Familienversicherung

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Die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse ermöglicht es, den Ehepartner und die Kinder kostenfrei mitzuversichern.

Die Familienversicherung - allgemeine Informationen

Gerade in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, dass alle Familienmitglieder ausreichend versichert sind. Der Ausfall eines Verdienstes aufgrund von Krankheiten ohne finanziellen Ausgleich kann eine Familie in den Ruin treiben. Doch wer vorsorgt, braucht sich weit weniger Sorgen zu machen.

Die gesetzlichen und freiwilligen Krankenversicherungen bieten für viele die Möglichkeit, Familienmitglieder ohne Zusatzkosten mitzuversichern. Damit erhalten alle Mitglieder einer Familie denselben Schutz und dieselben Leistungen, obwohl nur ein Familienmitglied Beiträge zahlen muss.

Wer kann die Familienversicherung nutzen?

Jeder, der Mitglied in einer gesetzlichen oder freiwilligen Krankenversicherung ist, hat die Möglichkeit Familienmitglieder beitragsfrei mit in seine Versicherung aufnehmen zu lassen. Angehörige, die mit aufgenommen werden können, sind zum Beispiel die Ehegatten und die leiblichen Kinder. Allerdings gehören auch Partner aus der eingetragenen Lebensgemeinschaft dazu, genauso wie Stiefkinder und angenommene Kinder. Wichtig bei den Kindern ist vor allem, dass sie im gemeinsamen Haushalt leben müssen. Das bedeutet, dass Kinder in der Schulausbildung oder im Studium auch keine eigene Versicherung benötigen, sofern sie noch keine eigene Wohnung haben.

Voraussetzungen für die Nutzung der Familienversicherung

Um die Familienversicherung in Anspruch nehmen zu können, sind laut Gesetz einige Voraussetzungen zu erfüllen. Mindestens einer der Ehegatten muss in der freiwilligen oder gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sein. Wohnsitz und Lebensmittelpunkt muss die Bundesrepublik Deutschland sein. Auch Studenten, die vorübergehend im Ausland verweilen, aber ihren festen Wohnsitz weiterhin in Deutschland haben, fallen unter diesen Punkt.

Das Familienmitglied, das mit aufgenommen werden soll, darf nicht Pflichtmitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sein. Pflichtmitglieder sind zum Beispiel Personen, die über 400 Euro monatlich verdienen, Rentner und Auszubildende. Für Studenten bis 25 Jahre gibt es Sonderregelungen.

Familienangehörige, die selbstständig tätig sind, aber ihre Tätigkeit nicht hauptberuflich ausüben, können mitversichert werden. Als hauptberuflich tätig wird angesehen, wer mindestens einen Arbeitnehmer beschäftigt oder diese Tätigkeit mehr als 18 Stunden die Woche ausübt.

Das regelmäßige Gesamteinkommen des Familienangehörigen darf 365 Euro monatlich nicht übersteigen. Dabei spielt nicht nur die Entlohnung für nichtselbständige Arbeit eine Rolle, sondern auch Einnahmen aus Kapitalvermögen und alle anderen Einnahmen werden zusammen gezählt. Wichtig ist aber, dass die Werbungskosten noch abgezogen werden dürfen.

Altersgrenzen bei Kindern

Laut Gesetz gibt es bestimmte Altersgrenzen, bis zu denen Kinder mitversichert werden können. Diese ergeben sich aus § 10 (2) SGB V (Sozialgesetzbuch V):
  • Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr können familienversichert werden.

  • Kinder bis zum vollendeten 23. Lebensjahr, wenn diese keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Erwerbstätigkeit bedeutet ein regelmäßiges Einkommen über 400 Euro.

  • Kinder bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, wenn diese sich in einer Schul- oder Berufsaubildung befinden, aber auch, wenn sie ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvieren.

  • Behinderte Kinder oder solche, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, bleiben in der Familienversicherung, wenn sie zum Zeitpunkt des Eintretens der Behinderung schon familienversichert gewesen sind.

Ausschluss aus der Familienversicherung

Kinder von Ehepaaren, bei denen nur einer Mitglied in der gesetzlichen Versicherung versichert ist und der andere privat versichert ist, können nicht in die Familienversicherung aufgenommen werden. Im Jahr 2010 zählen hierzu auch privat versicherte Ehegatten, die mehr als 3.750 € im Monat verdienen und dies regelmäßig mehr ist als das Gehalt, das das Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung verdient.

Ausgeschlossen sind auch Ehegatten, die bei Beginn der Mutterschutzfrist nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren.

Nur wenn die betreffende Person nicht aufgrund von gesetzlichen Vorschriften pflichtversichert ist, kommt also eine Familienversicherung in Frage. Folgende Personen können also keine Mitglieder in der Familienversicherung werden:
  • Personen, die mehr als 400 Euro regelmäßig verdienen

  • Personen, die ihren Lebensunterhalt durch die Landwirtschaft verdienen

  • Personen, die als Angehörige im heimischen landwirtschaftlichen Betrieb mitarbeiten

  • Personen, die Arbeitslosengeld I beziehen (Hartz IV Empfänger sind über den Haushaltsvorstand mit versichert)

  • Personen, die Altersruhegeld (Rente) beziehen


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