Weihnachtsgedichte

Alle Rubriken zeigen

Viele wunderschöne klassische und moderne Wintergedichte. Gedanken rund um Schnee, Eis und Kaminfeuer.
 
Verse zum Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
und das Jahr geht auf die Neige,
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.

— Theodor Fontane

Winterrose

Es ist ein Ros' entsprungen
aus einer Wurzel zart;
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art.
Und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaja sagt,
hat uns gebracht alleine
Marie, die reine Magd.
Aus Gottes ew'gem Rat
hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd.

Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine
vertreibt's die Finsternis,
wahr Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

— Michael Prätorius

Kling, Glöckchen

Kling, Glöckchen, klinge-linge-ling,
kling, Glöckchen kling!
Laßt mich ein, ihr Kinder,
ist so kalt der Winter;
öffnet mir die Türen!
Laßt mich nicht erfrieren!

Kling, Glöckchen, klinge-linge-ling,
kling, Glöckchen kling!
Mädchen, hört, und Bübchen,
macht mir auf das Stübchen,
bring euch viele Gaben,
sollt euch dran erlaben!

Kling, Glöckchen, klinge-linge-ling,
kling, Glöckchen kling!
Hell erglühn die Kerzen,
öffnet mir die Herzen,
will drin wohnen fröhlich,
frommes Kind, wie selig!


— Karl Enslin

Knecht Ruprecht

Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stipp - stapp, stipp - stapp und huckepack -
Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sack drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin'
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss' fürs gute Kind;
die andern, die nicht artig sind,
die klopft er auf die Hosen.

— Martin Boelitz

Am Weihnachtsabend (Wiegenlied)

Mond und Sterne friedlich scheinen
Alles schläft in süßer Ruh'
Mietzekatze trägt den Kleinen
Ein erhaschtes Mäuschen zu,
Und mein Kindlein in der Wiegen
Selig, wie im Himmel lacht,
Engel sind herabgestiegen,
Halten Wacht,
Weihnachtsabend, heil'ge Nacht.

Wenn die bunten Lichter flimmern
Auf dem grünen Tannenbaum,
Und die goldnen Nüsse schimmern,
Küss' ich meines Kindes Traum
Sachte von dem roten Mündchen,
Aber 's hat gute Zeit,
Schlafen musst du manches Stündchen,
Bis bereit
All die ganze Herrlichkeit!

Püppchen hat noch keine Kleider,
Sehnt nach Strümpfen sich und Schuh'n,
Mutter ist ein fleiß'ger Schneider,
Darf die ganze Nacht nicht ruhn,
Immer schnipp schnapp macht die Schere,
Und die Nadel Stich auf Stich,
Dass ich mir den Sandmann wehre,
Königlich
Freut mein Kindchen morgen sich!

Lasst die Kindlein zu mir kommen
Also sprach der heil'ge Christ,
Der zu aller Menschen Frommen
Heute Nacht geboren ist.
Liebend hast du hingegeben
Für die ganze Welt dein Blut,
Gib, dass meines Kindes Leben
Fromm und gut
Blühe auf in deiner Hut!

— Albert Traeger

Weihnachtslied

Des Ewigen und der Sterblichen Sohn
Er tut den ersten Schritt ins Heiligtum,
Er wir geboren!

Bald wird er ins Allerheiligste gehen
Zum hohen Kreuz, zur Nacht, zum Blutaltar,
Zum Todeshügel!

Im Weltgericht geht er wieder heraus.
Dann sinkt vor ihm der Vorhang, und enthüllt
Was war, und sein wird!

Du furchtbarer! Und du weinendes Kind!
Was soll ich tun, in dem Gericht zu stehn,
Das du dann richtest?

Der Ringende nur erkämpfet den Lohn!
Eng ist die Pforte! Schmal der hohe Weg
Zu deinem Heile!

Oh, der in das Allerheiligste ging,
Vollender! Gottversöhnender! Führe du
Den Weg mich!

— Friedrich Gottlieb Klopstock

Bitte gib einen Suchbegriff ein oder wähle einen Menüpunkt aus:

Bitte gib mindestens 3 Buchstaben ein

Keine Ergebnisse