Ringelröteln

Foto von  Kinderkrankheiten von A-Z: Ringelröteln
Ringelröteln ist eine Viruserkrankung, die nichts mit den Röteln zu tun hat und gegen die es derzeit keine Impfung gibt.

Ringelröteln: Übersicht

Ringelröteln sind weltweit verbreitet, sie entstehen durch das Parvo-Virus B19 und treten bevorzugt bei Kindern auf. Gerade Kindertagesstätten sind immer wieder von einer kleinen Epidemie befallen, da die Krankheit sehr ansteckend ist. Die Ansteckungsgefahr herrscht aber nur vor, bevor der typische Ausschlag entsteht, so dass sie äußerst selten erkannt wird. Gefährlich wird die Krankheit insbesondere bei schwangeren Frauen, da das ungeborene Kind dadurch geschädigt werden kann. Eine Impfung wäre deshalb besonders wichtig, ein entsprechender Impf-Wirkstoff wurde aber noch nicht entdeckt.

Ringelröteln: Geschichte

Bereits im 17. Jahrhundert begannen die Ärzte, die typischen Kinderkrankheiten, die mit Hautausschlägen einhergingen, zu unterteilen, indem sie sie nummerierten. Nachdem Masern, Scharlach und Röteln bereits entdeckt worden waren und zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch Rubeola scarlatina identifiziert wurde, wurden die Ringelröteln als fünfte Kinderkrankheit bezeichnet.

Erst 1974 wurde jedoch der Virus der zu dieser Erkrankung führt, von einer australischen Virologin entdeckt. Dabei war die Entdeckung allerdings eher ein Zufall, als die Virologin Blutproben gesunder Blutspender auf Hepatitis-B-Viren untersuchte.

Ringelröteln: Ursachen

Als Verursacher für die Ringelröteln gilt das Parvo-Virus B19, welches mittels Tröpfcheninfektion übertragen wird. Besonders schwierig ist der Schutz vor der Krankheit, denn die Inkubationszeit kann zwischen sieben und 18 Tagen andauern. Während dieser Zeit sind keinerlei Symptome sichtbar, das Virus kann über das Händeschütteln, Niesen oder Husten aber bereits übertragen werden. Weder die angesteckte Person, noch die ansteckende Person wissen zu diesem Zeitpunkt also von der Erkrankung.

Allerdings ist die Krankheit recht selten. Nur etwa alle drei bis fünf Jahre kommt es zu kleinen Epidemien in Kindertagesstätten. Obwohl die Krankheit nur selten auftritt, sind gut zwei bis 21 Prozent der Kinder unter elf Jahren Träger des Erregers. Bei den Erwachsenen geht man sogar von einer so genannten "Durchseuchungsrate" zwischen 40 und 60 Prozent aus.

Ringelröteln: Symptome

Die Erkrankung verläuft in mehr als drei Viertel aller Fälle ohne spezifische Symptome. Nur bei etwa 25 Prozent der Betroffenen bilden sich die typischen Ausschläge, die in Form schwacher bis starker Rötungen auftreten. Allerdings geht ihnen eine Zeit mit Fieber und Schüttelfrost sowie Kopfschmerzen voran. Nach einer beschwerdefreien Zeit von einer Woche treten dann die Rötungen auf, die zunächst im Gesicht zu sehen sind. Die Mundpartie wird dabei häufig ausgespart, so dass sich eine Art Schmetterlingsbild ergibt. Hinzu kommt später ein Ausschlag auf Armen und Beinen, der mit Juckreiz verbunden sein kann.

Bei Erwachsenen können zudem Gelenkschmerzen und Schädigungen des Knochenmarks auftreten. Ebenfalls bilden sich Rötungen an den Handflächen und den Fußsohlen.

Ringelröteln: Vorbeugung

Vorbeugen kann man den Ringelröteln kaum. Wer sie einmal gehabt hat, ist jedoch ein Leben lang immun. Eine Impfung gibt es derzeit noch nicht, lediglich gegen die normalen Röteln kann man sich impfen lassen. Hierbei kommt meist eine kombinierte Impfung, die auch gegen Mumps und Masern immunisiert, zum Einsatz.

Ringelröteln: Risikogruppen

Besonders gefährdet sind Kinder. Aber auch Schwangere sollten Acht geben, wenn sie die Ringelröteln noch nicht hatten. Denn bei einer Infektion im ersten Drittel der Schwangerschaft kann der Fötus schwere Schäden davontragen. Die Sterblichkeitsrate der Babys ist besonders hoch. Ebenfalls kann es zu Herzproblemen und Wasseransammlungen beim Kind kommen. Schwangere sollten deshalb Kindergärten und Schulen meiden, sofern dort die Ringelröteln umgehen.

Ringelröteln: Homöopathie

Es gibt verschiedene Aussagen, die darauf abzielen, den Ringelröteln mit Immunglobulinen vorbeugen zu können. Allerdings wurde deren Wirksamkeit noch nicht bewiesen. Auch ist bei einer Erkrankung keine spezifische Therapie vorgesehen bzw. notwendig. Die Ringelröteln heilen in aller Regel von selbst ab, ohne Schäden zu hinterlassen. Einige Salben, die auf homöopathischer Basis hergestellt werden, dienen der Linderung des Juckreizes.


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