Weihnachtsgedichte
Die heiligen drei Könige
Aus fernen Landen kommen wir gezogen,
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren,
Ein schöner Stern ist vor uns her geflogen.
Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Judas muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allem hoch gewogen.
Holdselig Kind, lass auf den Knien Dich grüßen!
Damit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.
Gold, Weihrauch, Myrrhen liegen Dir zu Füßen,
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst Du uns nur mit einem Blicke laben.
Aus fernen Landen kommen wir gezogen,
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren,
Ein schöner Stern ist vor uns her geflogen.
Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Judas muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allem hoch gewogen.
Holdselig Kind, lass auf den Knien Dich grüßen!
Damit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.
Gold, Weihrauch, Myrrhen liegen Dir zu Füßen,
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst Du uns nur mit einem Blicke laben.
— August Wilhelm von Schlegel
Der Nußknacker
Nußknacker, du machst ein grimmig Gesicht —
Ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht:
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
Drum bring ich meine Nüsse dir.
Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen
Gar hübsch die harten Nüsse packen
Und weißt sie vortrefflich aufzuknacken:
Nußknacker, drum bitt ich dich, bitt ich dich,
Hast bessere Zähn als ich, Zähn als ich.
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren
Die Kerne verzehren.
O knacke nur, knack knack knack! immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!
Nußknacker, du machst ein grimmig Gesicht —
Ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht:
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
Drum bring ich meine Nüsse dir.
Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen
Gar hübsch die harten Nüsse packen
Und weißt sie vortrefflich aufzuknacken:
Nußknacker, drum bitt ich dich, bitt ich dich,
Hast bessere Zähn als ich, Zähn als ich.
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren
Die Kerne verzehren.
O knacke nur, knack knack knack! immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!
— August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Weihnachtsstimmen
Unter tiefem Schnee die Welt,
Doch im Herzen Blühn und Sprossen -
Sternenlicht vom Himmelszelt
Auf die Erde ausgegossen -
Fromme Hirten hier im Tal,
Dort des Welterlösers Krippe:
Heil'ge Nacht voll Licht und Strahl,
Feiernd grüßt dich jede Lippe!
Heil'ge Nacht, du süße Nacht,
Nacht der grünen Tannenbäume,
Wo die Engel halten Wacht
Über goldne Kinderträume,
Wo die ärmste Menschenbrust
Sich dem heil'gen Licht erschließet,
Das vom Himmel unbewusst
Weihnachtsfreuden niedergießet:
Führe du gen Bethlehem
Heute noch die frommen Hirten;
Kön'ge von Jerusalem,
Bringet Weihrauch, bringet Myrten:
Zeigt es, dass der große Streit,
Der die Menschen trennt nur Lüge,
Dass die Liebe Blumen streut
Auf des ärmsten Kindes Wiege! -
Engel grüßen euch daraus; -
Habt ihr nicht den Ruf vernommen:
"Treten in des Armen Haus",
"Lasst die Kindlein zu euch kommen!?"
Jedes Kind ein Christuskind,
Dessen Herz noch rein vor Lüge,
Und die Hütten Bethlehems sind
Wo die Armut in der Wiege.
Drum, ihr Hirten, nehmt den Stab
Und verlasset eure Herden:
Zieht gen Bethlehem hinab:
Fried' und Freud sei auf Erden!
Denn es leuchtet hell der Stern,
Dem zu folgen euch beschieden:
Gebt die Ehre Gott dem Herrn -
Aber seiner Welt den Frieden!
Unter tiefem Schnee die Welt,
Doch im Herzen Blühn und Sprossen -
Sternenlicht vom Himmelszelt
Auf die Erde ausgegossen -
Fromme Hirten hier im Tal,
Dort des Welterlösers Krippe:
Heil'ge Nacht voll Licht und Strahl,
Feiernd grüßt dich jede Lippe!
Heil'ge Nacht, du süße Nacht,
Nacht der grünen Tannenbäume,
Wo die Engel halten Wacht
Über goldne Kinderträume,
Wo die ärmste Menschenbrust
Sich dem heil'gen Licht erschließet,
Das vom Himmel unbewusst
Weihnachtsfreuden niedergießet:
Führe du gen Bethlehem
Heute noch die frommen Hirten;
Kön'ge von Jerusalem,
Bringet Weihrauch, bringet Myrten:
Zeigt es, dass der große Streit,
Der die Menschen trennt nur Lüge,
Dass die Liebe Blumen streut
Auf des ärmsten Kindes Wiege! -
Engel grüßen euch daraus; -
Habt ihr nicht den Ruf vernommen:
"Treten in des Armen Haus",
"Lasst die Kindlein zu euch kommen!?"
Jedes Kind ein Christuskind,
Dessen Herz noch rein vor Lüge,
Und die Hütten Bethlehems sind
Wo die Armut in der Wiege.
Drum, ihr Hirten, nehmt den Stab
Und verlasset eure Herden:
Zieht gen Bethlehem hinab:
Fried' und Freud sei auf Erden!
