Das sichere Kinderfahrrad

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Wenn euer Kind das Fahrradfahren erlernt, ist das ein weiterer großer Schritt in seiner Entwicklung.

Das Fahrradfahren - Unabhängig, aber gefährlich?

Das Fahrradfahren ist ein weiterer, großer Schritt im Leben eines Kindes - durch das Fahrradfahren lernt euer Kind eine neue Form der Unabhängigkeit kennen und gewinnt an Selbstvertrauen. Doch natürlich kommen in gleichem Maße bei euch Eltern erste Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Kindes im Straßenverkehr auf. Auch wenn euer Kind anfangs nur in Begleitung auf dem Rad unterwegs ist und bis zum Alter von 10 Jahren auf dem Gehweg fahren darf, so wird es trotzdem Kreuzungen überqueren müssen und mit anderen Straßenteilnehmern konfrontiert werden.

Kriterien eines guten Kinderfahrrads

Kinderfahrräder müssen sicher und robust sein und natürlich trotzdem Spaß machen. Glaubt man den Verbraucherorganisationen und entsprechenden Magazinen, schaffen diesen Spagat nicht viele Räder. Kriterien, die ihr beim Kauf eines Kinderfahrrads unbedingt beachten solltet, sind folgende:

Geringes Gewicht (9 bis 11kg)

Viele Kinderräder haben mit 12 bis 14 Kilogramm ein zu hohes Gewicht. Gerade bei kleinen Kindern sollte das Gewicht nicht mehr als 9 bis 11 Kilogramm betragen.

Sicherheitslenker

Ein kindgerechter, leicht gebogener Sicherheitslenker, der bei gerader Sitzposition des Kindes mühelos erreichbar ist, und dessen Gummigriffe sicheren Halt geben, sind optimal. So wird die Rückenmuskulatur nicht strapaziert und euer Kind sitzt sicherer im Sattel. Durch das richtige Schuhwerk mit einer rutschfesten Sohle garantiert man zusätzlichen Halt auf der Pedale.

Unabdingbar ist natürlich eine Klingel, die möglichst ohne Veränderung der Griffhaltung gut erreichbar am Lenker angebracht ist. Die Klingel sollte laut genug sein, dass man sie hört, und einfach zu betätigen sein sollte sie logischerweise auch.

Kindgerechte Bremsen

Erforderlich für sicheres Fahren sind zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen. Die Bremsen müssen natürlich zuverlässig funktionieren, aber nicht schon bei leichtem Hebeldruck aggressiv und bissig blockieren. Felgenbremsen, sogenannte V-Breaks, sind daher nicht zu empfehlen. Kindgerechte Rücktrittbremsen oder Scheibenbremsen hingegen sind gut dosierbar und verhindern, dass sich das Kind beim Bremsvorgang mit dem Rad überschlägt. Bei den Pedalen ist es auch wichtig, dass sie rutschfest sind.

Gute Federung

Eure Kinder werden nicht immer auf glatten Straßen unterwegs sein, sondern auch im Wald oder auf hügeligen Wiesen. Um den Rücken und die Schultern eurer Kinder zu schonen, sollte das Rad gut gefedert sein.

Kettenschutz und Schutzbleche

Damit euer Kind sich nicht mit seiner Hose in der Kette verfängt, sollte ein umfassender Kettenschutz am Rad vorhanden sein. Schutzbleche verhindern außerdem eine direkte Kontaktmöglichkeit mit dem Rad. Beide Vorkehrungen beugen Verletzungen des Kindes und Verschmutzungen der Kleidung vor.

Reflektoren und Licht

Orangefarbene Katzenaugen in den Speichen, Reflektoren hinten, vorne und in den Pedalen sowie ein fest verbautes Vorder- und Rücklicht gehören zur Ausstattung jedes sicheren Rads.

