Scharlach

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Scharlach wird durch Bakterien, den Streptokokken, ausgelöst und kann bei Nichtbehandlung Organschäden verursachen.

Scharlach: Übersicht

Scharlach ist eine durch Tröpfchen- und Staubinfektion übertragene akute Infektionskrankheit, die besonders häufig bei Kindern auftritt. Einhergehend mit hohem Fieber folgen darauf typische Symptome, wie die Himbeerzunge und der feinfleckige rötliche Hautausschlag. Wird Scharlach nicht behandelt, können schwere Spätkomplikationen auftreten, wie mögliche Nieren-, Mittelohr- und Herzentzündung. Scharlach ist in den meisten Bundesländern meldepflichtig.

Scharlach: Geschichte

Scharlach fand im 9. Jahrhundert seinen Weg nach Europa. Damals gab es noch keine Antibiotika und so endete diese Krankheit für viele tödlich. Eine Zeitlang schien die Krankheit kaum erwähnenswert zu sein, doch seit Anfang 2009 hat sich Scharlach wieder epidemisch ausgebreitet.

Scharlach: Ursachen

Scharlach ist eine der häufigsten Kinderkrankheiten. Die Krankheitserreger sind Bakterien, die so genannten Streptokokken. Streptokokken verursachen in erster Linie Entzündungen im oberen Bereich der Luftwege, wie zum Beispiel eine Mandelentzündung (Angina). Die bakteriellen Keime produzieren Giftstoffe, die zu dem typischen Hautausschlag führt. Diese Toxine verursachen bei Nicht-Behandlung organische Krankheiten. Die Inkubationszeit beträgt bei Scharlach zwischen zwei und sieben Tagen. Die

Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Wird Antibiotika verabreicht, ist die Ansteckungsgefahr nach zwei Tagen vorüber. Im Gegensatz zu vielen Kinderkrankheiten kann man an Scharlach mehrfach erkranken.

Scharlach: Symptome

Scharlach beginnt meistens mit Kopfschmerzen, Fieber über 39?C, Halsweh und Schüttelfrost, gelegentlich auch mit Übelkeit. Ein bis zwei Tage später kommt eine Mandelentzündung hinzu. Die Lymphknoten im Halsbereich sind geschwollen. Innerhalb von 24 bis 72 Stunden bildet sich der typische Hautauschlag, der sich über den Hals weiter zu den Achseln und die Leistengegend erstreckt. Das Gesicht zeichnet sich durch ein blasses Munddreieck aus. Die Zunge ist zunächst belegt, verändert aber nach zwei bis drei Tagen die Farbe in das typische Rot. Aus diesem Grund nennt man sie in diesem Stadium auch Himbeer- oder Erdbeerzunge. Dann verblasst der Ausschlag wieder und die Haut beginnt sich zu schälen. Zeigen sich die ersten Anzeichen einer Mittelohrentzündung, rheumatisches Fieber oder eine Nierenentzündung, muss dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Es gibt auch Scharlach ohne diese auffälligen Symptome. Das Kind fühlt sich dann auch nicht krank, hat nur leichte Halsschmerzen und leichtes Fieber. Erst das Schälen der Haut nach ein paar Wochen weist darauf hin, dass es Scharlach war.

Die Einnahme der Penicillin-Dosis, meistens für zehn Tage, soll strikt eingehalten werden. Bei Behandlung mit Antibiotika kann das Kind nach etwa acht bis zehn Tagen wieder in den Kindergarten oder in die Schule. Bei einer Therapie ohne Antibiotika, muss das Kind mindestens drei Wochen zu Hause bleiben.

Scharlach: Vorbeugung

Eine Schutzimpfung gegen Scharlach gibt es nicht. Hatte man wissentlichen Kontakt mit an Scharlach erkrankten Menschen, kann man sich prophylaktisch Antibiotika verschreiben lassen.

Scharlach: Risikogruppen

Besonders betroffen sind Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren. Gefährlich kann es für chronisch Kranke, ältere Menschen und Schwangere werden.

Scharlach: Homöopathie

Bevor man zu homöopathischen Mitteln greift, sollte der oder die Erkrankte von einem Arzt untersucht werden, da man meistens nicht auf Antibiotika bzw. Penicillin verzichten sollte, um Spätfolgen zu vermeiden. Apis mellifica, das Gift einer Honigbiene, soll bei Halsentzündungen, Schwellungen und Hautausschlag helfen. Die Tollkirsche, auch Belladonna genannt, soll ein gutes Mittel sein, um Fieber zu senken - allerdings sollte dieses Mittel nicht ohne Konsultation eines Arztes eingenommen werden, da schwere Nebenwirkungen auftreten können!

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