Besinnliches zu Heiligabend u.Weihnacht

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Viele wunderschöne klassische und moderne Wintergedichte. Gedanken rund um Schnee, Eis und Kaminfeuer.
 
Kling, Glöckchen

Kling, Glöckchen, klinge-linge-ling,
kling, Glöckchen kling!
Laßt mich ein, ihr Kinder,
ist so kalt der Winter;
öffnet mir die Türen!
Laßt mich nicht erfrieren!

Kling, Glöckchen, klinge-linge-ling,
kling, Glöckchen kling!
Mädchen, hört, und Bübchen,
macht mir auf das Stübchen,
bring euch viele Gaben,
sollt euch dran erlaben!

Kling, Glöckchen, klinge-linge-ling,
kling, Glöckchen kling!
Hell erglühn die Kerzen,
öffnet mir die Herzen,
will drin wohnen fröhlich,
frommes Kind, wie selig!


— Karl Enslin

Weihnachtslied

Des Ewigen und der Sterblichen Sohn
Er tut den ersten Schritt ins Heiligtum,
Er wir geboren!

Bald wird er ins Allerheiligste gehen
Zum hohen Kreuz, zur Nacht, zum Blutaltar,
Zum Todeshügel!

Im Weltgericht geht er wieder heraus.
Dann sinkt vor ihm der Vorhang, und enthüllt
Was war, und sein wird!

Du furchtbarer! Und du weinendes Kind!
Was soll ich tun, in dem Gericht zu stehn,
Das du dann richtest?

Der Ringende nur erkämpfet den Lohn!
Eng ist die Pforte! Schmal der hohe Weg
Zu deinem Heile!

Oh, der in das Allerheiligste ging,
Vollender! Gottversöhnender! Führe du
Den Weg mich!

— Friedrich Gottlieb Klopstock

Die heiligen drei Könige

Aus fernen Landen kommen wir gezogen,
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren,
Ein schöner Stern ist vor uns her geflogen.

Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Judas muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allem hoch gewogen.

Holdselig Kind, lass auf den Knien Dich grüßen!
Damit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.

Gold, Weihrauch, Myrrhen liegen Dir zu Füßen,
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst Du uns nur mit einem Blicke laben.

— August Wilhelm von Schlegel

Die heilige Nacht

Gesegnet sei die Heilige Nacht,
Die uns das Licht der Welt gebracht! -

Wohl unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.

Ein Engel Gottes, licht und klar,
Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
Da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!

Ich verkünd' euch große Freud:
Der Heiland ist euch geboren heut."

Da gehn die Hirten hin in Eil,
Zu schaun mit Augen das ewig Heil;

Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -

Bald kommen auch gezogen fern
Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.

Sie knien vordem Kindlein hold,
Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"

— Eduard Mörike

Morgen kommt der Weihnachtsmann

Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben
Trommel, Pfeife und Gewehr,
Fahn und Säbel und noch mehr,
Ja ein ganzes Kriegesheer,
Möcht' ich gerne haben.

Bring' uns, lieber Weihnachtsmann,
Bring' auch morgen, bringe
Musketier und Grenadier,
Zottelbär und Panthertier,
Roß und Esel, Schaf und Stier,
Lauter schöne Dinge.

Doch du weißt ja unsern Wunsch,
Kennest unsere Herzen.
Kinder, Vater und Mama
Auch sogar der Großpapa,
Alle, alle sind wir da,
Warten dein mit Schmerzen.

— August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Ihr Kinderlein kommet

Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’!
Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall,
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht.

O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall,
seht hier bey des Lichtleins hellglänzendem Strahl,
in reinlichen Windeln das himmlische Kind,
viel schöner und holder als Engel es sind.

Da liegt es - ach Kinder! - auf Heu und auf Stroh;
Maria und Joseph betrachten es froh;
die redlichen Hirten knien bethend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn,
Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin;
ein Körblein voll Früchte, das purpurroth glänzt,
ein Schnee-weißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.

O bethet: Du liebes, Du göttliches Kind
was leidest Du alles für unsere Sünd’!
Ach hier in der Krippe schon Armuth und Noth,
am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.

O beugt wie die Hirten anbethend die Knie
erhebet die Händlein und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder, wer sollt sich nicht freun,
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

Was geben wir Kinder, was schenken wir Dir,
du Bestes und Liebstes der Kinder dafür?
Nichts willst Du von Schätzen und Freuden der Welt
- ein Herz nur voll Unschuld allein Dir gefällt.

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn
- und mache sie heilig und selig wie Dein’s,
und mach sie auf ewig mit Deinem nur Eins.


— Christoph von Schmid

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