Stabiler Gepäckträger

Ein stabiler und ausreichend großer Gepäckträger ist vor allem für Kinder, die mit dem Fahrrad zur Schule fahren, wichtig. Hier können der Rucksack oder das Sportzeug sicher befestigt werden.

Auf Kinderwünsche hören

Bei allen Sicherheitsvorkehrungen dürft ihr als Eltern natürlich auch den Geschmack eures Kindes nicht vergessen. Das Rad sollte dem Kind auf jeden Fall farblich und stilistisch gefallen. Leuchtende Lieblingsfarben und auch Aufkleber kommen bei den meisten Kindern sehr gut an.

Fachgeschäft oder Internet

Auch Fahrräder können mittlerweile problemlos im Internet bestellt werden - das Fahrrad wird dann bequem bis zur Haustür gebracht und muss dann allerdings noch montiert oder gar zusammengebaut werden. Wenn man sich das zutraut, kann man mit einer Internetbestellung einiges an Geld sparen gegenüber dem Einkauf im Fachhandel.

Allerdings sollte man bei einem Onlinekauf auf gute Produkte sowie guten Service achten. Recherchen im Internet sind durchaus hilfreich und seriöse Onlineshops haben auch einen Support durch Fachverkäufer. Der Kunde wird in jedem guten Onlineshop für Fahrräder beim Kauf von Fitnessbikes, Falträdern, Elektrorädern, Kinderfahrrädern, Trekkingbikes und vielen anderen Fahrradvarianten umfassend und professionell beraten und auf die wesentlichen Sicherheitsmerkmale hingewiesen. An den Fahrrädern, die für die Teilnahme am Straßenverkehr vorgesehen sind, gibt es eine Standardsicherheitsausstattung.

Aber natürlich sprechen auch gute Gründe für den Kauf eines Fahrrads im Fachhandel: das Kind kann das Fahrrad direkt anfassen und testen, der Händler steht für Fragen und Erklärungen bereit und stellt seinen Erfahrungsschatz zur Verfügung. Außerdem ist die Abwicklung bei einem Garantiefall oder ähnlichem unkomplizierter als der Rückversand des Fahrrads.

Das Sportrad

Sporträder lassen einige Sicherheitsmerkmale vermissen. Oft sind es die Beleuchtung und die Reflektoren die hier vernachlässigt werden. Solange Sporträder nicht im Straßenverehr zum Einsatz kommen, ist dies kein Problem. Werden jedoch öffentliche Radwege und Straßen genutzt, können fehlende Sicherheitsdetails das Leben gefährden und bei Verkehrskontrollen richtig teuer werden. Zu den Sporträdern zählen unter anderem:

  • Rennräder
  • BMX Räder
  • Mountainbikes
  • Crossbikes
  • Trekkingbikes
  • Einräder
Je nach Sportart kommt es bei den Rädern auf die Reifenbreite, die Federung und das Gesamtgewicht an. In den letzten Jahren hat sich bei der Entwicklung von Fahrrädern sehr viel getan. Materialien werden leichter und trotzdem haltbarer. Betreiben viele das Radfahren eher als Breitensport, so gibt es auch die ehrgeizigen Leistungssportler, die sich beispielsweise im Bund der Radfahrer organisieren und in den verschiedenen Bereichen zu Bestleistungen antreiben.

Der richtige Helm

Bei Helmen für Kinder wird zwischen Mitfahrerhelm und Jugendhelm unterschieden. Der Helm für Mitfahrer ist für die Kleinsten, die im Kindersitz oder Anhänger mitreisen. Jugendhelme tragen die Kinder, die bereits Fahrradfahren können. Letztere sind mit speziellen Crash-Zonen ausgestattet, damit bei Frontalzusammenstößen ein höchstmöglicher Schutz gegeben ist.

Zum Kauf des Helms soll das Kind unbedingt mitgenommen werden. Ohne Anprobieren geht bei diesem wichtigen Vorhaben gar nichts. Ein Helm, der nicht richtig sitzt, schützt nicht ausreichend. Im schlimmsten Fall kann er bei Unfällen sogar zu zusätzlichen Verletzungen führen.

