aktivitäten wie Wimmelbildern und Rätseln, so dass die Kinder spielerisch lernen, sich die wichtigsten Dinge im Bezug auf den Umgang mit Krisensituationen zu merken.

Angepasste Vorsorge für ältere oder beeinträchtigte Familienmitglieder

Bei der Notfall-Krisenvorsorge ist es wichtig, die besonderen Bedürfnisse von älteren oder beeinträchtigten Familienmitgliedern zu berücksichtigen. Sie können aufgrund von eingeschränkter Mobilität, chronischen Krankheiten oder kognitiven Beeinträchtigungen besondere Unterstützung benötigen. Stelle sicher, dass dein Notfallplan angepasst ist, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Zum Beispiel sollten ausreichende Vorräte an erforderlichen Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln, wie Rollatoren oder Krücken, vorhanden sein. Bei der Erstellung von Evakuierungsplänen ist es wichtig, leicht zugängliche und sichere Wege für Familienmitglieder mit Mobilitätseinschränkungen zu berücksichtigen. Es kann auch hilfreich sein, Notfallkontakte mit medizinischem Fachwissen oder Pflegekenntnissen in deinem Kommunikationsplan zu integrieren, um Unterstützung in schwierigen Situationen zu gewährleisten. Schließlich ist es entscheidend, dass alle Familienmitglieder über die besonderen Bedürfnisse ihrer älteren oder beeinträchtigten Angehörigen informiert sind und wissen, wie sie im Notfall angemessen handeln können. Durch eine angepasste Vorsorge trägst du dazu bei, dass auch ältere oder beeinträchtigte Familienmitglieder bestmöglich geschützt und versorgt sind.

Krisenvorbereitung - die Checkliste

Wir haben euch nochmal die wichtigsten Punkte als Checkliste zusammenstellt:

  1. Sind ausreichende Notfallvorräte für mindestens 72 Stunden vorhanden (Lebensmittel, Wasser, Medikamente, Hygieneartikel)?

  2. Haben alle Familienmitglieder den Kommunikationsplan verstanden und kennen alternative Kommunikationsmöglichkeiten, Treffpunkte und Notfallkontakte?

  3. Beherrschen alle Familienmitglieder grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen?

  4. Sind alle wichtigen Dokumente und Unterlagen (Personalausweise, Versicherungspolicen, medizinische Informationen, Finanzunterlagen) gesammelt und sicher aufbewahrt?

  5. Wurden besondere Bedürfnisse von älteren oder beeinträchtigten Familienmitgliedern berücksichtigt (angepasste Vorräte, Mobilitätshilfen, Notfallkontakte)?

  6. Gibt es einen Familien-Katastrophenplan, der Evakuierungs- und Schutzmaßnahmen enthält, und ist er allen Familienmitgliedern bekannt?

  7. Sind Haustiere in den Notfallplan integriert (tiergerechte Vorräte, Evakuierungspläne, Identifikation und Registrierung)?

  8. Ist eine gut ausgestattete Notfallausrüstung vorhanden (z. B. Taschenlampen, Batterien, Radio, Werkzeuge, Decken, Kleidung)?

  9. Haben alle Familienmitglieder Zugang zu aktuellen Informationen über mögliche Gefahren und Warnungen in ihrer Umgebung (z. B. lokale Warnsysteme, Apps, Radio)?

  10. Wurde ein regelmäßiger Zeitplan für die Überprüfung und Aktualisierung des Notfallplans und der Vorräte festgelegt?

Fazit

Zusammenfassend ist die Notfall-Krisenvorsorge für Familien ein essentieller Schritt, um auf unerwartete Ereignisse und Krisensituationen vorbereitet zu sein. Indem du einen umfassenden Plan entwickelst, der die Bedürfnisse aller Familienmitglieder berücksichtigt, stellst du sicher, dass deine Lieben geschützt sind und über die nötigen Ressourcen verfügen, um mögliche Herausforderungen zu bewältigen. Eine gute Vorbereitung beinhaltet die Bereitstellung von Notfallvorräten, das Erlernen von Erste-Hilfe-Maßnahmen, das Sichern wichtiger Dokumente und das Anpassen des Plans an die individuellen Bedürfnisse jedes Familienmitglieds, einschließlich älterer oder beeinträchtigter Angehöriger und Haustiere. Durch die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung des Notfallplans und der Vorräte kannst du sicherstellen, dass deine Familie in jeder Situation gut gerüstet ist und ihr gemeinsam die Krise bewältigten könnt.

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