Denn es leuchtet hell der Stern,
Dem zu folgen euch beschieden:
Gebt die Ehre Gott dem Herrn -
Aber seiner Welt den Frieden!
— Rudolf Bunge
Die heilige Nacht
Gesegnet sei die Heilige Nacht,
Die uns das Licht der Welt gebracht! -
Wohl unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
Da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!
Ich verkünd' euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut."
Da gehn die Hirten hin in Eil,
Zu schaun mit Augen das ewig Heil;
Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -
Bald kommen auch gezogen fern
Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.
Sie knien vordem Kindlein hold,
Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
Gesegnet sei die Heilige Nacht,
Die uns das Licht der Welt gebracht! -
Wohl unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
Da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!
Ich verkünd' euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut."
Da gehn die Hirten hin in Eil,
Zu schaun mit Augen das ewig Heil;
Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -
Bald kommen auch gezogen fern
Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.
Sie knien vordem Kindlein hold,
Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
— Eduard Mörike
Die Krippe
Was ist das doch ein holdes Kind,
Das man hier in der Krippe find't?
Ach, solch ein süßes Kindelein,
Das muss gewiss vom Himmel sein.
Die Frau, die bei der Krippe kniet
Und selig auf das Kindlein sieht,
Das ist Maria, fromm und rein,
Ihr mag recht froh im Herze sein.
Der Mann, der zu der Seite steht
Und still hinauf zum Himmel fleht,
Das muss der fromme Joseph sein,
Der tut sich auch des Kindleins freu'n.
Und was dort in der Ecke liegt
Und nach dem Kindlein schaut vergnügt,
Ein Öchslein und ein Eselein,
Das mögen gute Tierlein sein!
Und dort kommen, fromm und gut,
Mit langem Stab und rundem Hut,
Das ist der Hirten fromme Schar,
Die bringen ihre Gaben dar.
Und was den Stall so helle macht,
Und was so lieblich singt und lacht,
Das sind die lieben Engelein,
Die schau'n zu Tür und Fenster ein.
Und die dort kommen ganz von fern
Und gläubig schauen nach dem Stern,
Das sind der Weisen Kön'ge drei
Mit Weihrauch, Gold und Spezerei.
Und ob dem Hüttlein flammt der Stern,
Der leuchtet nah und leuchtet fern;
Er leuchtet auch durch unsre Zeit
Und leuchtet bis in Ewigkeit.
Sei hochgelobt, du dunkle Zell'!
Durch die die ganze Welt wird hell.
Klein Kindlein in Mariens Schoß,
Wie bist du so unendlich groß!
Was ist das doch ein holdes Kind,
Das man hier in der Krippe find't?
Ach, solch ein süßes Kindelein,
Das muss gewiss vom Himmel sein.
Die Frau, die bei der Krippe kniet
Und selig auf das Kindlein sieht,
Das ist Maria, fromm und rein,
Ihr mag recht froh im Herze sein.
Der Mann, der zu der Seite steht
Und still hinauf zum Himmel fleht,
Das muss der fromme Joseph sein,
Der tut sich auch des Kindleins freu'n.
Und was dort in der Ecke liegt
Und nach dem Kindlein schaut vergnügt,
Ein Öchslein und ein Eselein,
Das mögen gute Tierlein sein!
Und dort kommen, fromm und gut,
Mit langem Stab und rundem Hut,
Das ist der Hirten fromme Schar,
Die bringen ihre Gaben dar.
Und was den Stall so helle macht,
Und was so lieblich singt und lacht,
Das sind die lieben Engelein,
Die schau'n zu Tür und Fenster ein.
Und die dort kommen ganz von fern
Und gläubig schauen nach dem Stern,
Das sind der Weisen Kön'ge drei
Mit Weihrauch, Gold und Spezerei.
Und ob dem Hüttlein flammt der Stern,
Der leuchtet nah und leuchtet fern;
Er leuchtet auch durch unsre Zeit
Und leuchtet bis in Ewigkeit.
Sei hochgelobt, du dunkle Zell'!
Durch die die ganze Welt wird hell.
Klein Kindlein in Mariens Schoß,
Wie bist du so unendlich groß!
— Luise Hensel
Heilige Nacht
Das Licht wird aus dem Schloß der Nacht geboren,
es leuchten Sterne nur auf dunklem Grunde,
drum, Menschenkind, gib nimmer dich verloren
und harr' getrost der weihnachtlichen Stunde!
Wenn du beharrst, es nah'n auch deiner Kammer
dereinst die Hirten mit der frohen Kunde -
die Nacht wird hell, es schwinden Not und Jammer,
und Lobgesang tönt von der Engel Mund.
Das Licht wird aus dem Schloß der Nacht geboren,
es leuchten Sterne nur auf dunklem Grunde,
drum, Menschenkind, gib nimmer dich verloren
und harr' getrost der weihnachtlichen Stunde!
Wenn du beharrst, es nah'n auch deiner Kammer
dereinst die Hirten mit der frohen Kunde -
die Nacht wird hell, es schwinden Not und Jammer,
und Lobgesang tönt von der Engel Mund.
— Gerhard von Amyntor