Darauf ist beim Helmkauf zu achten:

  • der Helm ist DIN geprüft (DIN EN 1078) – auf Kennzeichnung achten!
  • der Helm lässt sich mit einem Anpassungsring auf die Kopfweite des Kindes einstellen
  • die Riemen sind breit, weich und gepolstert
  • Verschlüsse lassen sich leicht öffnen
  • Verschlüsse und Riemen lassen sich regulieren
  • der Helm hat Öffnungen für die Belüftung
Dass der Helm dem Kind gefällt, ist natürlich kein Sicherheitskriterium, bringt aber den Vorteil, dass er gern getragen wird und der erhobene Zeigefinger und langwierige Belehrungen überflüssig werden.

Radfahren im Verkehr lernen

Damit Kinder beim Radeln sicherer werden, können sie durch gemeinsame Touren mit Eltern und Geschwistern lernen, was im Straßenverkehr als Radfahrer wichtig ist. Selbst kleinere Geschwister können mitfahren, wenn sie einen Platz im Anhänger oder Kindersitz haben. In den Pausen können Lernspiele die Verkehrsregeln auf leichte und spaßige Weise vermitteln und festigen.

Zur Sicherheit beim Radfahren gehört neben einem verkehrssicheren Fahrrad auch eine Ausrüstung, die bei Unfällen und Stürzen die schlimmsten Verletzungen verhindert. Ein Helm ist zwar noch nicht verpflichtend, sollte aber eine Selbstverständlichkeit sein. Wird den Kindern vorgelebt, dass der Helm wichtig ist, schützen größere Kinder sich auch, wenn sie allein oder mit Freunden auf Tour gehen.

Das Anbringen von Kindersitz und Anhänger muss von Fachleuten vorgenommen werden. Schließlich geht es um die Sicherheit und das Leben der Kleinsten.

Die Verkehrswacht bietet übrigens sehr viele kindgerechte Materialien zum Thema Radfahren und Sicherheit im Straßenverkehr an, die vom Reaktionstraining bis hin zu Bewegungsspielzeugen reichen. Kindertagesstätten und Schulen arbeiten mit der Verkehrswacht zusammen und bieten die Möglichkeit, den Fahrradpass zu erlangen – den Kinderführerschein fürs Zweirad.

Urlaub mit Fahrrädern

In den Ferienzeiten sind die Autobahnen voll mit Fahrzeugen, die extra Fahrradträger haben. Die eigenen Räder mitzunehmen hat viele Vorteile. Jeder ist an sein Gefährt gewöhnt. Es muss nicht nach einem Fahrradverleih gesucht werden und wenn Kindersitze oder Anhänger benötigt werden, kann man sich bei dem eigenen Fahrrad einfach darauf verlassen, dass alles ordnungsgemäß montiert ist.

Die Unabhängigkeit in einem Urlaub mit Fahrrädern steigt enorm und Leihgebühren etc. werden auch noch gespart. Damit reiht sich der Fahrradurlaub in die Reihe der Varianten ein, die einen günstigen Urlaub mit Kind ermöglichen. Gemeinsame Unternehmungen an der frischen Luft fördern Körperhaltung, Immunsystem und Zusammenhalt in der Familie. Pausen können für Picknicks, Spiele oder Strandbesuche genutzt werden. Und wenn unterwegs einer schlapp macht, kann der Rückweg durch die Nutzung von Zügen oder Fähren verkürzt werden.

Es gibt übrigens auch für Radfahrer einen Verband namens ADFC, der ähnlich wie der ADAC bei Problemen und Pannen da ist - und das nicht nur in Deutschland. Wer E-Bikes bevorzugt, kann durch die Mitgliedschaft beim Bezug von Ökostrom viel Geld sparen.

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